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TV-Preise
Queere Produktionen gehen bei Grimme-Preis leer aus
Mit "Princess Charming", All you need" und anderen TV-Highlights stand die queere Thematik bei den Grimme-Nominierungen hoch im Kurs – allerdings herrscht bei den Auszeichnungen Flaute.

Während die schwule Produktion "Prince Charming" dem Grimme-Institut noch preiswürdig erschien, blieb das lesbische Pendant ohne Trophäe (Bild: RTL)
- 31. Mai 2022, 10:51h 2 Min.
Die Preisträger*innen des 58. Grimme-Preises sind am Dienstag in Essen bekannt gegeben worden. Mehrere Produktionen mit queeren Inhalten, die im Februar für den Preis nominiert worden waren, gingen bei der Verleihung leer aus.
Dazu zählt etwa die lesbische RTL+-Datingshow "Princess Charming", die sich in der Kategorie "Unterhaltung" Chancen auf eine Auszeichnung ausgerechnet hatte. In dieser Kategorie erhielten allerdings nur "Chez Krömer" (rbb), "Freitagnacht Jews" (WDR) und Wer steihlt mir die Show? (ProSieben) Preise. Auch das wie "Princess Charming" nominierte Musical "ZDF Magazin Royale – Der Eierwurf von Halle" von Jan Böhmermann, in dem die deutsche Wiedervereinigung als schwule Liebesgeschichte erzählt wird, konnte keinen Preis gewinnen.
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2020 hatte die erste Staffel von "Prince Charming" den Grimme-Preis geholt (queer.de berichtete). Der Ableger "Princess Charming", die erste lesbische Datingshow im deutschen Fernsehen, gewann letztes Jahr immerhin den Deutschen Fernsehpreis (queer.de berichtete).
/ grimme_institutJenni Zylka und Dr. Gerlach im Gespräch #GrimmePreis pic.twitter.com/d02uBPxmDi
Grimme-Institut (@grimme_institut) May 31, 2022
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Im Bereich Fiktion gingen die nominierten Serien "All you need" (ARD) und "Wir" (ZDF) leer aus. Ausgezeichnet wurden hier fünf Produktionen: "Die Ibiza-Affäre" (Sky), "Geliefert" (BR/Arte), "Polizeiruf 110 – Sabine"(NDR), "Sörensen hat Angst" (NDR) und "Tina mobil" (rbb).
Ebenfalls ohne Preis blieben folgende Nominierungen: der ZDF-Dokumentarfilm "Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR" in der Kategorie "Wettbewerb Information & Kultur" sowie die TNT-Serie "Para – Wir sind King" und der ZDF-Film "Kokon" in der Jugend-Kategorie. Insgesamt wurden 16 Produktionen nach 74 Nominierungen ausgezeichnet.
Der undotierte Grimme-Preis wird bereits seit 1964 vergeben und gilt als Qualitätssiegel. Ausgezeichnet werden Produktionen und TV-Leistungen, die "die spezifischen Möglichkeiten des Mediums Fernsehen auf hervorragende Weise nutzen und nach Inhalt und Methode Vorbild für die Fernsehpraxis sein können". (dk)
Links zum Thema:
» Alle Preisträger auf grimme-preis.de
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Dass eine Kuppel-Show, die noch dazu ein schlecht gemachter Abklatsch des Schwesterformats "Prince Charming" ist, nicht preiswürdig ist, dürfte auf der Hand liegen.
Und "All you need" ist so meilenweit von der Qualität von LGBTI-Serien aus den USA wie "Love, Victor" oder aus Großbritannien wie "It's a Sin" entfernt. Das ist so typisch deutsch und bemüht, dass man das Gefühl hat, eine Wahlkampfrede zu sehen.