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Premiere in Köln
WDR bringt Matthew-Shepard-Musical-Oratorium nach Deutschland
Das Benefizkonzert für das queere Jugendzentrum anyway wird zum Kölner CSD mit prominenter Unterstützung im Radio und TV übertragen.

Matthew Shepard wurde nur 21 Jahre alt (Bild: Twitter / MattShepardFDN)
- 7. Juni 2022, 06:49h 2 Min.
Es war ein Verbrechen, das die USA und die queere Community weltweit erschütterte: 1998 starb der Student Matthew Wayne Shepard, nachdem ihn zwei junge Männer brutal zusammengeschlagen hatten und ihn gefesselt an einen Zaun zurückließen (queer.de berichtete). Das Verbrechen in Casper im Bundesstaat Wyoming wurde seitdem in etlichen Werken wie Filmen und Theaterstücken aufgegriffen. Der amerikanische Komponist Craig Hella Johnson verarbeitete die Tat 2016 in seinem Musical-Oratorium "Considering Matthew Shepard".
Zur musikalischen Eröffnung des ColognePride bringt Simon Halsey das musikalisch aus vielen Genres kombinierte Werk am Freitag, den 1. Juli, um 20 Uhr im Kölner WDR-Funkhaus zur deutschen Erstaufführung. Der Rundfunkchor des Senders steht mit neun Vokalsolist*innen und zwei bekannten Schauspieler*innen auf der Bühne. Das Konzert wird live ab 20.04 Uhr im Kulturradio WDR 3 übertragen, live auf wdr.de gestreamt und zeitversetzt um 23.15 Uhr im WDR-Fernsehen mit deutschen Untertiteln ausgestrahlt.
Thomas Hermanns und Shary Reeves mit Sprechrollen
Prominente Medienschaffende unterstützen das Projekt durch ihre Mitwirkung. So ist unter anderem die Journalistin und Moderatorin Shary Reeves, deren Bruder Jim vor sechs Jahren gleichfalls durch homofeindliche Hassgewalt ums Leben kam (queer.de berichtete), als Sprecherin an der Produktion beteiligt. Als Conférencier und Sprecher wirkt Thomas Hermanns mit und Bettina Böttinger ist Schirmherrin des Projekts. Die Solist*innen spenden einen Teil ihrer Gagen an das queere Jugendzentrum anyway in Köln.
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Simon Halsey, der Creative Director des WDR-Rundfunkchors, hatte das Oratorium 2016 im Palau de la Música Barcelona zum ersten Mal in Europa aufgeführt. Johnson komponierte darin eine Fusion aus Musical, Pop, Jazz, Gospel, Country und Blues und kreuzt die Genres von Barock bis klassische Oper. "Die Musik ist so bunt, wie wir gerne in Zukunft leben wollen", sagt die WDR-Produzentin Carola Anhalt über das Werk. Die "Washington Post" schreibt über die Komposition: "Sie zeigt uns die Fähigkeit der Musik, Tragödien zu erfassen, zu verwandeln und zu überwinden. Mit ihrer kathartischen Kraft führt sie uns von Schrecken und Trauer zu einem höheren Verständnis des menschlichen Daseins und ermöglicht es uns, standzuhalten".
Tickets für die Premiere im Funkhaus am Wallrafplatz sind über Köln Ticket erhältlich. Am 1. Juli startet ebenfalls das dreitägige Straßenfest des diesjährigen Kölner CSD. (cw/pm)
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Dazu kommt eine widerliche Scheiß-egal-Haltung der Politiken, die außer netten Worten nichts zum Schutz eigentlicher Grundrechte tut.
Und dann heißt es aus der den queerfeindlichen Bereichen, aber auch aus der eigenen "Community" gern: Is' halt so. Findet euch damit ab.
Wie es bei Brecht schon so passend hieß: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.
Heute wieder fruchtbarer denn je.