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Marjorie Taylor Greene

Queer­feindliche US-Abgeordnete: Heteros sterben aus

"Homo-Propaganda" wird dazu führen, dass in einigen Generationen nur noch queere Menschen existieren. Das glaubt zumindest eine Volksvertreterin im mächtigsten Land der Welt.


Der Rechtsextremistin Marjorie Taylor Greene ist scheinbar keine Verschwörungstheorie zu doof (Bild: Gage Skidmore / flickr)
  • 1. Juni 2022, 10:30h 11 2 Min.

Die republikanische US-Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene hat in ihrem Videoblog behauptet, dass es in einigen Generationen keine Heterosexuellen mehr gebe, weil Kinder zum queeren Lebensstil verführt werden würden. Sie warf Autoritätspersonen vor, Kinder "groomen" zu wollen (dieser Begriff wird im Englischen und auch im Deutschen für pädosexuelle Straftäter verwendet, die in Missbrauchsabsicht Kontakt zu Minderjährigen aufnehmen). Mit dem "Grooming" solle laut Greene erreicht werden, dass Kinder ihre Heterosexualität und Cisgeschlechtlichkeit aufgeben.

"Sie wollen einen glauben machen, dass plötzlich die gesamte Bevölkerung homo oder trans wird", erklärte sie. Das habe Auswirkungen: "Wahrscheinlich wird in vier bis fünf Generationen niemand mehr heterosexuell sein. Jeder wird entweder gay oder trans oder nicht-konform sein oder was auch immer auf der Liste der 50 bis 60 Optionen steht."

/ patriottakes

Im dem Video-Blog deutete das Mitglied des amerikanischen Repräsentantenhauses auch an, dass der 18-jährige Attentäter von Uvalde, der an einer texanischen Grundschule am 24. Mai 21 Menschen tötete, trans sei. Diese Verschwörungstheorie ist derzeit in rechtsextremen US-Kreisen weit verbreitet. Auch der Kongressabgeordnete Paul Gosar tweetete bereits kurz nach dem Massaker völlig ohne Grundlage, dass der Schütze nicht nur ein Linker und ein illegaler Einwanderer sei, sondern auch trans (queer.de berichtete).

/ RonFilipkowski
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Marjorie Taylor Greene hatte im Herbst 2020 ihren konservativen Wahlkreis in Georgia mit 75 Prozent der Stimmen gegen einen Kandidaten der Demokraten gewonnen. Sie entschied vergangene Woche bereits die innerparteiliche Vorwahl der Republikaner für sich und wird wohl im November in ihrem Wahlkreis erneut die Demokraten deutlich schlagen. Greene ist eine von 435 direkt gewählten Mitgliedern des US-Repräsentantenhauses. Die 48-Jährige gilt aber selbst in der äußert rechts angesiedelten republikanischen Fraktion als Extremistin.

So ist sie eine Anhängerin der QAnon-Verschwörungstheorie und bringt sich regelmäßig mit LGBTI-feindlichen, ausländerfeindlichen, antiislamischen und antisemitischen Ausbrüchen in die Schlagzeilen. Nach Waldbränden in Kalifornien spekulierte sie etwa auf Facebook über die antisemitische Verschwörungstheorie, dass die Brände durch die jüdische Rothschild-Familie gelegt worden seien – diese hätten das Feuer durch Laser aus dem Weltraum entfacht. Zudem verbreitete sie bereits vor mehreren Jahren die Verschwörungstheorie, dass Politiker*innen der Demokraten Amokläufe inszenierten, um Vorwände für verschärfte Waffengesetze zu schaffen. Letztes Jahr sorgte die Corona-Leugnerin außerdem für Entsetzen, als sie die Maskenpflicht mit dem Vergasen von jüdischen Menschen durch die Nazis gleichsetzte. (dk)

-w-

#1 Vakuum im KopfAnonym
  • 01.06.2022, 12:57h
  • Was will man von dieser Person denn sonst erwarten? Dass sie Biologie versteht? Wie soll das gehen? Wissenschaft ist der Feind. Fakten sind der Feind.

    Die eigene "gefühlte Wahrheit" ist da wahrer. Und in der passieren halt all die Dinge, die sich Konservative und Reaktionäre so gern ausmalen.
    Das hat nichts mit der Realität zu tun, aber es lässt sich wunderbar zum alarmistischen Aufstacheln intellelktuell, sowie empathisch herausgeforderter Personen gegen marginalisierte Gruppen nutzen. Hüben wie drüben.
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#2 LorenEhemaliges Profil
  • 01.06.2022, 13:13h
  • Von jeglichen wissenschaftlichen (empirischen) Daten unbeeindruckt wird von dieser Frau eine weitere Hetzkampagne gestartet, die nur rechtsextremistische Menschenfeinde (die ein bedeutender Teil der trumpistischen Republican Party sind) ansprechen und anstacheln kann. Vernunftbegabte springen auf diesen Zug nicht auf. Es gab in den USA schon mal die Auswüchse des "lavender scare" und ich fühle mich derzeit bei vielen Nachrichten von dort sehr unangenehm daran erinnert.
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#3 Zyniker10Anonym
  • 01.06.2022, 13:14h
  • "Wahrscheinlich wird in vier bis fünf Generationen niemand mehr heterosexuell sein."

    Juhu!
    Das Ende der heterosexuellen Gewaltherrschaft ist nah!
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