https://queer.de/?42347
Umfrage
Knappe Mehrheit der Deutschen unterstützt Blutspendeverbot für Schwule
In Deutschland werden die Blutspenden knapp, allerdings hält eine Mehrheit an liebgewonnenen Vorurteilen fest.
- 17. Juni 2022, 08:33h 2 Min.
52 Prozent der Deutschen sprechen sich dafür aus, dass sexuell aktive Männer, die Sex mit anderen Männern haben, in Deutschland kein Blut spenden dürfen. 48 Prozent halten das Verbot hingegen für nicht sinnvoll. Das ist eines der Ergebnisse einer am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Marktforschungstools Appinio zum Pride-Monat im Auftrag des Magazins "Lust". Dafür wurden insgesamt 1.000 Menschen in ganz Deutschland befragt.
Derzeit werden schwule und bisexuelle Männer in Deutschland beim Blutspenden anders behandelt als heterosexuelle Männer – für Schwule gilt etwa in vielen Fällen ein Sexverbot von vier Monaten, für Heteros hingegen nicht. Queere Organisationen und Aids-Gruppen kämpfen bereits seit Jahren gegen die Ungleichbehandlung und werben dafür, dass das tatsächliche Sexualverhalten einer Person vor einer Blutspende abgefragt wird, nicht die sexuelle Orientierung. Viele Ländern behandeln Heteros und Homos inzwischen bei der Blutspende gleich – dazu gehören etwa Spanien, Italien oder Großbritannien.
Vier Fünftel für Ehe für alle
Aus der Pride-Umfrage geht auch hervor, dass Menschen in Deutschland bei vielen Themen inzwischen auf Gleichbehandlung setzen. So befürworten etwa 81 Prozent die Ehe für alle. Sogar 65 Prozent der Wähler*innen der AfD, die gleichgeschlechtlichen Paaren das Ehe-Recht wieder entziehen will, sprechen sich hier für die Gleichbehandlung aus. Bei Anhänger*innen der Union ist die Unterstützung der Ehe für alle inzwischen sogar höher als bei denen der SPD (81 vs. 80 Prozent).
Weitere Ergebnisse: 74 Prozent hätten kein Problem wenn ihr Kind homosexuell wäre. Die Zustimmung steigt auf 76 Prozent, wenn nach Bisexualität gefragt wird. Bei einem trans Kind hätten 67 Prozent kein Problem. Zudem halten 72 Prozent CSDs für "richtig und wichtig" – allerdings würden nur 58 Prozent ein derartiges queeres Event gerne besuchen, 42 Prozent hingegen nicht. Das Resümee: "Zwar werden queere Lebensentwürfe mittlerweile großflächig in Deutschland toleriert und akzeptiert; sie werden aber immer noch nicht überall als wesentlicher Teil des gesamtgesellschaftlichen Lebens wahrgenommen." (dk)















Umso wichtiger ist mehr Aufklärung.