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Marjorie Taylor Greene
Queerfeindliche US-Abgeordnete: Heteros sterben aus
"Homo-Propaganda" wird dazu führen, dass in einigen Generationen nur noch queere Menschen existieren. Das glaubt zumindest eine Volksvertreterin im mächtigsten Land der Welt.

Der Rechtsextremistin Marjorie Taylor Greene ist scheinbar keine Verschwörungstheorie zu doof (Bild: Gage Skidmore / flickr)
- 1. Juni 2022, 10:30h 2 Min.
Die republikanische US-Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene hat in ihrem Videoblog behauptet, dass es in einigen Generationen keine Heterosexuellen mehr gebe, weil Kinder zum queeren Lebensstil verführt werden würden. Sie warf Autoritätspersonen vor, Kinder "groomen" zu wollen (dieser Begriff wird im Englischen und auch im Deutschen für pädosexuelle Straftäter verwendet, die in Missbrauchsabsicht Kontakt zu Minderjährigen aufnehmen). Mit dem "Grooming" solle laut Greene erreicht werden, dass Kinder ihre Heterosexualität und Cisgeschlechtlichkeit aufgeben.
"Sie wollen einen glauben machen, dass plötzlich die gesamte Bevölkerung homo oder trans wird", erklärte sie. Das habe Auswirkungen: "Wahrscheinlich wird in vier bis fünf Generationen niemand mehr heterosexuell sein. Jeder wird entweder gay oder trans oder nicht-konform sein oder was auch immer auf der Liste der 50 bis 60 Optionen steht."
/ patriottakesMarjorie Taylor Greene predicted straight people will go extinct:
PatriotTakes (@patriottakes) May 30, 2022
Probably, in about four or five generations, no one will be straight anymore. Everyone will be either gay or trans or non-conforming. pic.twitter.com/JScs7IaJ2G
Im dem Video-Blog deutete das Mitglied des amerikanischen Repräsentantenhauses auch an, dass der 18-jährige Attentäter von Uvalde, der an einer texanischen Grundschule am 24. Mai 21 Menschen tötete, trans sei. Diese Verschwörungstheorie ist derzeit in rechtsextremen US-Kreisen weit verbreitet. Auch der Kongressabgeordnete Paul Gosar tweetete bereits kurz nach dem Massaker völlig ohne Grundlage, dass der Schütze nicht nur ein Linker und ein illegaler Einwanderer sei, sondern auch trans (queer.de berichtete).
/ RonFilipkowskiMarge Greene claims that the murderer in Uvalde clearly had a lot of mental issues going on, as was shown with him wearing eyeliner, cross-dressing pic.twitter.com/RHJBXVCZlY
Ron Filipkowski (@RonFilipkowski) May 29, 2022
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Marjorie Taylor Greene hatte im Herbst 2020 ihren konservativen Wahlkreis in Georgia mit 75 Prozent der Stimmen gegen einen Kandidaten der Demokraten gewonnen. Sie entschied vergangene Woche bereits die innerparteiliche Vorwahl der Republikaner für sich und wird wohl im November in ihrem Wahlkreis erneut die Demokraten deutlich schlagen. Greene ist eine von 435 direkt gewählten Mitgliedern des US-Repräsentantenhauses. Die 48-Jährige gilt aber selbst in der äußert rechts angesiedelten republikanischen Fraktion als Extremistin.
So ist sie eine Anhängerin der QAnon-Verschwörungstheorie und bringt sich regelmäßig mit LGBTI-feindlichen, ausländerfeindlichen, antiislamischen und antisemitischen Ausbrüchen in die Schlagzeilen. Nach Waldbränden in Kalifornien spekulierte sie etwa auf Facebook über die antisemitische Verschwörungstheorie, dass die Brände durch die jüdische Rothschild-Familie gelegt worden seien – diese hätten das Feuer durch Laser aus dem Weltraum entfacht. Zudem verbreitete sie bereits vor mehreren Jahren die Verschwörungstheorie, dass Politiker*innen der Demokraten Amokläufe inszenierten, um Vorwände für verschärfte Waffengesetze zu schaffen. Letztes Jahr sorgte die Corona-Leugnerin außerdem für Entsetzen, als sie die Maskenpflicht mit dem Vergasen von jüdischen Menschen durch die Nazis gleichsetzte. (dk)












Die eigene "gefühlte Wahrheit" ist da wahrer. Und in der passieren halt all die Dinge, die sich Konservative und Reaktionäre so gern ausmalen.
Das hat nichts mit der Realität zu tun, aber es lässt sich wunderbar zum alarmistischen Aufstacheln intellelktuell, sowie empathisch herausgeforderter Personen gegen marginalisierte Gruppen nutzen. Hüben wie drüben.