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Transfeindlichkeit

"Emma" feiert: Presserat weist Beschwerden gegen Artikel über Tessa Ganserer ab

Im Januar sorgte das Magazin mit einem Artikel über die Grünenpolitikerin für Empörung. Der Presserat sieht in Deadnaming & Co. kein Problem, die "Emma" fühlt sich bestärkt.


"Emma"-Chefin Alice Schwarzer (Bild: Manfred Werner / wikipedia)

Die immer häufiger mit transfeindlichem Aktivismus auffallende feministische Zeitschrift "Emma" hat am Dienstag bekannt gemacht, dass der Presserat Beschwerden gegen sie zu einem Artikel über die grüne Bundestagsabgeordnete Tessa Ganserer aus dem Januar zurückgewiesen hat.

In dem Artikel wird mehrfach der abgelegte Deadname Ganserers benutzt, die Abgeordnete wird mit dem Pronomen "er/sie" und als "physischer und juristischer Mann" beschrieben (queer.de berichtete). Vordergründig an eine Beschwerde von einigen Feministinnen der Initiative "Geschlecht zählt" an den Wahlprüfungsausschuss angelehnt wird beklagt, dass eine Person, die sich als Frau "fühlt", einen Frauenquotenplatz der Grünen erhielt. Die Partei hatte damit kein Problem, der Bundestag führt Ganserer als Frau. Bekannt ist, dass die Abgeordnete die für eine Personenstandsänderung nötigen restriktiven und entwürdigen Regelungen des aktuellen und in großen Teilen verfassungswidrigen Transsexuellengesetzes ablehnt. Sie kämpft mit ihrer Partei für ein Selbstbestimmungsgesetz – die "Emma" kämpft dagegen an.

Der LSVD sprach damals von einem Text "unter jeder journalistischen Gürtellinie", Menschenfeindlichkeit und einer "Kampfansage" gegen das Selbstbestimmungsgesetz (queer.de berichtete). 62 Personen und die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität reichten gegen den Bericht eine Beschwerde beim Presserat ein.

"Emma": "Transphobie"-Vorwurf ist Einschüchterung

Zu einem Nachdenken über die eigene Haltung und Tätigkeit führten die Beschwerden und die Debatte nicht. "Die BeschwerdeführerInnen verwechselten offenbar eine Berichterstattung, die nicht ihrer Meinung entspricht, mit Diffamation und Beleidigung – und verlangten, dass der Presserat gegen EMMA eine Rüge aussprechen möge", schreibt die Redaktion nun unter der die Kritik ebenfalls ironisch zurückweisenden Überschrift "Keine Rüge für 'transphobe' EMMA". Ganserer sei "physisch als auch rechtlich ein Mann", betont das Magazin erneut, und die "Emma" habe "sachlich" berichtet.


Dem Presserat habe das Magazin geschrieben: "Uns scheint, dass es den BeschwerdeführerInnen darum geht, eine wichtige gesellschaftliche Debatte zu verhindern und Berichterstattende, die ihren Blick auf die Problematik nicht teilen, mit dem Vorwurf der 'Transphobie' einzuschüchtern und von der Berichterstattung abzuhalten." Die Zeitschrift sei der "Ansicht, dass wir als JournalistInnen das Recht haben sollten – und auch die Pflicht haben – über Fakten zu berichten".

Presserat entschied bereits im April

Die "Emma" und ihre Herausgeberin Alice Schwarzer hatten in den letzten Monaten Angriffe auf trans Personen und ihre Rechte wie unter anderem auf Selbstbestimmung noch verschärft, in Artikeln, sozialen Netzwerken, Interviews oder Schwarzers Buch "Transsexualität: Was ist eine Frau? Was ist ein Mann? – Eine Streitschrift". Mitherausgeberin Chantal Louis verließ plakativ den LSVD, weil dieser aus "IdeologInnen" bestehe (queer.de berichtete). Der Verband hatte zuvor "neun Kritikpunkte an Alice Schwarzers gefährlichen und falschen Thesen zu 'Transsexualität'" veröffentlicht (queer.de berichtete). "Trans ist ganz sicher weder ein Hype noch eine Modeerscheinung", kommentierte auch der Grünenpolitiker Sven Lehmann, der Queer-Beauftragte der Bundesregierung (queer.de berichtete).

Auch der Artikel über die Presseratsentscheidung liest sich wie eine plakative Fortsetzung einer Kampagne – zumal die Entscheidung des Gremiums bereits Ende April fiel. Mehrere Personen, die eine Beschwerde eingereicht hatten, berichteten bereits damals darüber in sozialen Netzwerken.

