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Theater
Queeres Stück von Kultregisseur Robert Wilson in Düsseldorf
Der Theater-Magier Robert Wilson inszeniert am Düsseldorfer Schauspielhaus ein Ein-Mann-Stück mit Gruselfaktor. "Dorian" mit Christian Friedel dreht sich um Dorian Gray, Oscar Wilde und Francis Bacon.

Christian Friedel in "Dorian" (Bild: Lucie Jansch)
- 8. Juni 2022, 03:02h - 2 Min.
US-Kultregisseur Robert Wilson hat ein neues bildstarkes Theaterstück in Düsseldorf inszeniert. Am Donnerstagabend feiert das Ein-Mann-Stück "Dorian" mit Christian Friedel in der Hauptrolle am Düsseldorfer Schauspielhaus Premiere. In seinem neuen Bühnenwerk vermischt der 80-jährige Wilson die Lebensgeschichte des schwulen Schriftstellers Oscar Wilde (1854-1900) mit dessen Roman "Das Bildnis des Dorian Gray" und Motiven der Kunst des ebenfalls schwulen britischen Malers Francis Bacon (1909-1992).
Das Stück bringt Wilson in Zusammenarbeit mit dem US-Autor Darryl Pickney auf die Bühne. Hauptdarsteller Christian Friedel ist aus den Serien und Filmen "Babylon Berlin", "Elser" und "Das weiße Band" bekannt sowie auch als Leadsänger der Band Woods of Birnam. In dem Solo-Stück vermischt sich der berühmte Roman, dessen Hauptfigur Dorian Gray in ewiger Jugend lebt, während an seiner Stelle sein Abbild auf einem Gemälde altert, mit den Geschichten der Malerikone Bacon und des Autors Oscar Wilde. Dorian ist alles zugleich: Maler und Modell, Dichter und Geliebter.
Wilsons dritte Inszenierung in Düsseldorf
Wilde wurde in seinen letzten Lebensjahren in der prüden viktorianischen Gesellschaft wegen seiner Liebe zu Männern verachtet. 1895 verurteilte ein Schwurgericht ihn wegen homosexueller Aktivitäten zu zwei Jahren Zuchthaus und Zwangsarbeit. Er starb 1900 im Alter von 46 Jahren verarmt in Paris.
"Dorian" ist Wilsons dritte Inszenierung in Düsseldorf. 2017 feierte er mit der Musical-Groteske "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann einen spektakulären Erfolg und inszenierte später "Das Dschungelbuch". Weitere Aufführungen von "Dorian" sind am 11., 18. und 19. Juni 2022. Im kommenden Jahr hat das Stück Premiere in Dresden.
Ausstellung in der Galerie Beck & Eggeling
Wilson ("The Black Rider") fasziniert Zuschauer*innen seit Jahrzehnten mit seinen traumhaft-gruseligen Bilderwelten und seinen bis ins Detail durchkomponierten Bühnenwerken. Zeitgleich zu den Aufführungen des "Dorian" ist in der Düsseldorfer Galerie Beck & Eggeling eine Ausstellung mit Werken von Wilson zu sehen, die im Zusammenhang mit der Inszenierung entstanden. (cw/dpa)
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