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Fußball

Spielerbeschimpfung: Die meisten Kommentare sind homofeindlich

Die FIFA und die Profigewerkschaft FIFPRO wollen stärker gegen Hassrede in sozialen Netzwerken vorgehen. 40 Prozent der Beleidigungen von Fußballspielern sind laut einem Bericht homophob, 38 Prozent rassistisch.


Hasskommentare aus dem Wohnzimmer: Während der Halbfinal- und Finalphase der Fußball-EM und beim Afrika Cup of Nations 2021 wurden über die Hälfte der Spieler persönlich beschimpft (Bild: jeshoots-com-147458 / pexels)

Angesichts der ausufernden Diskriminierung in sozialen Netzwerken wollen der Fußball-Weltverband FIFA und die Profigewerkschaft FIFPRO gezielt gegen Hassreden vorgehen. Als Reaktion auf den zunehmenden Missbrauch durch Beleidigungen von Fußballspielern soll ein spezieller Moderationsdienst bei Männer- und Frauenturnieren eingerichtet werden, teilte die FIFA am Samstag mit.

Erkannte Hassreden, die in sozialen Medien veröffentlicht werden, sollen gescannt und somit verhindert werden, dass derartige Kommentare vom Adressat*innen und dessen Followern gesehen werden. Dadurch sollen Sichtbarkeit und Reichweite deutlich verringert werden.

400.000 Beiträge in sozialen Medien untersucht

Fünf Monate vor der WM in Katar hat die FIFA einen Bericht vorlegt, in dem das Ausmaß von Beleidigungen, Hetze und Diskriminierung erschreckend deutlich wird. Mit künstlicher Intelligenz wurden zuvor in einer umfangreichen Studie mehr als 400.000 Beiträge auf Facebook und Co. untersucht. Ausgewertet wurden Kommentare während der Halbfinal- und Finalphase der Fußball-EM und beim Afrika Cup of Nations jeweils 2021.

Die Resultate waren bestürzend: Über 50 Prozent der Spieler seien in irgendeiner Form diskriminierend beschimpft worden, wobei ein Großteil dieser Äußerungen aus ihrem jeweiligen Heimatland kam. Homofeindliche(40 Prozent) und rassistische (38 Prozent) Kommentare machten den Großteil der Beschimpfungen aus. Viele dieser Kommentare seien auch weiterhin auf den Konten sichtbar, auf denen sie ursprünglich veröffentlicht wurden.

"Es gehört zu unseren Pflichten, den Fußball zu schützen, und dies fängt bei den Spielern an, die uns allen durch ihre Leistungen auf dem Spielfeld so viel Freude schenken", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino. (cw/dpa)



#1 MagsAnonym
#2 PrideProfil
  • 19.06.2022, 10:56h...
  • "Es gehört zu unseren Pflichten, den Fussball zu schützen, ..."

