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Jugendbuch

Queere Küsse an einer christlichen Highschool

Casey McQuistons gelungener Young-Adult-Roman "I Kissed Shara Wheeler" über Teens in einem queerfeindlichen Umfeld bewegt sich zwischen geheimnisvollem Thriller und romantischer Komödie.


Symbolbild: Beim Prom küsst Shara ihre Mitschülerin Chloe (Bild: NW)

Die queere Chloe ist mit ihren beiden Müttern aus Kalifornien in eine Kleinstadt in Alabama gezogen, wo sie eine erzkonservative christliche Highschool besucht. Aushalten lässt es sich hier nur dank ihrer queeren Clique und ihren exzellenten Noten – denn Chloe ist fest entschlossen, den besten Abschluss ihres Jahrgangs zu schaffen. Ihre einzige ernstzunehmende Rivalin auf dem Weg dorthin ist Shara Wheeler, die angepasste und allseits beliebte Tochter des Schuldirektors.

Doch dann küsst Shara Chloe und verschwindet während dem Abschlussball in die Nacht. Am nächsten Tag findet Chloe einen Umschlag – und es stellt sich heraus, dass sie nicht die einzige ist, die geküsst wurde. Zusammen mit dem Quarterback Smith und dem rebellischen Rory macht sich Chloe auf die Suche nach weiteren Hinweisen, um Shara zu finden. Denn wie soll sie ihre Konkurrentin besiegen, wenn diese gar nicht da ist?

Romantik, Freundschaft und echte Charaktere


"I Kissed Shara Wheeler" ist Anfang Juni 2022 bei Knaur erschienen

Nach den Bestsellern "Royal Blue" und "One Last Stop" ist "I Kissed Shara Wheeler" (Amazon-Affiliate-Link ) der dritte Roman von Casey McQuiston. Auch dieses Mal ist der US-Autorin besonders die lebendige und witzige Dynamik zwischen den Charakteren gelungen. Das betrifft hier vor allem die Spannung zwischen den ungleichen Teenagern Chloe, Rory und Smith, die einander ohne die Suche nach Shara nie so gut kennen gelernt hätten.

Chloe ist eine Protagonistin mit Ecken und Kanten, die im Laufe der Handlung manchmal frustrierende Entscheidungen trifft. Das macht sie zu einer realistischen Identifikationsfigur. Das für Teenager so typische Ausloten von Prioritäten zwischen Schule, Freund*innen und Elternhaus, zwischen Erwartungen, Ehrgeiz und Trotz ist authentisch beschrieben.

Die "Gone Girl"-mäßige Flucht von Shara und die Versuche der beiden Antagonistinnen, die Aufmerksamkeit der anderen zu erlangen, halten die knisternde Spannung aufrecht – genauso wie weitere romantische Pairings, die sich im Laufe der Story entfalten. Da sich das Buch an ein jüngeres Publikum richtet, ist es dabei weniger sexuell explizit als McQuistons Vorgängerromane. Dennoch kommt die Romantik nicht zu kurz. Schließlich fing alles mit einem Kuss an, und der Roman kreist zwischen Prom und Highschool-Abschluss um die Auswirkungen dieses Kusses.

Mit Witz und Ernsthaftigkeit gegen Queerfeindlichkeit

Die humorvollen Dialoge und die eilende Suche nach Shara treiben den Roman in raschem Tempo voran, sodass er sich in kurzer Zeit verschlingen lässt. Damit eignet er sich perfekt als Urlaubslektüre oder als abwechslungsreiche Unterbrechung des Alltags. In dem diversen Ensemble können sich junge Queers wiederfinden, sich gesehen und wertgeschätzt fühlen.

Dabei wird die Homophobie der konservativen Kleinstadt nicht ausgeblendet. Sie ist ein zentraler Drehpunkt der Story, verkörpert durch den Schuldirektor Mr. Wheeler. McQuiston geht ehrlich und sensibel mit den negativen Auswirkungen um, die die repressive Highschool auf die Schüler*innen hat – selbst auf Chloe, die in ihrer queeren Identität gefestigt ist und von ihren Müttern viel Rückhalt erfährt. Der Fokus liegt aber darauf, wie die Teens mit diesem queerfeindlichen Umfeld umgehen – und wie sie sich zusammen mit ihren Verbündeten vielleicht sogar dagegen wehren können.

Infos zum Buch

Casey McQuiston: I Kissed Shara Wheeler. Jugendroman. 400 Seiten. Knaur. München 2022. Taschenbuch: 14,99 € (ISBN 978-3-426-52931-7). E-Book: 9,99 €

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