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Fußball
Hitzlsperger glaubt nicht an große Veränderungen in Katar durch WM
Die Fußball-Weltmeisterschaft findet erneut in einem Staat statt, der Homosexuelle verfolgen lässt.

Thomas Hitzlsperger wurde 2007 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister (Bild: Philip Flämig / ZDF)
- 1. Juni 2022, 13:08h 2 Min.
Ex-Fußballnationalspieler Thomas Hitzlsperger erwartet keine echten Fortschritte in Katar etwa bei den Menschenrechten durch die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft in dem Emirat. "Ich glaube nicht, dass der DFB und andere Verbände das Land verändern können in den wenigen Wochen, die sie da sind", sagte der 40-Jährige, der am Mittwoch in Herzogenaurach bei einem Dialogforum des Nationalteams zur Situation in Katar aus den USA zugeschaltet war. Der DFB hatte für die Podiumsdiskussion Vertreter*innen mehrerer Interessengruppen eingeladen, unter anderem vom Weltverband Fifa und der Fan-Vereinigung Football Supporters Europe. Im Fokus stand die Lage für queere Menschen.
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart appellierte an die aktuellen Nationalspieler, sich zum Thema Katar zu äußern, aber auch abzuwägen, welchem öffentlichen Druck sie sich dabei aussetzen. "Ich würde an die Spieler appellieren, nur über die Dinge zu reden, über die sie Bescheid wissen", sagte Hitzlsperger. Der DFB versucht, Trainer, Spieler und Betreuer umfassend über die Verhältnisse in Katar zu informieren. Das "größte Problem" ist aus Sicht von Hitzlsperger die Vergabe des WM-Turniers an das Land durch den Weltverband Fifa.
Hitzlsperger hatte 2014 nach dem Ende seiner aktiven Fußball-Karriere seine Homosexualität öffentlich gemacht (queer.de berichtete). Homosexualität ist in Katar verboten und kann im Extremfall mit der Todesstrafe geahndet werden. Angehörige der queeren Community bangen um ihre Sicherheit bei einem Besuch der Weltmeisterschaft. Hitzlsperger war noch nicht persönlich vor Ort, werde das aber zur WM sein. "Ich habe keine große Angst", sagte er.
Neuer soll erneut Regenbogenbinde tragen
Von Fanvertretenden auf dem Podium wurde etwa an Kapitän Manuel Neuer appelliert, auch bei den WM-Spielen in Katar mit der Regenbogenbinde aufzulaufen. Ein solches Zeichen wäre "wichtig".
Christian Rudolph, der Leiter der DFB-Anlaufstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt, erinnerte an die jüngsten Aussagen des Emirs von Katar, der gesagt habe, "alle sind willkommen" (queer.de berichtete). Homosexualität werde aber gleichzeitig im Land stafrechtlich verfolgt. "Das empfinde ich als Drohung", sagte Rudolph. "Wenn Dinge wie Händchen halten, wie man das im Urlaub macht, wenn das schon unter Strafe steht – das gibt kein Sicherheitsgefühl, definitiv nicht."
Die Fußball-Weltmeisterschaft wird im November und Dezember in dem Emirat veranstaltet. 32 Nationen, darunter auch Deutschland und die Schweiz, werden in 64 Spielen das beste Männer-Team der Welt ermitteln.
2018 hatte die WM in Russland stattgefunden, also ebenfalls in einer homosexuellenfeindlichen Diktatur. (dpa/cw)
















Wer nicht vollkommen moralisch, politisch, geistig und menschlich verwahrlost ist, sollte dazu raten, sich nicht zum Instrument einer Propagandashow terrorfinanzierender Menschenfeinde, Sklavenhändler und Henker von Homoexuellen machen zu lassen, sondern die Spiele zu boykottieren.
Katar finanzierte nicht nur den IS, sondern auch die Hamas, also eine Organisation, die Israel das Existenzrecht abspricht. Zudem ist man gut Freund mit den Taliban, die in Doha seit jeher sicheren Unterschlupf genießen. Ja, das sind die, die wir 20 Jahre lang in Afghanistan bekämpft haben. Ein offizieller Krieg gegen den Terror, falls sich noch jemand erinnern kann.
Wenn das "nie wieder", "Respekt" und "Fussball ist für alle da" jemals irgendetwas bedeutet hätte, stünde die WM-Teilnahme überhaupt nicht zur Diskussion. Hätte sie nie. Dass sie faktisch stattfindet, sagt mehr über die Spieler, den DFB und die deutsche Gesellschaft aus, als mir lieb ist.
PS: Dass sportliche Großereignisse nicht zur Demokratisierung und Wandel taugen, sollte man nach 1936 eigtl. wissen, wer jünger ist und es zeitnaher braucht, sei an die Olympiaden von Sotschi und Peking, sowie an den versuchten, bzw. gerade stattfindenden Völkermord an Ukrainern und Uiguren erinnert.