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"Und plötzlich geben alle ihren Senf dazu"
Gabalier führt Homophobie-Vorwürfe auf seinen Erfolg zurück
Andreas Gabalier beteuert, dass es ihm egal sei, "wer wen liebt". Er äußerte sich auch zu seinem Verhältnis mit Xavier Naidoo.

Andreas Gabalier will nicht mehr homophob sein (Bild: Chris Heidrich)
- 13. Juni 2022, 09:27h 2 Min.
Schlagersänger Andreas Gabalier hat im Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" betont, dass er nichts gegen Schwule und Lesben habe. "Es bedrückt mich seit Jahren", erklärte der 37-jährige selbsternannte Volks-Rock'n-Roller.
Für die Vorwürfe lieferte er eine Erklärung: "Dieses Thema ist ja auch nur so groß geworden, weil ich solche Massen erreicht habe. Als kleiner Musikant, der in einem Jazzkeller spielt und das erzählt hätte, wäre man nie auf solche Interpretationen gekommen", erklärte Gabalier. "Das waren ja Fetzen, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Und plötzlich geben alle ihren Senf dazu. Das hat mir weh getan. Mir ist es wirklich egal, wer wen liebt." Diese Anschuldigungen habe er mit dem im letzten Jahr veröffentlichten Song "Liebesleben" entgegentreten wollen, in dem der Österreicher Homophobie verurteilt (queer.de berichtete).
Die Vorwürfe waren aufgekommen, weil der Sänger 2015 gesagt hatte, dass er als Heterosexueller diskriminiert werde ("Man hat's nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl noch auf ein Weiberl steht"). Später beklagte er, dass es zu viele "schmusende Männlein" in Zeitungen und auf Plakaten gebe. Er forderte Schwule und Lesben auch "aus Respekt unseren kleinen Kindern gegenüber" auf, sich in der Öffentlichkeit zurückzuhalten. "Diese Sexualität" müsse man "nicht ganz so breit in der Öffentlichkeit austreten", sagte er in einem Interview. Zu diesem Zeitpunkt gab es sowohl in Österreich als auch in Deutschland noch ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben.
Gabalier über Naidoo: "Mir tut es leid für ihn"
In dem Interview äußerte sich Gabalier auch zu seinem Verhältnis mit Xavier Naidoo und äußerte Unverständnis über dessen Äußerungen. "Ich weiß auch nicht, was ihn zu manchen Äußerungen bewegt hat. Mir tut es leid für ihn, weil er die Nummer-1-Soulstimme in Deutschland war", so Gabalier. Gleichzeitig griff er die Kritiker*innen an: "Mir wird heute generell zu schnell verurteilt. So wird das Miteinanderauskommen in Zukunft nicht leichter. Auch Medien stürzen sich gerne auf das Negative."

Xavier Naidoo wurde wegen seiner Äußerungen 2020 als Juror bei "Deutschland sucht den Superstar" rausgeschmissen (Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius)
Naidoo hatte erst im April ebenfalls Homophobie-Vorwürfe zurückgewiesen (queer.de berichtete). Der Mannheimer hatte auch jahrelang mit teils rechtsextremistischen Thesen für Aufregung gesorgt und musste es nach einer Gerichtsentscheidung hinnehmen, als "Antisemit" bezeichnet zu werden (queer.de berichtete). Gabalier hatte vor einigen Jahren den Song "A Meinung haben" mit Naidoo aufgenommen, in dem er mit der Gegenwart haderte ("Neue Zeit, neues Land / Wo führt des hin?"). (dk)















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