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Jährliche Befragung
Fünf Prozent der unter 30-jährigen US-Amerikaner*innen sind trans
Der Anteil transgeschlechtlicher Menschen an der Bevölkerung wächst. Insbesondere unter Jüngeren identifizieren sich immer mehr anders, als es in der Geburtsurkunde steht – sowohl binär, als auch nichtbinär.

Der trans Bevölkerungsanteil konzentriert sich noch bei den Jüngeren (Bild: Zackary Drucker / The Gender Spectrum Collection)
- 13. Juni 2022, 06:10h 3 Min.
Erwachsene US-Amerikaner*innen, die unter 30 Jahre alt sind, identifizieren sich zu fünf Prozent als trans – wobei binäre und nichtbinäre transgeschlechtliche Menschen mitgezählt sind. Das ergibt eine neue Zählung des Pew Research Center.
Damit sind die jüngeren US-Amerikaner*innen deutlich transgeschlechtlicher als ältere. Von denjenigen oberhalb einer Altersgrenze von 50 Jahren geben nämlich viel weniger, nur 0,3 Prozent, an, dass ihr Geschlecht sich von demjenigen unterscheidet, das sie bei Geburt zugewiesen bekommen hatten.
1,6 Prozent aller Erwachsenen trans
Zählt man alle Erwachsenen über alle Altersgruppen hinweg, liegt der transgeschlechtliche Anteil bei 1,6 Prozent. Der rapide Anstieg unter der jüngeren erwachsenen Bevölkerung erklärt sich auch durch die in den vergangenen Jahren rasant gestiegene öffentliche Anerkennung und Sichtbarkeit von Nichtbinarität. Nichtbinäre stellen in den Gruppen unterhalb von 50 Jahren teilweise deutlich die Mehrheit. Dieses Verhältnis kehrt sich nur bei den Älteren um, wo auf zwei transgeschlechtliche Männer oder Frauen je eine nichtbinäre Person kommt.
Bei den 30- bis 49-jährigen waren von 1,6 Prozent transgeschlechtlichen Personen hingegen ganze 1,3 Prozent nichtbinär und nur 0,3 Prozent binär. Bei den 18- bis 29-jährigen verstanden sich 5,1 Prozent als trans. Drei Prozent, also eine weniger deutliche Mehrheit dieser Gruppe, gab bei den Befragungen des Instituts ein nichtbinäres Geschlecht an.
Mehr US-Amerikaner*innen kennen trans Personen
Doch nicht nur die Zahl derer, die sich selber als trans verstehen, ist in der Vergangenheit gewachsen. 44 Prozent der erwachsenen US-Amerikaner*innen kennen inzwischen mindestens einen transgeschlechtlichen Mann oder eine trans Frau persönlich. Im Vorjahr hatte dieser Wert bei einer ähnlichen Befragung noch zwei Prozent darunter gelegen. 2017 kannten nur 37 Prozent eine solche Person.
Nur bei den Nichtbinären ist die Bekanntheit noch deutlich schwächer ausgeprägt als ihr Bevölkerungsanteil. Denn nur 20 Prozent der Teilnehmer*innen gaben an, eine nichtbinäre Person zu kennen.
Hier hatte sich im Vergleich zu der Befragung aus dem Vorjahr die Frage geändert und entsprechend einen geringeren Wert ergeben. 2021 hatten die Forscher*innen noch danach gefragt, ob man eine Person kenne, die ein geschlechtsneutrales Pronomen wie "they/them" nutze. Das hatten im vergangenen Jahr ganze 26 Prozent bejaht (queer.de berichtete). Offenbar konnte davon ein gewisser Anteil jedoch die Nutzung solcher Pronomen nicht mit einer nichtbinären Geschlechtsidentität in Verbindung bringen.
Insgesamt sinkt der Anteil derjenigen, die transgeschlechtliche Mitbürger*innen kennen, je älter die Befragten sind. Kannten von denen unter 30 Jahren mit 52 Prozent mehr als die Hälfte der US-Amerikaner*innen eine binär-transgeschlechtliche Person, gaben das nur 33 Prozent der Über-65-Jährigen an.
Das Ausmaß, in dem Menschen persönliche Erfahrungen mit Angehörigen von Minderheitengruppen machen, gilt in der Forschung als wichtiger Faktor beim Abbau von Vorurteilen, Diskriminierung und Ausgrenzung. (jk)















