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Gecancelter Schauspieler

Kevin Spacey will sich Prozess in Großbritannien stellen

Der amerikanische Schauspieler hat sich erstmals über die gegen ihn angekündigte Anklage in Großbritannien geäußert. Er sei demnach enttäuscht, aber zuversichtlich – und bereit, "freiwillig zu erscheinen", um seine Unschuld zu beweisen.


Kevin Spacey war einst der gefeierte Star der Fernsehserie "House of Cards" (Bild: Netflix)

  • 31. Mai 2022, 16:49h - 2 Min.

Nach der geplanten Anklage wegen sexueller Übergriffe in vier Fällen will sich der 62-jährige US-Schauspieler Kevin Spacey offenbar einem Prozess in Großbritannien stellen. In der letzten Woche hatte die Staatsanwaltschaft die Anklage angekündigt – sie erfolgt offiziell, wenn sich Spacey im Land aufhält. Kurz danach hieß es, dass Großbritannien die Auslieferung des zweifachen Oscarpreisträgers beantragen werde, es sei denn, Spacey entscheide sich dazu, freiwillig zurückzukommen. Genau das scheint er nun vorzuhaben, wie aus einem Statement seines Sprechers hervorgeht, über das das US-Früstückfernsehshow "Good Morning America" exklusiv berichtete.

/ GMA
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Enttäuscht, aber zuversichtlich

So werde Spacey "sobald dies machbar ist, freiwillig in Großbritannien erscheinen und mich gegen diese Vorwürfe verteidigen". Er sei "zuversichtlich, dass dies meine Unschuld beweisen wird". Grundsätzlich sei er jedoch "enttäuscht über die Entscheidung", dass die Anschuldigungen überhaupt vor einem Gericht in London landen werden.

Die Anklage erfolgte durch die englisch-walisische Strafverfolgungsbehörde Crown Prosecution Service, CPS (queer.de berichtete). Rosemary Ainslie, Chefin der Special Crime Division, wird mit den Worten zitiert: "Die CPS hat die Anklage gegen Kevin Spacey, 62, in vier Fällen des sexuellen Angriffs gegenüber drei Männern autorisiert." Alle vermeintlichen Übergriffe sollen sich im Zeitraum zwischen 2005 und 2013 in England zugetragen haben.

Es gilt die Unschuldsvermutung

Gleichzeitig warnte man in der Pressemitteilung davor, den Oscarpreisträger vorzuverurteilen. Hierzu heißt es in Spaceys Statement: "Ich schätze die Aussage des Crown Prosecution Services sehr, in der die Medien und die Öffentlichkeit sorgfältig darauf hingewiesen werden, dass ich das Recht auf einen fairen Prozess habe und die Unschuldsvermutung so lange gilt, bis sie widerlegt wurde."

Spacey war von 2004 bis 2015 künstlerischer Leiter des Old Vic Theatre in London. Zahlreiche Männer hatten den Schauspieler ab 2017 im Zuge der #MeToo-Debatte beschuldigt, sexuell übergriffig geworden zu sein.

Die Welle ins Rollen gebracht hatte damals der offen schwule "Star Trek: Discovery"-Darsteller Anthony Rapp. Er berichtete, dass er vor drei Jahrzehnten als 14-Jähriger von einem angetrunkenen 26-jährigen Spacey bedrängt worden sei. Daraufhin veröffentlichte Spacey eine umstrittene Stellungnahme, in der dieser sich für die möglicherweise begangene Tat entschuldigte und sich als schwul outete (queer.de berichtete). Spacey wurde bislang kein einziges Mal rechtskräftig wegen eines Übergriffes verurteilt. (spot/dk)