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Türkei

Istanbul: Aktivist*­innen zum Beginn der Pride-Wochen brutal festgenommen

Elf Personen wurden bei einer Kundgebung in der Innenstadt in Handschellen abgeführt. Die Szene rechnet mit weiteren Protest-Unterdrückungen in den nächsten Wochen.


Die Aktivist*­innen wurden umzingelt und dann in Handschellen in einen Polizeibus und zu einer Wache gebracht

  • 7. Juni 2022, 10:54h 5 3 Min.

Die Polizei Istanbuls hat am Sonntag elf LGBTI-Aktivist*­innen festgenommen, die in der Innenstadt mit Regenbogen-, Tans- und Intersex-Flaggen und mit der Verlesung eines Flugblattes den Beginn des Pride-Monates und ihrer Pride-Wochen begehen wollten. Die Beamten umzingelten die Kundgebung in Ausschreitungs-Ausrüstung und führten die Teilnehmenden in Handschellen auf dem Rücken ab. Mit einer Umzingelung aus Schildern wollte den Berichten zufolge die Polizei auch Aufnahmen ihres Vorgehens unterdrücken. Von Menschen außerhalb des Kessels wurden die Aktivist*­innen beklatscht. Am späten Abend wurden die Freigelassenen wieder freigelassen.

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Die Polizei sei dabei sehr brutal vorgegangen, beklagten diverse Organisationen und Teilnehmende danach. Veröffentlichte Fotos zeigten Verletzungen an Armen und Beinen. "Der Queer Pride wird die Polizei-Folter besiegen", schrieben die CSD-Organisator*­innen bei Twitter. "Der Countdown zum Pride hat gerade erst begonnen. Auch in diesem Jahr werden wir Widerstand zeigen."

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Die 30. Istanbuler Pride-Woche soll vom 20. bis 26. Juni stattfinden, mit einer großen Demo an jenem Sonntag zum Abschluss. Allgemein wird mit dem erneuten Verbot der Veranstaltung und wie in den letzten Jahren mit Massenfestnahmen gerechnet.

/ istanbulpride | Die Festgenommenen nach der Freilassung

Derweil könnte es bereits an diesem Freitag in Ankara zu einer gewaltvollen Protestunterdrückung kommen, nachdem die Leitung der Technischen Universität des Nahen Ostens (METU) den geplanten Campus Pride untersagt hat. Die Student*­innen wollen dagegen klagen und in jedem Fall demonstrieren. Der letzte Uni-Pride 2019 war ebenfalls untersagt worden, die Polizei setzte Tränengas, Pfefferspray und Gummigeschosse ein (queer.de berichtete). 19 Studentinnen und Studenten wurden wegen Teilnahme an einer nicht genehmigten Demo angeklagt (queer.de berichtete). Zwei Jahre später wurden sie freigesprochen.

Bereits Uni-CSD in Istanbul niedergeschlagen

Erst vor wenigen Wochen hatte die Polizei in Istanbul einen Campus-Pride an der Bogazici-Universität gewaltsam aufgelöst, als die Teilnehmenden zu den ehemaligen Räumen ihrer queerer Student*innenorganisation marschieren wollten. Auch hier wurden die Personen, bis zu 70, eingekesselt und gewaltsam in Handschellen abgeführt und nach einigen Stunden freigelassen. Die Uni-Leitung hatte die Kundgebung untersagt und im Vorjahr die queeren Uni-Räumlichkeiten schließen lassen. Im März 2021 war es zu mehrtägigen Protesten und hunderten Festnahmen rund um Student*innen-Proteste in Istanbul gekommen, bei denen auch Regenbogenflaggen und ein Bild der Kaaba mit queeren Flaggen eine Rolle spielten (queer.de berichtete). Die Regierung befeuerte die Lage mit queerfeindlichen Stellungnahmen an, Innenminister Süleyman Soylu sprach etwa von "LGBT-Perversen".

/ aforgutu | Festnahmen beim Campus-Pride in Istanbul am 20. Mai
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Im Sommer 2021 schlug dann die Polizei CSD-Demonstrationen in Eskisehir, Ankara und Istanbul nieder. In den letzten Jahren waren der CSD in Istanbul samt dem Trans-Pride und teilweise CSDs in anderen Städten immer wieder verboten worden und hatte die Polizei Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse gegen Teilnehmende eingesetzt. In den Jahren vor dem ersten Verbot und der ersten CSD-Niederschlagung 2015 hatten noch zehntausende Menschen an den Pride-Demonstrationen der Metropole teilgenommen. Auch queere Kulturveranstaltungen wurden zuletzt häufiger untersagt. (nb)

-w-

#1 truthahnAnonym
  • 07.06.2022, 13:58h
  • Erdogan steht für Terror im In- und Ausland.
    Viel Unterschied zu Putin kann ich nicht erkennen.
    Beide ziehen ihre Menschenverachtung und Gewalt mit freudiger Unterstützung der jeweils herrschenden religidioten Hetzer durch.

    Mit dem einen hat die EU, insbesondere Deutschland, über Jahrzehnte Handel betrieben und nun darf die ganze Welt, insbesondere die Ukraine, den Preis dafür bezahlen.
    Der andere tanzt als Mitglied der Nato auf der Nase herum, überfällt und bedroht Nachbarn und sein Land lebt u.a. auch immer noch von westlicher Unterstützung (bspw Hermes-Bürgschaften).
    Auch hierfür werden wir den Preis noch weiterhin bezahlen dürfen.
    Wozu viele Urlauber*innen ja eh regelmäßig sehr gerne bereit sind.

    Die sogenannte westliche Werte-Gemeinschaft erweist sich als Schnecke, die wenn sie mal aus ihrem Haus hervorkommt, nichts als Schleim hinterlässt indem Menschen verrecken. Es lebe der Handel.
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#2 TimonAnonym
  • 07.06.2022, 14:03h
  • Dieser Staat gehört nicht in die EU. Punkt.

    Weder politisch, noch wirtschaftlich, noch gesellschaftlich, noch kulturell. Und übrigens auch nicht geographisch, da die Türkei zu mehr als 97 Prozent in Asien liegt.
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#3 AtreusEhemaliges Profil