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Franziskus pfeift Bischöfe zurück

Papst kritisiert Synodalen Weg der deutschen Kirche scharf

Mit dem Synodalen Weg wollen katholische Reformer*innen unter anderem queere Menschen in der Kirche willkommen heißen. Der Papst hält offenbar wenig davon.


Der Papst hält offenbar daran fest, dass Homo­sexuelle nur gute Christinnen und Christen sein können, wenn sie ihre sexuelle Identität nicht ausleben (Bild: ashwinv11 / unsplash)

  • 14. Juni 2022, 13:35h 51 3 Min.

Papst Franziskus hat sich unverhohlen kritisch zum Reformprozess in der deutschen katholischen Kirche, dem Synodalen Weg, geäußert. "In Deutschland gibt es eine sehr gute evangelische Kirche. Wir brauchen nicht zwei davon", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem Interview mit der Jesuiten-Zeitschrift "La Civiltà Cattolica" (Dienstagsausgabe). Das habe er auch dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, so gesagt.

Die angestrebten Reformen in der deutschen Kirche wie Frauen in geistlichen Ämtern oder Segnung von gleich­geschlechtlichen Paaren werden im Vatikan teils heftig kritisiert. Hintergrund ist, dass der Vatikan das gegen Homo­sexuelle gerichtete Segnungsverbot erst letztes Jahr bekräftigt hatte (queer.de berichtete).

"Das Problem entsteht, wenn der Synodale Weg von den intellektuellen und theologischen Eliten entspringt und von viel durch Druck von außen beeinflusst wird", sagte Franziskus. Es gebe einige Bistümer, in denen der Synodale Weg langsam mit den Gläubigen, also dem Kirchenvolk, entwickelt werde. Diese sehr behutsame Art des Vorgehens findet offenbar eher die Zustimmung des 85 Jahre alten Argentiniers.

Franziskus verwies außerdem auf einen früheren Brief, in dem er sich zum Synodalen Weg der deutschen Katholik*­innen geäußert hatte. Er habe einen Monat für den Brief gebraucht und ihn bewusst ohne Beteiligung der Kurie – der vatikanischen Zentralverwaltung – abgefasst, sagte er. Das Schreiben war allerdings so blumig und mehrdeutig formuliert gewesen, dass sich seitdem sowohl Befürworter*­innen als auch Gegner*­innen der Reformen darauf berufen.

Papst äußert sich zu Woelki

Franziskus ging in dem Interview auch auf den extrem queerfeindlichen Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki ein, der wegen seines Umgangs mit dem Missbrauchsskandal in der Kirche in Kritik stand. Er sagte: "Als die Situation sehr turbulent war, habe ich den Erzbischof gebeten, sechs Monate wegzugehen, so dass sich die Dinge beruhigen konnten und ich klarer sehen konnte." Die Formulierung wird als interessant angesehen, weil Woelki behauptet hatte, die Auszeit wäre seine eigene Idee gewesen.

Franziskus sagte weiter: "Als er zurückkam, habe ich ihn gebeten, ein Rücktrittsgesuch zu schreiben. Er hat das getan und es mir gegeben. Und er hat der Diözese einen Entschuldigungsbrief geschrieben. Ich habe ihn im Amt belassen, um zu sehen, was geschehen würde, aber ich habe sein Rücktrittsgesuch in der Hand."

Die Entscheidung darüber, ob er das Gesuch annimmt, kann aber offenbar noch dauern: "Was gerade passiert, ist, dass es viele Gruppen gibt, die Druck machen, und unter Druck ist es nicht möglich, zu urteilen." Deshalb wolle er erst entscheiden, wenn sich der Druck gelegt habe. Es gebe im Erzbistum Köln zudem auch eine "wirtschaftliche Frage", und in diesem Zusammenhang erwäge er die Entsendung eines finanziellen Teams. Was genau der Papst damit meint, blieb unklar. (dpa/dk)

-w-

#1 Nicht möglichAnonym
  • 14.06.2022, 17:28h
  • Da eigentlich jedes Wort zu diesem menschenfeindlichen Hansel zu viel ist, zitiere ich nur den großen Philosophen Louis Germain David de Funès de Galarza:
    Nein.
    Doch!
    Oooh!
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#2 TimonAnonym
  • 14.06.2022, 17:44h
  • Die Kirche wird sich niemals ändern. Da hilft nur Austreten.
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#3 RemoAnonym
  • 14.06.2022, 19:12h
  • Es sind nicht "nur" die theologischen und intellektuellen Eliten, die den synodalen Weg bestimmen. Wobei es mehr auch problematisch ist, wenn eine Organisation Angst vor ihren eigenen Vordenkern hat.

    Aber auch das "Kirchenvolk" in Deutschland übt Druck aus, bzw. meidet die Kirche zunehmend, wenn es merkt, dass die eigene Lebenswirklichkeit in der Kirche keinen Platz hat.

    Für queere Menschen und Menschen, die nachdenken und reflektieren hat die katholische Kirche derzeit weder intellektuell noch emotional viel zu bieten, fürchte ich.
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