Der Beschwerdeausschuss habe in dem Beitrag demnach "keinen Verstoß gegen die presseethischen Grundsätze" festgestellt. Dabei sei es darum gegangen, ob er geeignet sei, "eine diskriminierende Wirkung gegenüber Transpersonen zu entfalten". Die "einstimmige Mehrheit" der Mitglieder war laut Presserat der Auffassung, "dass der Beitrag keine pauschalen und abwertenden Äußerungen über Transpersonen enthält". Es handle sich um eine zulässige journalistische Auseinandersetzung "mit einem gesellschaftspolitisch hoch brisanten Thema, nämlich der Frage, wie Geschlecht definiert wird".

Die "Emma"-Redaktion stelle in dem Beitrag die unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Sichtweisen dar, so der Presserat. "Die Erwähnung des sozialen Outings und die Beschreibung der Geschlechtsdefinition von Tessa Ganserer in ihrer Partei und im Bundestag im Artikel ist nach Auffassung der Mitglieder zulässig, um die dadurch ausgelöste politische Debatte nachvollziehen und darstellen zu können." Für einige Leser*innen stelle dies Deadnaming dar "und sie empfinden eine diskriminierende Wirkung", so der Presserat. "Das Gremium hingegen hält die Berichterstattung für eine diskussionswürdige, aber mögliche Positionierung im Rahmen des gesellschaftlichen Diskurses, die nicht die Grenze zur Diskriminierung nach Ziffer 12 des Pressekodex überschreitet".



#1 GromitAnonym
  • 07.06.2022, 17:29h
  • Na, dann kann man den Deutschen Presserat (Gremium der freiwilligen Selbstkontrolle) also auch "abhaken" ... was für ein scheinheiliger Schei#*verein! Haben die ihren eigenen Kodex nicht gelesen (Ziffer 12 z. B.)? ... okay, retorische Frage.
    Offenbar NICHTS verstanden - sechs, setzen! (Was für ein Armutszeugnis!)
    .
    .

    Wenn ich zwischendurch viel Zeit uns Lust habe, recherchiere ich vielleicht die Gestalten, die das Gremium bilden (keiner der Namen sagt mir was) ... obwohl, ich glaube, ich will das gar nicht genauer wissen und ich ahne, was dabei rauskommen würde. (@Presserat, @EMMA: Support your local Rescue-Team - get lost!)
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#2 AtreusEhemaliges Profil
  • 07.06.2022, 17:55h
  • Ich werde nur sachlich und ohne zu werten drei Gegebenheiten gegenüberstellen, die Analyse überlasse ich den Leser*innen:

    » Am 17.02.2022 hat Betrix von Storch im Bundestag eine Rede gehalten, in der sie Tessa mit Totnamen an- und ihr die Geschlechtlichkeit abgesprochen hat. Daraufhin hat Britta Haßelmann interveniert und Karl Lauterbach hat die gemeinsame! Position der demokratischen Fraktionen hierzu wie folgt zusammengefasst: "Alle Parteien außer der AfD stellen sich gegen die menschenverachtende Rede Beatrix von Storchs von der AfD zum Weltfrauentag im Bundestag. Sie stritt der Grünen-Abgeordneten Tessa Ganserer ihre sexuelle Selbstbestimmung in beleidigender sarkastischer Art öffentlich ab. Eine Schande.

    »Alice Schwarzer, bzw. Emma spricht di Person, also Tessa, an und ihr die Geschlechtlichkeit ab.

    »
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#3 AtreusEhemaliges Profil
  • 07.06.2022, 18:34h
  • Antwort auf #2 von Atreus
  • Da war er, der echte Mausrutscher. Nochmal ab der Mitte:

    ...

    » Alice Schwarzer, bzw. Emma spricht dieselbe Person, also Tessa, ebenfalls mit Totnamen an und ihr die Geschlechtlichkeit ab.

    » Der Presserat findet das in Ordnung.
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#4 Why notAnonym
  • 07.06.2022, 18:56h
  • "Der Beschwerdeausschuss habe in dem Beitrag demnach "keinen Verstoß gegen die presseethischen Grundsätze" festgestellt. Dabei sei es darum gegangen, ob er geeignet sei, "eine diskriminierende Wirkung gegenüber Transpersonen zu entfalten". Die "einstimmige Mehrheit" der Mitglieder war laut Presserat der Auffassung, "dass der Beitrag keine pauschalen und abwertenden Äußerungen über Transpersonen enthält". Es handle sich um eine zulässige journalistische Auseinandersetzung "mit einem gesellschaftspolitisch hoch brisanten Thema, nämlich der Frage, wie Geschlecht definiert wird"."