    Mir liegt es absolut fern, dem Fußball einen Treueschwur oder Heiligenschein beizubringen. Allein wenn ich zu den Spielen das wohl nötige Polizeiaufgebot und das Verhalten der reisenden Fans sehe, wird mir das grosse Gewaltpotential, das in dem Fußball steckt, ungeheuerlich bewusst. Der propagierte und zu seiner Verteidigung immer wieder herangezogene Mannschaftsgeist entpuppt sich als der Chorgeist des Heterosexismus aus eben Sexismus, Queerfeindlichkeit, Rassismus
    weiteren Feindlichkeiten, Gewalttätigkeiten bis hin zu eben kriegerischen Gewaltphantasien und steht nicht für deren bzw. dessen Verhinderung, sondern Förderung. Das gilt es beim Fußball im Blick zu behalten und zu sehen, was vom Fußball als überhaupt Achtenswertem noch übrig bleibt. Erst recht, wenn ich nun gerade bedenke, was ich selbst beim Schulfussball unter diesem Hetrosexismuss gelitten habe, was ich hier bestimmt auch unbewusst noch nicht einmal mit eingebracht habe.
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#3 1HornAnonym
#4 LorenProfil
  • 19.06.2022, 15:36hGreifswald
  • Was für armselige, lausige Gestalten, die andere beschimpfen und beleidigen, ob schwulenfeindlich, rassistisch oder auf anderem, niedrigsten Niveau. Ich bin oft wütend über diese Leute, die im Stadion oder über die "sozialen" Netzwerke ihren miesen Charakter offenbaren und einen Sport, dem ich seit meiner Kindheit verbunden bin, beschädigen. Ich gehe schon seit sehr langer Zeit nicht mehr zu Spielen, da mir diese Leute den Spaß kaputtmachen. Furchtbar auch der Fanatismus. Da geben Leute, die sich als Fans bezeichnen, das letzte Hemd für "ihren" Club, unfähig zu jeglicher konstruktiver Kritik, wenn es mal nicht so läuft (jede Person, die mal selbst gespielt hat, merkt doch schon während eines Spiels, wenn man einen schlechten Tag erwischt hat; that's life) und bekämpfen im Sinne des Wortes den gegnerischen Verein, dessen Spieler und Fans. Anerkennung für die Leistung der anderen, wenn die besser waren und verdient gewonnen haben? Fehlanzeige! Da kommt mir echt die Galle hoch.
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#5 LorenProfil
  • 19.06.2022, 16:08hGreifswald
  • Antwort auf #2 von Pride
  • Das Gewaltpotential liegt m.E. nicht in diesem oder jenem Sport, sondern in den gewalttätigen Menschen, die sich im Stadion, auf dem Weg dorthin bzw. wieder nach Hause und in den "sozialen" Netzwerken so unerhört verhalten. Der Sport ist dann sowas wie ein "Medium" oder Anlass um mal "die Sau rauszulassen". Ich habe im Sportunterricht viel Fußball spielen lassen und dann als Schiedsrichter fungiert (und auch Schulmannschaften trainiert). Es kommt darauf an, die Aggressionen im Ansatz einzudämmen. Warum das beim Fußball so völlig unzureichend geschieht, darüber zerbrechen sich hierzulande u.a. Leute, die in der Sportsoziologie wissenschaftlich unterwegs sind, die Köpfe. Es würde m.E. schon was bewirkt, wenn die Vereine geschlossen und überall die Gewalttätigen mit einem dauerhaften Stadionverbot belegen und diejenigen, die im Verein Mitglied sind, auf Lebenszeit ausschließen würden. Aber die Vereine reagieren oft windelweich, wenn es darum geht, im eigenen Haus aufzuräumen, nicht zuletzt, weil die völlig Abgedrehten ja auch eine Menge Geld einbringen (Tickets, Merchandising, Mitgliedbeiträge).
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#6 Alexander_FAnonym
  • 19.06.2022, 21:50h
  • Soll uns das jetzt etwa überraschen? Nur wer hinter einem Saturnmond lebt, dürfte noch nichts davon mitbekommen haben, dass die Fußball-"Kultur" wesenhaft vor allem aus der Beleidigung von Minderheiten besteht.
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#7 Ith_Anonym
  • 20.06.2022, 08:12h
  • Antwort auf #2 von Pride
  • Du meinst, das Marschieren unter martialischen Gesängen durch Bahnhöfe und Austragungsort, je nach Schlagkraft der zugehörigen Hooligantruppe auch mit mehr oder weniger großer Polizeieskorte, hätte einigen ein Hinweis sein können?

    Also, ich würde sagen: ja. Aber um zu wissen, in welchem Maße die Fan-Vollmontur den Angstfaktor gegenüber der angetrunkenen, pöbelnden Männergruppen bei FLINTA und Minderheiten generell steigert, muss man irgendeiner dieser Gruppen angehören. Und das wird den Entscheidungsträgern bei dem Thema glücklicherweise ja nie passieren.
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#8 BreakingNewsAnonym
  • 20.06.2022, 11:46h
  • Breaking News
    Der kommerzielle Profi Fussball ist heteronormativ und schwulenfeindlich.
    Aber wir freuen uns immer über die Lippenbekenntnisse von Ex-Spielern und Promis, dass es ja jetzt schwulenfrendlich zugeht und sich Profis outen sollten.
    So ein Schmarrn.
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