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"Cancel Culture"

Springer zu transfreundlich? "Bild"-Kolumnistin reicht Kündigung ein

Judith Sevinç Basad will nicht mehr für die "Bild" schreiben, weil die Springer-Presse vor "woken" Trans-Aktivist*innen "eingeknickt" sei. Unterstützung für die Autorin kommt aus der FDP-Spitze.


Ist die "Bild"-Zeitung etwa doch eine linke Kampfpresse? Das glaubt offenbar Ex-Kolumnistin Judith Sevinç Basad (Bild: P K / flickr)

Autorin Judith Sevinç Basad hat am Donnerstag ihre Kündigung bei der "Bild"-Zeitung damit begründet, dass das Springer-Organ zu "woke" sei. Grund sei der interne Umgang mit dem "Welt"-Gastbeitrag, in dem fünf Wissenschaftler*innen ARD und ZDF vorwerfen, Kinder mit Berichten über trans Menschen zu "sexualisieren". Der Lesben- und Schwulenverband sprach im Zusammenhang mit diesem Artikel von "transfeindlicher Hetze" (queer.de berichtete).

"Mit großem Bedauern habe ich meine Kündigung bei BILD eingereicht. Die Gründe dafür erkläre ich in einem offenen Brief an Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner", so Basad an Fronleichnam auf Twitter.

Twitter / JSevincBasad
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"Der Grund für meine Kündigung ist am Ende der Umgang von Axel Springer, also auch Ihr Umgang, mit der woken Bewegung", erklärte die Autorin in dem Offenen Brief. "Ich habe das Gefühl, dass ich nicht mehr über die Gefahren berichten kann, die von dieser gesellschaftlichen Bewegung ausgehen", Der Verlag stehe in dieser Sache offenbar nicht mehr hinter ihr.

Der betreffende Artikel ist nach wie vor auf welt.de online, allerdings wurde er von Springer-Chef Döpfner als "unterirdisch" bezeichnet. Auch "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt übte Kritik. Basad beklagte, der Springer-Verlag sei "vor der unerträglichen Tyrannei der woken Aktivisten eingeknickt".


In sozialen Netzwerken wirbt die "Welt" für den viel kritisierten Gastbeitrag (Bild: Twitter)

"Besonders aggressiv gehen dabei Trans-Aktivisten vor"

Weiter erklärte Basad: "Keine Thematik hat mich als Journalistin so sehr um den Verstand gebracht, wie der Aktivismus einer kleinen Minderheit, die offiziell behauptet, für Diversität zu stehen, aber eine im Kern radikale Ideologie verfolgt." Aktivist*innen, die sich für die Rechte von trans Menschen einsetzen, sind ihr ein Dorn im Auge: "Besonders aggressiv gehen dabei Trans-Aktivisten vor, die eine der krudesten Behauptung vertreten, die das 21. Jahrhundert hervorgebracht hat: Dass das biologische Geschlecht nicht existiert", so die Autorin. Bei "Bild" habe sie keinen Artikel schreiben dürfen, der die Wissenschaftler*innen unterstützt. "Mir wurde gesagt, dass ich den Wissenschaftler-Aufruf kritisieren sollte, ansonsten würde der Artikel nicht erscheinen." Sie habe "vor den Gefahren des woken Aktivismus" warnen wollen. Das habe aber die "Cancel Culture" im Springer-Verlag nicht zugelassen.

In dem Brief führte Basad auch die Britinnen J.K. Rowling und Kathleen Stock an, die von LGBTI-Organisationen wegen queerfeindlicher Äußerungen scharf kritisiert worden waren. "Beide Frauen haben lediglich den Fakt verteidigt, dass biologische Frauen keine biologischen Männer sein können und umgekehrt. Nicht mehr, nicht weniger", behauptete Basad.

FDP-Vizechefin unterstützt Basad

Unterstützung für ihre transkritische Haltung erhält Basad sogar aus der FDP, die sich gerade in der Ampelkoalition transfreundlich präsentiert (queer.de berichtete). Nicola Beer, die stellvertretende FDP-Chefin und Vizepräsidentin des Europaparlaments, teilte Basads Beitrag auf Twitter und erklärte: "Respekt. Da steht jemand für seine Überzeugungen."

Twitter / nicolabeerfdp
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Basad, die bereits für den Querverlag und die Berliner LGBTI-Zeitschrift "Siegessäule" geschrieben hat, beklagt bereits seit Längerem die angebliche neue "Wokeness". Sie kritisiert dabei nicht nur trans Aktivist*innen wie die Bundestagsabgeordnete Tessa Ganserer, sondern auch die MeToo-Bewegung. Außerdem beklagt sie, dass Weiße diskriminiert werden würden. Ihre Ideen fasste sie in dem im vergangenen Jahr erschienenen Buch "Schäm dich! Wie Ideologinnen und Ideologen bestimmen, was gut und böse ist" zusammen. (dk)



31 Kommentare

#1 TimonAnonym
  • 17.06.2022, 12:03h
  • Und tschüss.

    Reisende soll man nicht aufhalten.

    Wenn man irgendwo nicht mehr arbeiten will, kündigt man halt. So einfach ist das. Das passiert jeden Tag zigfach.

