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London (queer.de) - Der britische Spitzenpolitiker Mark Oaten ist über eine Callboy-Affäre gestolpert. Er legte seine Ämter in der liberaldemokratischen Partei nieder und bewirbt sich nicht mehr um den Parteivorsitz. Die Boulevard-Zeitung "News of the World" hatte gestern berichtet, dass der verheiratete Abgeordnete und Vater zweier Kinder einen Callboy im Süden Londons aufgesucht habe. "Oaten war seit sechs Monaten ein regelmäßiger Kunde. Er liebt schwulen Sex und Erniedrigung", zitiert das Blatt einen 24-jährigen Callboy. Genüsslich beschreibt es die sexuellen Vorlieben des 41-jährigen Abgeordneten. "Ich möchte mich für meine falschen Entscheidungen bei meinen Freunden, Wählern und meiner Partei entschuldigen. Besonders Leid tut mir, was meine Familie ertragen musste", erklärt Owen in einer Presseerklärung. Peter Tatchell von der größten britischen Homo-Gruppe Outrage kritisierte die Medien für ihre sensationshaschende Berichterstattung. Er sagte, seine Gruppe befürworte das Outing von Politikern der Liberaldemokraten nicht, weil die Partei "weder heuchlerisch noch homophob" sei. "Mark Oaten ist nicht der einzige liberaldemokratische Abgeordnete, der Sex mit Männern hat", so Tatchell. "Wir sind enttäuscht, dass so wenige Politiker dieser Partei offen leben." Die Liberaldemokraten sind die drittstärkste Partei in Großbritannien. Sie konnte bei den letzten Unterhauswahlen 2005 22 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Die Partei steht Homo-Themen positiv gegenüber; sie hat beispielsweise bereits seit Jahren die Einführung der Homo-Ehe gefordert. Die Liberaldemokraten suchen derzeit einen neuen Vorsitzenden, weil der bisherige Parteichef Charles Kennedy wegen heimlichen Alkohol-Konsums zum Rücktritt gezwungen wurde. Oaten wurden vor seinem Rückzug Außenseiterchancen eingeräumt. (dk)



10 Kommentare

#1 OlafAnonym
#2 AlfAnonym
  • 23.01.2006, 19:05h
  • Viel mehr Männer gehen -nicht nur in GB- zu weiblichen Prostituierten aber 2x kassieren, erst beim Kunden und dann bei den Medien, machen wohl leider mehr die callboys.
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#3 SvenAnonym
  • 23.01.2006, 20:09h
  • Ja, dort ist Politik eine viel größere Schlammschlacht als hier!
    Aber besser wäre es schon, wenn die wichtigen Themen ernsthaft diskutiert würden.
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#4 balu68atAnonym
#5 witzigAnonym
  • 23.01.2006, 20:57h
  • wäre doch witzig, wenn das so nem homophoben faker von der csdu passieren würde! oder gleich nem mitglied der "herrenmenschenparteien" .....
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#6 SaschaAnonym
  • 23.01.2006, 23:31h
  • @Alf: Und woran liegt das wohl? An den bösen Callboys oder vielmehr daran, dass der eigentliche Skandal für die ach so offene, tolerante Gesellschaft in der Tatsache liegt, dass es sich um HOMOsexuelle Kontakte handelt.

    Schließlich sollte man als anständiger Politiker auch heute noch über Frau und Kinder verfügen, zumindest wenn man nicht zehnmal so hart um jeden kleinen Aufstieg kämpfen möchte!
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#7 AxelAnonym
  • 24.01.2006, 00:17h
  • es gibt verschiedene berufe, in denen man intimstes anvertraut bekommt.
    manchmal regeln gesetzte die verschwiegenheitspflicht und manchmal ist es ein ehrenkodex, der zum schweigen verpflichtet. nutten und callboys, denke ich, unterliegen diesem ehrenkodex.
    ich verurteile mark oaten nicht, weil er sich seine sexuellen wünsche erfüllt hat, wenn auch mit geld und somit auf eine weise, die vielleicht vielen als unmoralisch erscheint.
    es ist ein geschäft zwischen freier und stricher und ich stelle mir vor, oaten hat gut bezahlt; also konnte er auch vom strichjungen eine gewissen seriosität erwarten.
    es ist um so bedauerlicher, weil mark oaten keiner von den moralaposteln ist, er hat nur das gemacht, wovon viele uns träumen, ähnlich wie franz kafka in seinen tagebüchern schreibt:
    "Ich gehe absichtlich durch die Gassen, wo Dirnen sind. Das Vorübergehen an ihnen reizt mich, diese ferne, aber immerhin bestehende Möglichkeit, mit einer zu gehn.
    Ist das Gemeinheit ?"
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#8 SaschaAnonym
  • 24.01.2006, 12:34h
  • @Axel: Nur mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass ich nicht nach außen den Heten markiere und mich mit Frau und Kind in Szene setze!

    Genau hierin liegt für mich das Verwerfliche, dass Leute wie Herr Oaten mit der Verleugnung und Unterdrückung ihrer sexuellen Identität der Verlogenheit der homophoben Gesellschaft in die Hände spielen!!
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#9 AxelAnonym
  • 24.01.2006, 20:03h
  • @Sascha:
    was oaten nach außen markiert ist seine angelegenheit. weder heteros noch homos laufen mit einem schild um den hals, auf welchem sie ihre sexuelle orientierung preisgeben.
    auch wenn er nicht offen schwul lebt, ist dies zu akzeptieren. schließlich geht das mißgeschick des oaten tiefer. er hat nämlich neben seinen homophilen sehnsüchten die gefühle einer/seiner frau zu akzeptieren.
    vielleicht leiden bisexuelle menschen manchmal stärker unter der diskriminierung als nur-homosexuelle.
    ich kann mir nicht vorstellen, dass viele heterosexuelle frauen bereit wären, ihre ehemänner mit schwulen männern zu teilen.
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#10 seb1983Anonym
  • 24.01.2006, 23:46h
  • dass er bei nem Callboy war ist in dem Fall wohl eher ein würziges Details, bei ner Prostituierten hätte es auch was auf die Finger gegeben.....

    Bei unserer Angi würde es glaub ich keinen großen Unterschied machen ob sie mit ihrer Sekretärin erwischt wird oder sich Luxus Callboys ins Kanzleramt bestellt.
    n Rücktritt wäre glaub ich in beiden Fällen angesagt :-)))
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