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Prozess in London
Kevin Spacey bleibt auf freiem Fuß
Der US-Schauspieler steht in London wegen sexueller Übergriffe gegen drei Männer vor Gericht. Am Donnerstag hat er die Vorwürfe über seinen Anwalt zurückweisen lassen. In Haft muss er vorerst nicht.

Kevin Spacey, hier als machthungriger Politiker Francis "Frank" Underwood in der Netflix-Serie "House of Cards", muss am 14. Juli wieder vor Gericht erscheinen. (Bild: Netflix)
- 16. Juni 2022, 15:20h - 3 Min.
US-Schauspieler Kevin Spacey (62) steht in London vor Gericht. Angeklagt ist er wegen sexueller Übergriffe gegen drei Männer. Diese Vorwürfe bestreitet der 62-Jährige "vehement", wie sein Anwalt laut der britischen Zeitung "The Guardian " bei einem ersten Termin vorbrachte.
Zu den sexuellen Übergriffen soll es der Anklage zufolge im März 2005 und August 2008 in London sowie im April 2013 in Gloucestershire gekommen sein. Spacey war von 2004 bis 2015 künstlerischer Leiter des Old Vic Theatre in London. Sein Anwalt Patrick Gibbs sagte laut dem Medienbericht vor Gericht, dass sein Mandant nachdrücklich jegliche Straftat bestreite.
Spacey bleibt auf freiem Fuß
Spacey war zuvor durch eine Schar von Fotograf*innen und Reporter*innen ins Gerichtsgebäude gebracht worden. Der zweifache Oscarpreisträger nahm anschließend – gekleidet in einen blauen Anzug samt weißes Hemd mit dunkler Krawatte – auf der Anklagebank Platz.
In der Anhörung am heutigen Donnerstag ging es offenbar weitgehend darum, ob Spacey auf freiem Fuß bleibt. Dies wurde dem Schauspieler gewährt. Am 14. Juli muss er dann erneut vor Gericht erscheinen.
Kevin Spacey will seine Unschuld beweisen
Erst Ende Mai hatte die englisch-walisische Bezirksstaatsanwaltschaft (Crown Prosecution Service) mitgeteilt, dass eine Anklage gegen Spacey mit vier Punkten zu drei Männern wegen sexueller Übergriffe zugelassen wurde (queer.de berichtete). In einem der Fälle werde Spacey angeklagt, eine Person zu "penetrierenden sexuellen Aktivitäten" genötigt zu haben, hieß es weiter.
Spacey teilte nach der Anklage über seinen Sprecher in der US-Show "Good Morning America" mit, dass er, "sobald dies machbar ist, freiwillig in Großbritannien erscheinen und mich gegen diese Vorwürfe verteidigen" werde (queer.de berichtete). Der 62-Jährige sei "zuversichtlich, dass dies meine Unschuld beweisen wird". Grundsätzlich sei er jedoch "enttäuscht über die Entscheidung", dass die Anschuldigungen überhaupt vor einem Gericht in London landen werden.
Vorwürfe seit 2017, aber keine Verurteilung
Gegen den Schauspieler waren im Herbst 2017 im Zuge der MeToo-Debatte Vorwürfe von sexuellen Übergriffen und Belästigungen laut geworden. Als Reaktion outete sich Spacey als schwul (queer.de berichtete). Auch Crewmitglieder der Netflix-Serie "House of Cards" warfen Spacey sexuelle Belästigungen vor. Daraufhin kündigte der Streaming-Gigant die Zusammenarbeit.
Bislang ist Spacey noch kein einziges Mal wegen eines sexuellen Vergehens verurteilt worden. Aber auch in den USA droht im Ungemach: Kürzlich ließ ein New Yorker Gericht eine Zivilklage gegen Spacey zu (queer.de berichtete). Kläger ist Anthony Rapp, der vor rund fünf Jahren die Welle der Vorwürfe gegen den Oscarpreisträger losgetreten hatte.
Im Sommer 2021 stand der zweifache Oscar-Preisträger ("Die üblichen Verdächtigen", "American Beauty") erstmals seit den Vorwürfen wieder vor der Kamera. (cw/spot)