    Kurz gesagt der Presserat hat entschieden:
    Das trans* keine Persönlichkeitsrechte haben.
    Das trans* diskriminiert werden dürfen.
    Das trans* kein schützenswerter Teil der Gesellschaft sind.
    Oder anders gesagt:
    Das es weitergehen wird bis wieder jemand stirbt.

    Danke für nichts. -.-
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#5 pfuipfuipfuiAnonym
  • 07.06.2022, 19:18h
  • Der Presserat istg eine private freiwillige Selbstkontrolle, in seinem Pleum mit, wenn ich richtig zähle, 27 Mitgliedern sind leidglich 6 Frauen, der Rest sind mehr oder wenige alte weiße Männer.

    Der Vorfall zeigt aber mMn wieder einmal, dass wir eine Verankerung der geschlechtlihcen Identität in Art. 3 GG dringend benötigen.

    www.presserat.de/plenum-traegerverein.html
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#6 LorenProfil
  • 07.06.2022, 19:52hGreifswald
  • Es würde mich mal interessieren, welche Personen diese Entscheidung einstimmig gefällt haben. Das übliche Gerede, dass sich diejenigen, die sich gegen solche Artikel wie dem im Schwarzer-Blättchen wenden, irgendwie "gefühlt" haben sollen, geht mir auf den Geist, wird doch so getan, als hätten die irgendwelche emotionale Hypersensibilitäten am Start. Sensibilität ist m.E. für ein gedeihliches Zusammenleben nötig (ein Schuss Empathie dazu schadet auch nicht) und womöglich (ich kenne mich da wissenschaftlich nicht aus) bei Menschen stärker ausgeprägt, die in ihrem Leben mehr als genug Repression und Diskriminierung erfahren haben. Eins kann man Frau Schwarzer m.E. nicht nachsagen: Dass sie hypersensibel ist, wenn es um andere geht, schon gar nicht Menschen, die sie mit ihrem Schmutz bewirft.
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#7 AberAnonym
  • 07.06.2022, 20:18h
  • falls man den letzten Satz betrachtet...
    Das ist eigentlich eine Watsche gegen EMMA.
    Und einige Menschen werden das auch genauso lesen.
    Das heißt, grob übersetzt, nichts anderes als: Minderheitsmeinung, bewegt sich (leider) im Rahmen des (noch) erlaubten, wir haben (leider) keine Möglichkeit dies zu ahnden.
    Noch deutlicher: Idioten.

    Falls man sich die ganze Mitteilung anschauen würde fände man evt. noch weitere Formulierungen welche ein scharfes Mißfallen ausdrücken. Ihr müsst hier nur an den Unterschied zwischen "Bürokratendeutsch" und "normaler" Sprache denken. Oder wie die Formulierungen bei diplomatischen Noten. Es gibt da einen alten Witz über ein Wettrennen zwischen den Regierungschefs der USA/UdssR...

    Kurz: EMMA versucht eine Ohrfeige als liebevolle Geste zu verkaufen. Leider werden manche (viele) der Position der EMMA folgen.
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#8 AberAnonym
  • 07.06.2022, 21:22h
  • es gibt noch etwas: man arbeitet sich an Tessa ab, Sie bedient perfekt ein Feindbild. Sie ist eine Projektsionsfläche durch ihr Aussehen, den Widerstand gegen das TSG, durch ihre Existenz.

    Nyke Slawik ist nicht präsent. d.h. Tessa kriegt alles ab. Bedauerlich. Bitte versteht das nicht falsch. Nyke kann keine solchen Schlagzeilen produzieren.

    Tessa "muss" da ganz stark sein. Leider. Ich wünsche ihr viel Kraft und Unterstützung. Und ich hoffe beide können etwas bewegen.
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#9 BerlinerAnonym
#10 AnnaAnonym
  • 07.06.2022, 23:01h
  • Antwort auf #9 von Berliner
  • Wenn der Großteil von denen denn überhaupt mal Feministinnen gewesen wären, die heutigen TERFs wurden (was gut dokumentiert ist) um 2010 von Ökofaschisten und Evangelikalen unterwandert.
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