Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?42327

Kabinettsbeschluss

Ferda Ataman soll Chefin der Antidiskriminierungsstelle werden

Nach vier Jahren wird der Leitungsposten der 2006 gegründeten Antidiskriminierungsstelle nun wohl endlich wieder besetzt.


Ferda Ataman wird wohl bald die oberste Diskriminierungsschützerin in Deutschland (Bild: Heinrich-Böll-Stiftung / wikipedia)

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch beschlossen, die Journalistin und Politologin Ferda Ataman als neue Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) zu nominieren. Sie muss nun von der Mehrheit des Bundestags in diesem Posten bestätigt werden.

Die 43-Jährige aus Berlin setze sich "seit vielen Jahren beruflich und ehrenamtlich für mehr Vielfalt und gegen Diskriminierung ein", teilte das Bundesfamilienministerium mit. Bereits seit 2020 ist Ataman stellvertretendes Mitglied des ADS-Beirats.

Twitter / FerdaAtaman
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

"Ich bin sehr froh, dass wir Ferda Ataman gewinnen konnten", erklärte Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) gegenüber der "taz". "Sie engagiert sich seit vielen Jahren für eine offene Gesellschaft, bringt Durchsetzungsfähigkeit mit und wird sich als Leiterin der Antidiskriminierungsstelle mit ganzem Herzen authentisch und überzeugend gegen jegliche Form von Diskriminierung einsetzen."

Ataman setzt sich seit Jahren in verschiedenen Positionen für Gleichbehandlung ein. Dabei sorgte sich auch für Kontroversen: 2018 kritisierte sie etwa in einer Publikation der Amadeu-Antonio-Stiftung die Errichtung des Bundesheimatministerium als vorrangig "Symbolpolitik für potenzielle rechte Wähler". Heimatminister Horst Seehofer (CSU) sagte daraufhin seine Teilnahme am Integrationsgipfel ab. Ataman arbeitete auch für die grünennahme Heinrich-Böll-Stiftung und wurde dieses Jahr von den Berliner Grünen zur Wahlfrau bei der Bundespräsidentenwahl nominiert. Dennoch übte sie auch Kritik an der Partei: 2019 sagte sie etwa laut "taz", das neue grüne Grundsatzprogramm lese sich "wie das Programm einer weißen Partei, die Ausländer mag".

Das Amt der Leiterin der Antidiskriminierungsstelle war wegen Klagen einer Mitbewerberin vier Jahre lang unbesetzt. Die letzte reguläre ADS-Chefin war die hochangesehene Pädagogin Christine Lüders, die 2018 ihren Hut nahm (queer.de berichtete). Seither wird die 2006 mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz eingerichtete Stelle kommissarisch von Bernhard Franke geleitet.

Die Ampel-Koalition änderte erst im April gegen die Stimmen von Union und AfD die Richtlinien für die Besetzung des Postens (queer.de berichtete). Der Leiter oder die Leiterin wird daher anders als bisher direkt vom Bundestag gewählt.

Aufgabe der ADS ist der Schutz vor Diskriminierung von Personen aufgrund ethnischer Herkunft, des Geschlechts (inklusive Geschlechtsidentität), der Religion/Weltanschauung, der Behinderung, des Lebensalters oder der sexuellen Identität. (dk)



#1 PrideProfil
  • 15.06.2022, 15:46h...
  • Hoffentlich macht sie denn nun an der richtigen Stelle den Mund auf und nicht an der Kritik der Errichtung eines "Heimatministeriums".
  • Antworten » | Direktlink »
#2 swimniAnonym
#3 NanuNanaAnonym
  • 22.06.2022, 09:25h
  • wenn man Ferda Ataman und Queer googelt ("Ferda Ataman +queer" bzw. "Ferda Ataman +LGBT"), dann liefert Google genau zwei Ergebnisse : einen Link zu diesem Artikel und noch einen weiteren.

    Da wissen wir Queers, was wir im LGBT Schlusslicht Deutschland mit ihr zu erwarten haben.

    Auch in ihrem Twitter Profil ist ausser einem Retweet des LSVD zum Jahrestag des Pulse Massakers nix zu finden. Kein Pride Month, nichts, null, niente, nada.
  • Antworten » | Direktlink »