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Gegen "Werder-Wertekompass"

SV Werder: Doch keine Unterstützung für Projekt von homophober Kirche

Der Fußball-Bundesligist aus Bremen hat seine Spendenzusage an "ICF Cambodia" zurückgezogen.


Der SV Werder Bremen will nicht Homophobie mit Spenden unterstützen (Bild: Andreas Dantz / flickr)

Der SV Werder Bremen wird die Hilfsorganisation "ICF Cambodia" doch nicht finanziell unterstützen. Das teilte der Fußballverein am Donnerstag mit. Grund ist, dass die Hilfsorganisation von der queerfeindlichen Freikirche "International Christian Fellowship" betrieben wird. Diese bezeichnete Homosexualität etwa als "Fehlentwicklung" und warb dafür, Schwule und Lesben durch Gebete zu "heilen".

Konkret schrieb der Verein: "Der SV Werder Bremen hat sich entschieden, die Spendenzusage an die Florian Wellmann Stiftung zurückzuziehen. Nach Prüfung sind wir nicht der Überzeugung, dass Positionen des ICF mit dem Werder-Wertekompass übereinstimmen. Wir werden aber den weiteren Austausch mit Florian Wellmann und seiner Stiftung suchen, um uns ein noch differenzierteres Bild machen zu können."

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Werder-Sponsor Florian Wellmann hatte die Hilfsorganisation "ICF Cambodia" am 8. Juni bei einer stargespickten Charity-Veranstaltung im Bremer Weserstadion vorgestellt. "ICF Cambodia" unterstützt vor allem junge Menschen in der kambodschanischen Region um Siem Reap – in ihren Online-Auftritten verbreitet die Organisation auch religiöse Botschaften und wirbt für Gottesdienste der Mutterkirche in der Region.

Werder Bremen hatte ursprünglich eine Spende versprochen. Via Twitter wiesen dann jedoch Fans den Verein auf die homosexuellenfeindliche Grundhaltung der Kirche hin. Daraufhin kündigte der SV Werder an, seine Zusage überprüfen zu wollen (queer.de berichtete).

Sponsor Wellmann steht weiter hinter "ICF Cambodia". Gegenüber dem Fanportal "Deichstube" sagte der Immobilienhändler, er unterstütze nur die Hilfsorganisation, nicht die Kirche: "Das ICF Cambodia steht für eine offene und freie Welt für alle Menschen, egal welcher Herkunft oder sexueller Orientierung. Wir haben doch diese Stiftung gegründet, um in genau so einer Welt anderen Menschen zu helfen." Auch "ICF Cambodia" behauptete, dass man sexuelle Minderheiten nicht diskriminiere.

Der SV Werder Bremen gehörte 2013 zu den Erstunterzeichnern der "Berliner Erklärung: Gemeinsam gegen Homophobie. Für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz im Sport" (queer.de berichtete). (dk)



#1 PrideProfil
  • 17.06.2022, 11:08h...
  • Wozu will sich Werder noch ein differenzierteres Bild von der Stiftung machen, die die "Freikirche" in ihrem Namen trägt und von ihr betrieben wird? Angesagt ist wohl, dass Werder sich ein differenzierteres Bild von ihrem Sponsor Florian Wellmann macht. Kann oder will Werder ob der Sponsorengelder dazu vielleicht nicht mehr in der Lage sein?
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#2 FennekAnonym
  • 17.06.2022, 12:25h
  • Da muss sich der SV Werder schon entscheiden.

    Will man wirklich Gleichheit aller Menschen und gegen Diskriminierung einstehen? Dann kann man an keine Organisation spenden, die mit einer "Freikirche" verbandelt ist, die genau diesen Zielen entgegenläuft.

    Wenn man wirklich etwas für einen guten Zweck spenden will, gibt es genug andere Organisationen aus allen möglichen Bereichen, wo man das tun kann und die nicht mit Homohassern verbandelt sind.
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#3 LorenProfil
  • 17.06.2022, 12:48hGreifswald
  • Na, dann werde ich meine Werder-Tasse wieder aus dem Schrank hervorkramen. Der Verein sollte sich m.E. mal ein differenzierteres Bild von seinem Sponsor Wellmann machen. Reden und Denken müssen ja nicht immer übereinstimmen. Wäre ich Mitglied in dem Verein, würde ich dafür plädieren, den Verein möglichst anders zu finanzieren, d.h. ohne sein Geld.

    Gut, dass das Kind, für das ich eine Patenschaft in Kambodscha übernommen habe, quasi "am anderen Ende" des Landes lebt. Soweit reichen die Arme dieser Freikirche hoffentlich noch nicht. In Kambodscha sind ca. 50% der Menschen Theravada-Buddhisten. Leider ist der christliche Missionseifer offenbar nicht zu bremsen und muss beinahe zwanghaft überall mitmischen. Und sei es getarnt als Hilfsorganisation, die von Armut betroffene Menschen via Geldmittel lockt.
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#4 LorenProfil