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"Stern"-Interview

Ulrich Matthes spekuliert: Darum hat Merkel gegen die Ehe für alle gestimmt

Der Schauspieler, der sich im Rahmen der Initiative #ActOut geoutet hatte, ist mit der Ex-Kanzlerin befreundet.


TV- und Filmstar Ulrich Matthes nimmt Angela Merkel das "Nein" zur Ehe für alle nicht übel (Bild: Jens Best / flickr)

  • 1. Juni 2022, 09:27h 15 2 Min.

Der 63-jährige Schauspieler Ulrich Matthes hat in einem Interview mit dem "Stern" darüber spekuliert, warum Angela Merkel 2017 zwar die freie Abstimmung im Bundestag zur Ehe für alle ermöglicht hatte, dann aber für eine Beibehaltung des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben stimmte (Bezahlartikel).

Der ehemalige Präsident der Deutschen Filmakademie ist bereits seit langem mit der CDU-Politikerin befreundet. Er outete sich vergangenes Jahr im Rahmen der #ActOut-Initiative ("Wir haben ein Zeichen gesetzt").

Auf die Frage, ob ihn das Abstimmungsverhalten von Merkel verletzt habe, erklärte der Schauspieler: "Nee. Verletzt schon gleich gar nicht." Er habe mit der Ex-Kanzlerin darüber bislang nicht gesprochen. Er glaube, dass sie als "Pfarrerskind vielleicht einfach für die Ehe nur zwischen Mann und Frau" sei. "Oder sie hat deswegen dagegen gestimmt, weil sie so viele konservative Felder in der CDU abgeräumt hat und dann gedacht hat: Och, das gebe ich denen jetzt mal", so Matthes.

Im Interview erklärte der Schauspieler auch, warum sich Merkel bislang weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat. "Ich ahne, dass sie nicht als eine Art von Nebenkanzlerin präsent sein will." Schon vom Typ her strebe sie auch nicht "die Rolle der Elder Stateswoman an."

Nein zu Putin

Im Interview bekennt Matthes zudem, dass er sich nicht vorstellen könne, jemals den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu spielen. Der 63-Jährige, der derzeit auf Netflix als Hitler in dem Film "München – Im Angesicht des Krieges" von Christian Schwochow zu sehen ist, sagte: "Jetzt ist mal gut mit den Massenmördern".

Nach dem Ende der Dreharbeiten zu "München" habe er beschlossen, keine Nazigrößen mehr zu spielen – "und dabei bleibe ich auch." Putin, so Matthes, "wäre wieder nur ein empathieloser, böser, in seiner Ideologie verhafteter Mensch." (cw)

-w-

#1 mesonightAnonym
  • 01.06.2022, 11:32h
  • Ich finde es immer wieder sehr befremdlich, wenn queere Personen Verständnis für die Ignoranz von homophoben Personen aufbringen, weil man sich ja sonst so gut versteht.
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#2 TuggerAnonym
  • 01.06.2022, 11:39h
  • "weil sie so viele konservative Felder in der CDU abgeräumt hat und dann gedacht hat: Och, das gebe ich denen jetzt mal"

    So lapidar wird sie sich das nicht gedacht haben. Kann ich mir nicht vorstellen. Und wenn doch ... Ist schon übel wenn mein Empfinden als "Och ..." beschrieben wird. Kann es leider nicht besser ausdrücken.

    Ich vermute dass sie damit die SPD wirklich auch das letzte Thema noch nehmen wollte.
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#3 AtreusEhemaliges Profil
  • 01.06.2022, 11:49h
  • Das ist mit das Peinlichste, was ich bisher diese Woche gelesen habe. Ich vermute, man muss (sog.) Intellektueller sein, um gleichzeitig Diskriminierung anprangern (ActOut) und Diskriminierung relativieren (Merkel) zu können. Ich jedenfalls habe eben aufgehört, den politischen Menschen Matthes ernstzunehmen.
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