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Franziskus pfeift Bischöfe zurück

Papst kritisiert Synodalen Weg der deutschen Kirche scharf

Mit dem Synodalen Weg wollen katholische Reformer*innen unter anderem queere Menschen in der Kirche willkommen heißen. Der Papst hält offenbar wenig davon.


Der Papst hält offenbar daran fest, dass Homosexuelle nur gute Christinnen und Christen sein können, wenn sie ihre sexuelle Identität nicht ausleben (Bild: ashwinv11 / unsplash)

Papst Franziskus hat sich unverhohlen kritisch zum Reformprozess in der deutschen katholischen Kirche, dem Synodalen Weg, geäußert. "In Deutschland gibt es eine sehr gute evangelische Kirche. Wir brauchen nicht zwei davon", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem Interview mit der Jesuiten-Zeitschrift "La Civiltà Cattolica" (Dienstagsausgabe). Das habe er auch dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, so gesagt.

Die angestrebten Reformen in der deutschen Kirche wie Frauen in geistlichen Ämtern oder Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren werden im Vatikan teils heftig kritisiert. Hintergrund ist, dass der Vatikan das gegen Homosexuelle gerichtete Segnungsverbot erst letztes Jahr bekräftigt hatte (queer.de berichtete).

"Das Problem entsteht, wenn der Synodale Weg von den intellektuellen und theologischen Eliten entspringt und von viel durch Druck von außen beeinflusst wird", sagte Franziskus. Es gebe einige Bistümer, in denen der Synodale Weg langsam mit den Gläubigen, also dem Kirchenvolk, entwickelt werde. Diese sehr behutsame Art des Vorgehens findet offenbar eher die Zustimmung des 85 Jahre alten Argentiniers.

Franziskus verwies außerdem auf einen früheren Brief, in dem er sich zum Synodalen Weg der deutschen Katholik*innen geäußert hatte. Er habe einen Monat für den Brief gebraucht und ihn bewusst ohne Beteiligung der Kurie – der vatikanischen Zentralverwaltung – abgefasst, sagte er. Das Schreiben war allerdings so blumig und mehrdeutig formuliert gewesen, dass sich seitdem sowohl Befürworter*innen als auch Gegner*innen der Reformen darauf berufen.

Papst äußert sich zu Woelki

Franziskus ging in dem Interview auch auf den extrem queerfeindlichen Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki ein, der wegen seines Umgangs mit dem Missbrauchsskandal in der Kirche in Kritik stand. Er sagte: "Als die Situation sehr turbulent war, habe ich den Erzbischof gebeten, sechs Monate wegzugehen, so dass sich die Dinge beruhigen konnten und ich klarer sehen konnte." Die Formulierung wird als interessant angesehen, weil Woelki behauptet hatte, die Auszeit wäre seine eigene Idee gewesen.

Franziskus sagte weiter: "Als er zurückkam, habe ich ihn gebeten, ein Rücktrittsgesuch zu schreiben. Er hat das getan und es mir gegeben. Und er hat der Diözese einen Entschuldigungsbrief geschrieben. Ich habe ihn im Amt belassen, um zu sehen, was geschehen würde, aber ich habe sein Rücktrittsgesuch in der Hand."

Die Entscheidung darüber, ob er das Gesuch annimmt, kann aber offenbar noch dauern: "Was gerade passiert, ist, dass es viele Gruppen gibt, die Druck machen, und unter Druck ist es nicht möglich, zu urteilen." Deshalb wolle er erst entscheiden, wenn sich der Druck gelegt habe. Es gebe im Erzbistum Köln zudem auch eine "wirtschaftliche Frage", und in diesem Zusammenhang erwäge er die Entsendung eines finanziellen Teams. Was genau der Papst damit meint, blieb unklar. (dpa/dk)



51 Kommentare

#1 Nicht möglichAnonym
  • 14.06.2022, 17:28h
  • Da eigentlich jedes Wort zu diesem menschenfeindlichen Hansel zu viel ist, zitiere ich nur den großen Philosophen Louis Germain David de Funès de Galarza:
    Nein.
    Doch!
    Oooh!
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#2 TimonAnonym
#3 RemoAnonym
  • 14.06.2022, 19:12h
  • Es sind nicht "nur" die theologischen und intellektuellen Eliten, die den synodalen Weg bestimmen. Wobei es mehr auch problematisch ist, wenn eine Organisation Angst vor ihren eigenen Vordenkern hat.

    Aber auch das "Kirchenvolk" in Deutschland übt Druck aus, bzw. meidet die Kirche zunehmend, wenn es merkt, dass die eigene Lebenswirklichkeit in der Kirche keinen Platz hat.

