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"In sehr schwierige Lage gebracht"

Zeitung setzte Rebel Wilson vor Coming-out unter Druck

Der "Sydney Morning Herald" wusste nach eigenen Angaben über die Beziehung der australischen Schauspielerin zu einer anderen Frau Bescheid und gab ihr zwei Tage Zeit für eine Stellungnahme.


Rebel Wilson im Film "Senior Year" (Bild: Boris Martin / Netflix)

Die australische Schauspielerin Rebel Wilson ist nach eigenen Angaben vor ihrem Coming-out von einer Zeitung in eine "sehr schwierige Situation" gebracht worden. Sie habe mit dem Öffentlichmachen ihrer Beziehung mit einer Frau am Freitag versucht, die "Situation mit Anstand zu meistern", schrieb Wilson am Sonntag auf Twitter. Am Samstag hatte der "Sydney Morning Herald" berichtet, über die Beziehung Bescheid gewusst und Wilson zwei Tage Zeit für eine Stellungnahme gegeben zu haben.

Twitter / RebelWilson
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"Großer Fehler. Wilson entschied sich dafür, die Geschichte zu verdrehen und postete am frühen Freitagmorgen auf Instagram über ihre neue 'Disney-Prinzessin'", schrieb Klatschkolumnist Andrew Hornery in einem am Samstag veröffentlichten Artikel. Aktivist*innen und Fans warfen der Zeitung daraufhin vor, Wilson – die bis dahin ihre sexuelle Orientierung öffentlich nicht bekanntgegeben hatte – zum Coming-out gezwungen zu haben.

"Sydney Morning Herald" räumt Fehler ein

Die Zeitung bestritt zunächst, Wilson unter Druck gesetzt zu haben, und erklärte, sie habe "mit einem Übermaß an Vorsicht und Respekt" Fragen zu Wilsons Beziehung gestellt. Herausgeber Bevan Shields erklärte: "Wir hätten die gleichen Fragen gestellt, wenn Wilsons neuer Partner ein Mann gewesen wäre."

Am Montag entschuldigte sich die Zeitung schließlich und nahm den Artikel von ihrer Website. Hornery räumte einen "falschen Umgang" des Blatts mit Wilsons sexueller Orientierung ein. Er "bedauere zutiefst, dass Rebel dies hart gefunden hat", schrieb der Journalist. "Das war niemals meine Absicht." Die Übermittlung der Fragen an Wilson zu ihrer Beziehung "war in keinstem Sinne als Drohung gemeint", beteuerte Hornery. Die Zeitung habe "Schritte in unserer Herangehensweise falsch vorgenommen".

Rebel Wilson ist u.a. aus der Filmreihe "Pitch Perfect" bekannt, zuletzt spielte sie die Hauptrolle in der Netflix-Produktion "Senior Year". Ihre Beziehung mit der Modedesignerin Ramona Agruma hatte sie am Freitag auf Instagram öffentlich gemacht (queer.de berichtete). (cw/AFP)



#1 EichhörnchenAnonym
  • 13.06.2022, 09:38h
  • Ah, Wilson hat den Wowereit gemacht: kein echtes Coming-out, sondern nur Vermeidung von Schlimmerem.
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#2 Nicht dein ErnstAnonym
  • 13.06.2022, 10:36h
  • Antwort auf #1 von Eichhörnchen
  • Genau, Täter-Opfer-Umkehr macht ja Spaß. Ich weiß nicht, ob dir bekannt ist, dass ein Coming Out immer eine freiwillige Entscheidung sein sollte. Es gibt keine Verpflichtung, denn nicht jede:r möchte es (oder kann) ohne Konsequenzen öffentlich machen. Kritik sollte bei jedem ethisch und empathisch nicht herausgeforderten Menschen also Richtung Zeitung gehen, nicht Richtung Opfer.

    Wenn sie jetzt also, wie du so pejorativ betonst, "Schlimmeres vermeidet", dann ist das kein "Fehler" von ihr, sondern zeigt nur, wie verabscheuenswert diese f*ck "Gesellschaft" immer noch ist (und gerade noch widerlicher wird), wenn eine eigentlich egal Information nach wie vor als Druckmittel in heteronormativen Machtspielchen missbraucht werden kann (und da gern im Anschluss kommt: "Ach, egal ist das - na, dann frage ich mich, warum man permanent anderen Leuten seine Sexualität auf die Nase binden muss!!!!!": Es sollte egal - in einer idealen Welt. Nur: Solange genau solche Dinge geschehen, wie im Artikel beschrieben, sind wir Äonen entfernt von auch nur ansatzweiser Normalität - deshalb sind freiwillige(!) Coming Outs auch und insbesondere von Personen in der Öffentlichkeit nötig, um zu zeigen, dass mensch nicht allein, "unnormal" oder "vom Teufel besessen" ist, wie es gewisse Kreis sehr laut und leider viel zu oft ohne Widerspruch und ohne Konsequenzen in die "Gesellschaft" kotzen).
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#3 LorenProfil
  • 13.06.2022, 14:08hGreifswald
  • Mein Eindruck ist, dass das Einräumen von "Fehlern" mittlerweile inflationär unterwegs ist. Auch wenn Leute mit voller Absicht als Geisterfahrer*innen unterwegs sind, waren es hinterher "Fehler", die man auf Druck dann zugibt - und alles ist wieder gut (Warum muss ich gerade an die hiesige Ministerpräsidentin Schwesig mit ihren Tricks und Täuschungen bei ihrer "Klimastiftung" denken oder den hiesigen Bundestagsabgeordneten Amthor, der sich die Taschen voll gemacht hat für seine Lobbyarbeit?). Als hätte man es mit Kleinkindern zu tun, die ihre ersten Schritte in die große weite Welt machen. No way!
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#4 ZuinAnonym
#5 Ana NymAnonym
  • 13.06.2022, 22:23h
  • Antwort auf #2 von Nicht dein Ernst
  • Als Rosa v. Praunheim Mr. Biolek und Mr. Kerkeling (fremd)geoutet hatte, lief die Diskussion schließlich in Richtung: sie sind Menschen des öffentlichen Lebens und deshalb sei dieses Outen soweit okay.
    In der Zeit war ein Outen noch viel brisanter und gegebenenfalls schädlich für deren Karriere.
    Btw. Eine Stellungnahmen wird oft auch in anderen Zusammenhängen (ein)gefordert.
    Ich sehe soweit ich das aus dem Artikel lesen kann keine Hetze gegen uns.
    Generell ist so ein unter Druck setzen nicht okay,
    Wie dem auch sei, freue ich mich für die beiden ... Ein schöners Paar ...
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