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Papst Benedikt XVI. hat seine erste Enzyklika der Liebe gewidmet - eine unvollkommene Liebesbotschaft,

Von Jürgen Friedenberg

Dieser Papst ist allemal für Überraschungen gut. Seine erste Enzyklika widmet er der Liebe, dem höchsten christlichen Gebot. Benedikt XVI. betont denn auch die Bedeutung der Liebe als "Licht in einer dunklen Welt", spricht sogar von einer "Liebesgeschichte zwischen Gott und Mensch", wendet sich gegen "lüsternen Sex ohne Liebe", räumt aber ein, dass sich Liebe und Erotik "in Wirklichkeit nie ganz trennen lassen".

Dennoch bringt er es tatsächlich fertig, in diesem, seinen ersten Lehrschreiben nur die Liebe zwischen Mann und Frau zu lobpreisen, die Liebe zwischen Männern und Frauen untereinander aber nicht einmal zu erwähnen. Auch Homosexuelle sind, wie etwa ihr Umgang mit HIV-Infizierten und Aids-Kanken zeigt, zu selbstloser Liebe fähig. Gehören sie trotzdem nicht zum Kirchenvolk dazu? Was sind dann frühere Bekundungen der Katholischen Kirche, etwa die Aufforderung im Katechismus, Homosexuellen mit Achtung zu begegnen, noch wert?

Im Grunde sind die Positionen der Katholischen Kirche zur Liebe und zur Erotik seit eh und je dieselben. Der Geschlechtsakt gilt nur dann als moralisch gerechtfertigt, wenn ihn Eheleute vollziehen und dabei die Zeugung von Leben nicht be- oder verhindern. Vielleicht ist es aber schon ein Fortschritt, wenn Benedikt - anscheinend mit einem gewissen Bedauern - richtig feststellt, dass es im Christentum in der Vergangenheit immer "Tendenzen zur Leibfeindlichkeit" gegeben habe. Warum scheut der Papst dann das offene Bekenntnis zur Erotik als der stärksten Triebkraft zwischenmenschlicher Kommunikation?

Die päpstliche Liebesbotschaft ist also unvollkommen. Dass sie als eine Friedensbotschaft von den Mächtigen dieser Welt verstanden und von den Kriegstreibern beherzigt wird, wäre zu wünschen, ist aber eher zu bezweifeln. Liebe lässt sich nicht erzwingen, aber – und das ist tröstlich – auch nicht unterdrücken.

25. Januar 2006



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23 Kommentare

#1 DanielAnonym
  • 25.01.2006, 20:48h
  • Hallo, laos ich finde dieses schreiben alles andere als unvollkommen!! da ist schon mehr unter diesem gesichtspunkt zu finden als das jetzt! aber leider habt ihr ja nix besseres zu tun,als zu mostern!!
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#2 PÄBSTINAnonym
  • 25.01.2006, 22:30h
  • Sigmund Freud hat noch in den zwanziger Jahren gesagt, diese Art von Religion erscheine ihm psychoanalytisch als eine kollektive Zwangsneurose. Will sagen: Wenn die Menschen im Raum dieser Kirche und in dieser Frömmigkeitshaltung von Gott reden, bezeichnen sie nicht eine Energie, die sie persönlich trägt, ihnen Mut macht zum Leben und zum Lieben, die ihnen Selbstvertrauen schenkt - ganz im Gegenteil, sie bezeichnen mit Gott die Gebärde eines sich fortzeugenden Unterwerfungsgehorsams. Sie setzen die Wahrheit nicht in ihr Leben, sondern in die Redensarten, die kirchensprachlich verordnet werden. Sie folgen einer Begriffsmagie, die darin besteht, genau die Sätze nachzureden, die man im Dogma festgeschrieben hat. Nicht das Leben entscheidet über die Wahrheit, sondern formaler Dogmatismus.
    Militärbischof Rakowsky beispielsweise, Abgesandter aller katholischen Bischöfe des Großdeutschen Reiches, hat bis 1945 unglaubliche Reden gehalten: "Ein Eid, geschworen auf den Führer Adolf Hitler, ist ein Eid auf Gott". Ob der Flakhelfer Ratzinger beim Schutz der BMW-Werke diese Reden aus dem Volksempfänger empfangen konnte, ist nicht überliefert.
    In dem Alter, 16, denkt man eher an Liebe, oder ? Liebe zu wem ? Na ja, Uniform mit Prada-Schühchen für den Kampf um die "richtige" Liebe. Flakhelfer-Themen.
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#3 BücherwurmAnonym
  • 25.01.2006, 22:59h
  • Der Papst kritisiert aber auch, daß in Gottes Namen zu Rache, Haß oder Gewalt aufgerufen wird. Insgesamt halte ich diese Enzyklika für eine gelungene "Theologievorlesung".
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#4 antosAnonym
  • 25.01.2006, 23:29h
  • Fügen wir Ratzingers Schwatzkästlein katholischer Liebe noch ein funkelndes Juwel aus dem reichen Schatz der Väter hinzu:

