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Erster Hollywood-Film zum Thema Aids

Tom Hanks: Würde schwule Rolle heute nicht mehr spielen

"Könnte ein Heterosexueller das, was ich in 'Philadelphia' gemacht habe, heute tun? Nein, und das zu Recht", sagte der 65-jährige Schauspieler in einem Interview mit dem "New York Times Magazine".


Tom Hanks in "Philadelphia" (Bild: Sony Pictures Home Entertainment)

Hollywood-Star Tom Hanks würde die schwule Rolle in dem Film-Drama "Philadelphia" heute nicht mehr spielen. "Könnte ein Heterosexueller das, was ich in 'Philadelphia' gemacht habe, heute tun? Nein, und das zu Recht", sagte der 65-Jährige dem "New York Times Magazine".

Als Meilenstein gefeiert, der sich durch emotionalen Tiefgang und außergewöhnliche Schauspielkunst auszeichnet, zeigt "Philadelphia" Tom Hanks und Denzel Washington in den Hauptrollen als die beiden Rechtsanwälte Andrew Beckett und Joe Miller, die sich zusammenschließen, um eine renommierte Anwaltskanzlei wegen Diskriminierung zu verklagen – Beckett war wegen seiner HIV-Infektion und seiner Homosexualität gefeuert worden. Aus dem ungleichen Duo werden Freunde, deren Mut über die Vorurteile und Bestechlichkeit ihrer einflussreichen Gegner siegt.

Hanks erhielt Oscar als bester Hauptdarsteller

"Philadelphia" war im Jahr 1993 die erste große Hollywood-Produktion, die sich kritisch mit dem gesellschaftlichen Umgang mit Opfern der Immunschwächekrankheit und der schwulen Community auseinandersetzte – zu einem Zeitpunkt, als schon 220.000 Menschen in den USA an den Folgen von Aids gestorben waren. Die Premiere des Films wurde von zahlreichen Protesten christlicher Gruppen begleitet, die eine positive Darstellung von Homosexualität anprangerten. Hanks wurde 1994 für seine Rolle mit einem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

"Ich glaube nicht, dass die Leute die fehlende Authentizität eines Heteros, der einen Schwulen spielt, akzeptieren würden", sagte Hanks im Gespräch mit dem "New York Times Magazine". "Es ist kein Verbrechen, kein Buh-Ruf, wenn jemand sagt, dass wir mehr von einem Film verlangen in der modernen Welt der Authentizität." (cw/dpa)

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Queere TV-Tipps
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#1 LothiAnonym
  • 16.06.2022, 10:59h
  • Eine ehrliche und sehr wichtige Antwort hat Tom Hanks da geäußert. Obwohl ich ihm jederzeit zutrauen würde in fast jede Rolle zu schlüpfen die ihm angeboten wird.
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#2 luomo
  • 16.06.2022, 11:25hBielefeld
  • Antwort auf #1 von Lothi
  • So ein Unsinn. Bei der Auswahl der Schauspieler sollte auf das Talent, und nicht auf die Sexualität geachtet werden. Selbst bei Liebesszenen ist es völlig egal, wer was spielt, solange die Figur glaubwürdig verkörpert wird. Im Alltag sieht man ja auch nicht jedem gleich seine Orientierung oder Vorlieben an.
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#3 PiakAnonym
  • 16.06.2022, 11:44h
  • Die Aussage von Hanks ist in Anbetracht seiner Leistung in dem Film ein schönes Beispiel für die Perversion und den Irrsinn, in die wir mit dem Authentizitätsfimmel geraten sind. Das Genre der Laiendarstellerfilme sollte eigentlich für solche Zwecke ausreichen, von Schauspielern erwarte ich mehr und anderes. Die ganze Debatte ist so absurd. Nach Hanks Logik dürfen Junkies auch nur von Junkies gespielt werden.
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