https://queer.de/?42216
Anzeige
Toleranz für LGBTIQ+ ist absurd!
Toleranz, Akzeptanz und Co. – es gibt viele Schlagworte, wenn es um LGBTIQ+ am Arbeitsplatz geht. Bei anderen Gruppen würden wir sie jedoch nie verwenden, oder wie klingt: "In unserem Unternehmen tolerieren wir Frauen!"? Warum ich mich deswegen für Wertschätzung stark mache.

Stuart Bruce Cameron
- Von Stuart Bruce Cameron
4. Juni 2022, 07:34h 3 Min.
Leere Hülle: Die Mär von Toleranz und Akzeptanz!
Auf den ersten Blick hört es sich großartig an: Toleranz und Akzeptanz für LGBTIQ+ Personen. Ein bisschen könnte sich das Gefühl breit machen, als seien damit alle Probleme gelöst und wir als LGBTIQ+ Menschen selbstverständlicher Teil der Gesellschaft und des Arbeitsumfeldes. Bei genauerer Betrachtung aber zeigt sich, dass von den Schlagworten erschreckend wenig bleibt.
Wirklich gut fühlt sich keines der Worte an. Das Wort Toleranz lässt schnell an Personen oder Situationen denken, die man aushalten und selbst nicht ändern kann. Andere Meinungen und Ansichten können akzeptiert werden. Gleichzeitig heißt Akzeptanz hier dann aber auch, dass man die anderen Ansichten eigentlich nicht befürwortet oder gut findet, sondern sich damit abfindet und als Tatsache zur Kenntnis nimmt.
Die Absurdität der Begriffe wird dann deutlich, wenn man sie in Kontext setzt und laut ausspricht. Wie würde es klingen, wenn ein Unternehmen sagen würde "Wir bieten ein offenes und akzeptierendes Arbeitsumfeld! Bei uns werden Frauen toleriert!"? Klingt das positiv und nach einem Arbeitsumfeld, in dem Frauen wirklich willkommen sind? Niemand würde sich mit einer solchen Aussage zufrieden geben. Finden wir für uns selbst als LGBTIQ+ Community Toleranz also wirklich ausreichend? Mir persönlich reicht das so gar nicht!
TikTok / Stuart Bruce Cameron | Stuart Bruce Cameron, Initiator der STICKS & STONES, zu Wertschätzung statt Toleranz@stuart.bruce.cameron You Found Me – Instrumental Pop Songs
|
Nicht reden, sondern handeln: Wertschätzung, die erfahrbar ist!
Lieber wäre es mir, wenn vom vielen Reden auch etwas ankommen würde. Wenn das Gesagte im Handeln spürbar würde. Anstatt für Akzeptanz und Toleranz mache ich mich deswegen für Wertschätzung von LGBTIQ+ Menschen und für unsere Community stark.
Mit echter Wertschätzung passiert nämlich etwas sehr wichtiges: wir kommen vom Reden ins Tun. Anstatt nicht aktiv diskriminiert, ausgeschlossen oder lediglich zur Kenntnis genommen zu werden, passiert bei Wertschätzung etwas anderes. Im Gegensatz zu den oben genannten Schlagworten verlangt uns gegenseitige Wertschätzung mehr ab. Denn sie erfordert Engagement, Commitment und ein ehrliches Interesse an den Personen um uns herum. Und genau das braucht es, damit wir uns auf Augenhöhe begegnen und damit (Arbeits-)Umfelder entstehen, in denen ich als Teil der LGBTIQ+ Community sein und ankommen möchte.
Warum nur Wertschätzung gut genug für dich ist
Einige von ihnen nehmen am kommenden Samstag, 11. Juni, an der STICKS & STONES, Europas größter LGBTIQ+ Job- und Karrieremesse, teil. In der Verti Music Hall Berlin geht es einen Tag lang an den Ständen der ausstellenden Arbeitgebenden, auf den Stages bei Coachings und Talks, beim Networking und dem Rahmenprogramm um Queer-Sein im Job und Empowerment. Hier erfährst du, wie die teilnehmenden Unternehmen sich engagieren. Du kannst sie persönlich dazu befragen, was Wertschätzung von LGBTIQ+ für sie bedeutet und wie diese erfahrbar wird. Tickets für die Messe kannst du dir hier kostenlos sichern, oder am Messetag direkt vor Ort.

Links zum Thema:
» Infos & Tickets für die STICKS & STONES
Mehr zum Thema:
» Mehr von Stuart Bruce Cameron: Deine sexuelle Orientierung hat am Arbeitsplatz nichts zu suchen! (21.05.2022)