    Für queere Menschen und Menschen, die nachdenken und reflektieren hat die katholische Kirche derzeit weder intellektuell noch emotional viel zu bieten, fürchte ich.
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#4 stephan
  • 14.06.2022, 19:16h
  • Antwort auf #2 von Timon
  • Austreten, natürlich ... bin ich schon seit langer Zeit! Keine Frage! Aber als ehemaliger Benediktinermönch glaube ich den Laden noch recht gut zu kennen und diesmal könnte es für die römische Kirche in Deutschland tatsächlich das Ende bedeuten, zumindest als Volkskirche. Ich glaube nicht, dass sich die verzweifelten, hoffenden Teile dieser Organisation mit einem 'Weiter so!' abfinden werden. Es wird noch einmal einen massiven Einbruch geben!
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#5 FliegenAnonym
#6 mmmmAnonym
#7 PeerAnonym
  • 14.06.2022, 20:16h
  • Zur längst überfälligen Entlassung Woelkis:
    "Deshalb wolle er erst entscheiden, wenn sich der Druck gelegt habe."

    Bei dem, was Woelki zu verantworten hat, einfach mal das Ganze aussitzen zu wollen, zeigt nur wieder mal, wie weltfremd und arrogant dieser Verein ist.

    Genau dieses "Naja, warten wir mal ab, wie es sich entwickelt" ist für viel Leid verantwortlich, dass die Kirche verursacht hat.
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#8 SchonProfil
  • 14.06.2022, 20:49hFürth
  • Also ich hatte als Dorfpfarrer auch einen Hassprediger und ich habe als Kind schon gemerkt, dass das was dieses "Werkzeug Gottes" offensichtlich defekt ist und nun in eigener Sache predigt.
    Das hat mir geholfen, zum frühest möglichen Zeitpunkt ohne Reuhe auszutreten. In so fern hat mir der Typ geholfen, die richtige Entscheidung zu treffen.
    Nun hoffe ich, dass durch diesen verblendeten Papst Menschen die richtige Entscheidung treffen.
    Hass ist keine Meinung und Hassprediger sind keine Gottesmänner.

    Für die Gläubigen:
    Hätte Dein Gott gewollt, dass Du auswärts denken lässt, hätte er Dir kein Gehirn gegeben.
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#9 AceandproudAnonym
  • 14.06.2022, 21:09h
  • Hat eigentlich schon mal jemand von euch, die ihr immer so vehement den Kirchenaustrit fordert, was das für persönliche Verluste für die Menschen die austreten würden mit sich bringt ?
    Besagte mit Menschen würden mit den Austritt eine Community verlieren, die ihnen halt gibt.
    Würdet ihr jeden Menschen der aus der Kirche austritt mit offenen Armen empfangen ?
    Ihr/Ihm*die Geborgenheit und Sicherheit bieten die sie/er* in der Kirche hatte?

    Ich bin als Frau in der kath. Kirche aufgewachsen in SH, war immer in der Minderheit und wurde für meine religiöse Zugehörigkeit verspottet.

    Mir hat die Kirche viel gegeben:
    -Trost, Kraft und Zuversicht
    -Bildung
    - Die Möglichkeit mich in einer Gemeinschaft zu engagieren
    - Eine Reise nach Rom, die mir sonst verwehrt geblieben wäre
    - Ein Wohnheim in dem ich zu einem fairen Leben kann

    Ja die kath Kirche hat viele nicht zu leugnede Fehler, doch sie befindet sich im Wandel und zwar in die richtige Richtung.

    Wer nicht die Geduld aufbringen möchte oder kann , braucht dies nicht zu tun , doch bitte lasst doch zu das andere dies tun ohne sie zu verurteilen.

    Die kath Kirche ist mir als Community immer noch näher als die LBTQ* weil mich zweiter aufgrund meiner Sexualität immer noch ausgrenzt obwohl ich eigentlich dazu gehören sollte.
    Ich bleibe schon allein deswegen in der katholischen Kirche weil ich später katholisch beerdigt werden möchte.
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#10 FennekAnonym
  • 14.06.2022, 21:16h
  • Das übliche Hin und Her der Kirche...

    Dann werden vorsichtig minimale Fortschritte in Aussicht gestellt, dann wieder doch nicht, dann wieder wohl, dann wieder nicht, etc. etc. etc.

    Aber jeder weiß: letztlich ändert sich am Ende GAR NICHTS.

    Wer sich von denen weiter hinhalten und verarschen lässt, vergeudet nur seine Zeit.
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