    "Im Geheimen unserer Seele sei Geduld und Güte enthalten, aber äußerlich tut man das, was fürdie nützlicher und vorteilhafter ist, die man pflichtgemäß lieben muss [...]. Die Regeln der Geduld müssen bei der Herzenverfassung immer beachtet werden, und der gute Wille, d. h. Böses nicht mit Bösem zu vergelten, muss immer die Basis unserer Vorhaben sein. Trotzdem muss man konkret viele verschiedenen Haltungen gegenüber jenen einnehmen, die obwohl widerwillig, mit einer gewissen, gütigen Härte gebeugt werden müssen, indem man versucht, gegen ihre Wünsche zu handeln, aber zu ihrem Besten [...]. Auch wenn man einen Sohn bestraft, selbst mit Härte, so gibt man die Liebe niemals auf. Man tue ihm an, was er nicht will, es leide der, der gegen seinen Willen mit Schmerzen geheilt werden muss. Deswegen, wenn dieser irdische Staat die Gebote Christi hüten will, so mögen selbst die Kriege mit einem gütigen Geist ausgeführt werden, um den Besiegten leichter eine friedliche Haltung von Frömmigkeit und Gerechtigkeit zu bringen. In der Tat ist es zum Besten des Besiegten, dadurch hat er die Möglichkeit, das Böse zu beenden. Es ist nichts unglücklicher als das Glück ds Sünders, vo dem eine schmerzliche Straffreiheit genährt wird und der böse Wille wie ein innerer Feind verstärkt wird."

    [Augustinus, Epistolae, CXXXVIII, 1, 13]
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#5 TOTEM & TABUAnonym
  • 26.01.2006, 12:34h
  • @ Jürgen Friedenberg

    wenn verhinderte flakhelfer um flakhelfer-liebe, sublim oder offen buhlen, kommt
    sowas heraus. der ewige verzehrende wunsch lust&samen heilig gesprochen zu
    bekommen. wieso buhlt man um die absolution durch die geschäftsführer dieses sündikats ?
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#6 antosAnonym
#7 BLÜCHERSTURMAnonym
  • 26.01.2006, 19:44h
  • @) antos

    ...die meinst der verhinderte flak-helfer wurde durch die späte geburt gestraft
    und um die gnade einer teilnahme am djihad gebracht ?

    du meinst er konnte immer nur samen
    aber kein blut vergiessen ?

    ob der katholik joschka fischer nach den
    bombadierungen belgrads (orthodox)
    befriedigter ist ?

    angeblich soll er seine geistigen ergüsse
    demnächst in amerikanischen elite-unis
    geben. belohnung ?
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#8 antosAnonym
  • 26.01.2006, 19:54h
  • Immer wieder erstaunlich, wie klar der Heilige Augustinus diese arrogante, von keinem Zweifel erfasste katholische Liebes-Pose formuliert:

    "Wohlan, Brüder, 'verfolgt' ein guter, rechter Vater seinen Sohn etwa nicht, wenn dieser sich der Unzucht ergeben hat? Er verfolgt nicht seinen Sohn, sondern seine Laster, nicht das, was er gezeugt hat, sondern das, was jener hiinzugefügt hat. Und benutzt nicht vielleicht der Arzt, an den man sich wegen einer Krankheit wendet, in vielen Fällen ein Eisen? Aber gegen die Wunde, nicht gegen den Menschen. Er schneidet, aber um zu heilen. Und dennoch leidet, schreit und lehnt sich der Kranke auf, während er operiert wird. Vielleicht fällt er sogar den Arzt an, wenn er im Fieberwahn den Verstand verloren hat. Trotzdem lässt dieser nicht ab und verzichtet nicht, den Kranken zu heilen. Er fährt fort, sein Möglichstes zu tun, und er kümmert sich nicht um dessen Flüche und Beleidigungen. Werden die Lethargischen etwa nicht mit Gewalt aufgeweckt, damit das Gewicht des Schlafes sie nicht in den Tod reisst? [...] Die Lethargischen werden aufgeweckt, die verrückten werden gebunden, aber beide werden geliebt."
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#9 holga-waldaAnonym
#10 antosAnonym
  • 27.01.2006, 11:15h
  • @holga-walda: Och, das sind nur einige alte Bekannte aus dem Darkroom des Katholiszimus. Ratze kennt garantiert mehr, die alte Sau.
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