Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?42326

Nach Fan-Protesten

Homophobie-Vorwürfe: Werder Bremen überprüft Unterstützung von Stiftung

Der Bundesligist engagiert sich ausgerechnet für eine Hilfsorganisation, die von einer homophoben Kirche betrieben wird.


Der Bremer Fußballverein will die Zusammenarbeit mit der ICF-Freikirche prüfen (Bild: SV Werder Bremen)
  • 15. Juni 2022, 12:08h 10 2 Min.

Der Sportverein Werder Bremen hat am Dienstag auf Twitter angekündigt, seine Unterstützung der Hilfsorganisation "ICF Cambodia" zu überprüfen. Hintergrund waren Hinweise von Fans, dass die unterstützte Stiftung von der in Zürich gegründeten Freikirche "International Christian Fellowship" betrieben wird, die als queer­feindlich gilt.

Ein Twitter-Nutzer teilte etwa die Aussage eines ICF-Pastors, der erklärt hatte: "Wir trauen keine gleich­geschlechtlich empfindenden Menschen. Die Ehe ist ein Privileg für Mann und Frau." Dazu fragte er den Verein: "Seid ihr doof? Wie passt das denn mit unseren Werten zusammen?" Werder Bremen antwortete daraufhin auf seiner offiziellen Twitter-Seite: "Wir nehmen eure aufmerksame Kritik sehr ernst und gehen kurzfristig auf die Florian Wellmann Stiftung zu, um das zu prüfen."

/ werderbremen
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Werder-Sponsor Florian Wellmann hatte das Projekt "ICF Cambodia" letzte Woche laut der Fanseite "Deichstube" im Weserstadion vor 200 Personen vorgestellt. Unter den Gästen waren auch die früheren Werder-Stars Ailton und Tim Wiese. Dazu erklärte der Immobilienverkäufer: "Wir haben nun schon 194.000 Euro für das Projekt eingesammelt." Er selbst habe das Projekt der Freikirche in Kambodscha besucht.

Werder Bremen bestätigte, dass Spenden an den Verein seien zwar eingesammelt worden seien. Bislang habe man das Geld aber noch nicht überwiesen.

Der SV Werder Bremen, dessen erste Fußballmannschaft in der vergangenen Saison wieder in die erste Fußball-Bundesliga aufgestiegen ist, gilt als queerfreundlicher Verein. Der Club gehörte 2013 zu den Erstunterzeichnern der "Berliner Erklärung: Gemeinsam gegen Homophobie. Für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz im Sport" (queer.de berichtete). Seit Jahren wird der queere Fanclub Green Hot Spots offen unterstützt. Auf der vereinseigenen Website heißt es etwa: "Der SV Werder Bremen spricht sich für Toleranz, Weltoffenheit und eine bunte Gesellschaft aus."

Demgegenüber gibt es schon länger Kritik an der fundamentalistischen Ausrichtung der 1996 entstandenen "International Christian Fellowship", die insbesondere unter jungen Menschen wirbt. 2013 warnte die Homosexuelle Arbeitsgruppen Basel etwa davor, dass die ICF ein Jugendkulturfestival unterwandere (queer.de berichtete). Die Arbeitsgruppe wies damals darauf hin, dass die Kirche Homosexualität als "Fehlentwicklung" ansehe, die es zu "heilen" gelte. Schwule und Lesben bräuchten demnach Hilfe, schließlich habe "Gott Adam und Eva und nicht Adam und Otto erschaffen" (ICF-Zitat). (dk)

-w-

#1 LorenEhemaliges Profil
  • 15.06.2022, 14:35h
  • Augen auf bei der Wahl eines Sponsors (wobei man natürlich nicht unbedingt in Erfahrung bringen kann, wie einer hinter der lächelnden Fassade tickt, wenn er sich ansonsten öffentlich in Diskretion übt). Ich mag den Verein und wäre äußerst verärgert, wenn Geld am Ende auch für diesen Verein wichtiger wäre als humanitäre Werte.
  • Direktlink »
#2 Pride
  • 15.06.2022, 14:37h...
  • Ein "queerfreundlicher" Verein reiht sich in Bremer Ahnungslosigkeit ein. Die Bremer evangelische Kirche sieht keinen Grund für eine sofortige Kündigung Latzels. Und das Landgericht will bei dem Latzel einfach keine Volksverhetzung erkennen können.
  • Direktlink »
#3 KopfschüttelAnonym