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- 23. Januar 2006 2 Min.
London (queer.de) - Der britische Spitzenpolitiker Mark Oaten ist über eine Callboy-Affäre gestolpert. Er legte seine Ämter in der liberaldemokratischen Partei nieder und bewirbt sich nicht mehr um den Parteivorsitz. Die Boulevard-Zeitung "News of the World" hatte gestern berichtet, dass der verheiratete Abgeordnete und Vater zweier Kinder einen Callboy im Süden Londons aufgesucht habe. "Oaten war seit sechs Monaten ein regelmäßiger Kunde. Er liebt schwulen Sex und Erniedrigung", zitiert das Blatt einen 24-jährigen Callboy. Genüsslich beschreibt es die sexuellen Vorlieben des 41-jährigen Abgeordneten. "Ich möchte mich für meine falschen Entscheidungen bei meinen Freunden, Wählern und meiner Partei entschuldigen. Besonders Leid tut mir, was meine Familie ertragen musste", erklärt Owen in einer Presseerklärung. Peter Tatchell von der größten britischen Homo-Gruppe Outrage kritisierte die Medien für ihre sensationshaschende Berichterstattung. Er sagte, seine Gruppe befürworte das Outing von Politikern der Liberaldemokraten nicht, weil die Partei "weder heuchlerisch noch homophob" sei. "Mark Oaten ist nicht der einzige liberaldemokratische Abgeordnete, der Sex mit Männern hat", so Tatchell. "Wir sind enttäuscht, dass so wenige Politiker dieser Partei offen leben." Die Liberaldemokraten sind die drittstärkste Partei in Großbritannien. Sie konnte bei den letzten Unterhauswahlen 2005 22 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Die Partei steht Homo-Themen positiv gegenüber; sie hat beispielsweise bereits seit Jahren die Einführung der Homo-Ehe gefordert. Die Liberaldemokraten suchen derzeit einen neuen Vorsitzenden, weil der bisherige Parteichef Charles Kennedy wegen heimlichen Alkohol-Konsums zum Rücktritt gezwungen wurde. Oaten wurden vor seinem Rückzug Außenseiterchancen eingeräumt. (dk)
Links zum Thema:
» Mark Oaten
» News of the World