    Ich finde es aber bezeichnend, dass manche Menschen sich für so wichtig halten, dass sie denken, sie müssten die ganze Welt darüber informieren, dass sie kündigen wollen und warum sie da nicht mehr arbeiten wollen.
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#2 FennekAnonym
  • 17.06.2022, 12:22h
  • Ich finde es schon bezeichnend, dass die FDP wieder mal Transhass unterstützt und "Respekt" zeigt für Positionen, die anderen diesen Respekt verweigern...

    Wenn man nicht damit klarkommt, dass der eigene Arbeitgeber keinen Hass gegen Menschengruppen schürt, soll man halt da aufhören. Das hat aber nichts mit "Einstehen für Überzeugungen" zu tun, sondern schlichtweg damit, dass man nicht damit klarkommt, dass nicht alle so denken, wie man selbst. Das ist kein Grund, dafür irgendeinen Respekt zu zeigen, dass Menschen, die andere Menschen weiter hassen wollen, dann nach ihrer (freiwilligen) Kündigung so nachtreten.
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#3 BrotAnonym
  • 17.06.2022, 12:28h
  • Die hier ebenfalls erwähnte Vizepräsidentin des Europaparlamentes Nicola Beer ist außerdem Leugnerin des Klimawandels und wurde 2018 von einem engen Freund ihres Ehemannes, einem ehemaligen Mitglied des Kabinetts Órban und jetzigem Bischof in der ungarischen Diözese Dunamellék in Budapest kirchlich getraut.
    Braucht sich also niemand wundern.
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#4 BILDwoke AllesKlarAnonym
  • 17.06.2022, 12:37h
  • Wenn die Hetzblätter dieses "Verlags" als "woke" bezeichnet werden, dann sagt das mehr über die Person aus, als ihr lieb sein kann.
    Na ja, nächste Haltestellen vermutlich: Tichy, AfD-Rednerin, Compact. Vielleicht auch ein nices Meet & Greed, Pardon: Greet bei der Union (idealerweise natürlich bei der sog. "Werteunion").
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#5 agneta
  • 17.06.2022, 12:41h
  • Frau Basad hat Anfang April in neues Buch veröffentlicht. Scheint genauso schlecht zu laufen, wie das von Alice Schwarzer. Ein wenig Publicity könnte da hilfreich sein. Der Vertrag mit Springer war vermutlich sowieso nur ein Honorarvertrag und kein unbefristeter mit Gehalt, Arbeitszeit, Sozialabgaben und Firmenrente.
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#6 LothiAnonym
#7 LorenProfil
  • 17.06.2022, 13:20hGreifswald
  • Meine tiefsitzende Abneigung gegen all die Schreiberlinge, die ihr Geld beim Springer-Konzern einstreichen, wird mal wieder durch diese Frau bzw. ihr Handeln bestärkt. Wenn mein Stiefbruder mit seiner täglichen Bild-Zeitung ankam, war für mich Selbstherrschung oberstes Gebot, solange er nicht auch noch auf die Idee kam, am Frühstückstisch daraus vorzulesen. Mir haben in aller Regel die Überschriften auf dem Titelblatt samt "freizügiger" Fotos möglichst wenig bekleideter junger Frauen gereicht.
    Es gibt Zeiten, denen ich wahrlich nicht nachtrauere. Wie bereits beschrieben, wird die Autorin gewiss eine "Anschlussverwendung" finden. Es gibt mehr als genug Leutchen hierzulande, die sie bereitwillig aufnehmen und fördern werden. Alice Schwarzer ist ja auch nicht mehr die Jüngste.
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#8 PrideProfil
  • 17.06.2022, 13:37h...
  • "Respekt. Da steht jemand für seine Überzeugungen."

    Das sagt nicht nur über Nicola Baer viel aus, sondern über die FDP überhaupt. Es ist das Postulat der grenzenlosen Freiheit. Respekt gilt nicht gegenüber dem Menschen, sondern gegenüber "Überzeugungen" bzw. jeglichem als Meinung Deklariertem. Es wurde hier ja schon oft klar gestellt: Hass ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Die FDP aber ist die Partei der Grenzenlosigkeit. Der Schutz des Einzelnen zählt nichts. Es wird da denn über Vieles gegangen. Deshalb auch die Verbandelung der FDP mit der AfD in Thüringen. Die Stärkeren sollen sich durchsetzen. Da sind demokratische Prinzipien denn auch bloß hinderlich.
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#9 Alexander_FAnonym
  • 17.06.2022, 13:43h
  • Wem der Springerverlag zu woke ist, für den bleibt außer den blöden Blauen wohl nicht mehr viel übrig.
    Ich hatte eigentlich von dieser Frau mal etwas gehalten, aber es ist wohl wie mit dem Querverlag und Ähnlichen: was als innerlinke Kritik anfängt, endet allzu oft als Rechtsaußenauswuchs.

    Sie hat es ja nicht anders wollen. Nun kann man sich auf ihr Gejammer gefasst machen.
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#10 TimonAnonym
  • 17.06.2022, 14:41h
  • Antwort auf #3 von Brot
  • Über Frau Beer wundert sich eh niemand mehr.

    Ich wundere mich eher, dass die FDP so eine Person, die ja schon mehrfach negativ aufgefallen ist, in ihrem Präsidium lässt. Brauchen die sie so dringend um eine Frauenquote zu erfüllen?

    Wenn die FDP eine Person mit solchen Positionen in ihrem Präsidium lässt, muss ich davon ausgehen, dass die FDP diese Positionen teilt.

    Was für den Umgang der Linken mit Frau Wagenknecht gilt, gilt genauso für den Umgang der FDP mit Frau Beer.
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