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  • 25. Januar 2006 23 2 Min.

Papst Benedikt XVI. hat seine erste Enzyklika der Liebe gewidmet - eine unvollkommene Liebesbotschaft,

Von Jürgen Friedenberg

Dieser Papst ist allemal für Überraschungen gut. Seine erste Enzyklika widmet er der Liebe, dem höchsten christlichen Gebot. Benedikt XVI. betont denn auch die Bedeutung der Liebe als "Licht in einer dunklen Welt", spricht sogar von einer "Liebesgeschichte zwischen Gott und Mensch", wendet sich gegen "lüsternen Sex ohne Liebe", räumt aber ein, dass sich Liebe und Erotik "in Wirklichkeit nie ganz trennen lassen".

Dennoch bringt er es tatsächlich fertig, in diesem, seinen ersten Lehrschreiben nur die Liebe zwischen Mann und Frau zu lobpreisen, die Liebe zwischen Männern und Frauen untereinander aber nicht einmal zu erwähnen. Auch Homosexuelle sind, wie etwa ihr Umgang mit HIV-Infizierten und Aids-Kanken zeigt, zu selbstloser Liebe fähig. Gehören sie trotzdem nicht zum Kirchenvolk dazu? Was sind dann frühere Bekundungen der Katholischen Kirche, etwa die Aufforderung im Katechismus, Homosexuellen mit Achtung zu begegnen, noch wert?

Im Grunde sind die Positionen der Katholischen Kirche zur Liebe und zur Erotik seit eh und je dieselben. Der Geschlechtsakt gilt nur dann als moralisch gerechtfertigt, wenn ihn Eheleute vollziehen und dabei die Zeugung von Leben nicht be- oder verhindern. Vielleicht ist es aber schon ein Fortschritt, wenn Benedikt - anscheinend mit einem gewissen Bedauern - richtig feststellt, dass es im Christentum in der Vergangenheit immer "Tendenzen zur Leibfeindlichkeit" gegeben habe. Warum scheut der Papst dann das offene Bekenntnis zur Erotik als der stärksten Triebkraft zwischenmenschlicher Kommunikation?

Die päpstliche Liebesbotschaft ist also unvollkommen. Dass sie als eine Friedensbotschaft von den Mächtigen dieser Welt verstanden und von den Kriegstreibern beherzigt wird, wäre zu wünschen, ist aber eher zu bezweifeln. Liebe lässt sich nicht erzwingen, aber – und das ist tröstlich – auch nicht unterdrücken.

25. Januar 2006

-w-

#1 DanielAnonym
  • 25.01.2006, 20:48h
  • Hallo, laos ich finde dieses schreiben alles andere als unvollkommen!! da ist schon mehr unter diesem gesichtspunkt zu finden als das jetzt! aber leider habt ihr ja nix besseres zu tun,als zu mostern!!
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#2 PÄBSTINAnonym
  • 25.01.2006, 22:30h
  • Sigmund Freud hat noch in den zwanziger Jahren gesagt, diese Art von Religion erscheine ihm psychoanalytisch als eine kollektive Zwangsneurose. Will sagen: Wenn die Menschen im Raum dieser Kirche und in dieser Frömmigkeitshaltung von Gott reden, bezeichnen sie nicht eine Energie, die sie persönlich trägt, ihnen Mut macht zum Leben und zum Lieben, die ihnen Selbstvertrauen schenkt - ganz im Gegenteil, sie bezeichnen mit Gott die Gebärde eines sich fortzeugenden Unterwerfungsgehorsams. Sie setzen die Wahrheit nicht in ihr Leben, sondern in die Redensarten, die kirchensprachlich verordnet werden. Sie folgen einer Begriffsmagie, die darin besteht, genau die Sätze nachzureden, die man im Dogma festgeschrieben hat. Nicht das Leben entscheidet über die Wahrheit, sondern formaler Dogmatismus.
    Militärbischof Rakowsky beispielsweise, Abgesandter aller katholischen Bischöfe des Großdeutschen Reiches, hat bis 1945 unglaubliche Reden gehalten: "Ein Eid, geschworen auf den Führer Adolf Hitler, ist ein Eid auf Gott". Ob der Flakhelfer Ratzinger beim Schutz der BMW-Werke diese Reden aus dem Volksempfänger empfangen konnte, ist nicht überliefert.
    In dem Alter, 16, denkt man eher an Liebe, oder ? Liebe zu wem ? Na ja, Uniform mit Prada-Schühchen für den Kampf um die "richtige" Liebe. Flakhelfer-Themen.
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#3 BücherwurmAnonym
  • 25.01.2006, 22:59h
  • Der Papst kritisiert aber auch, daß in Gottes Namen zu Rache, Haß oder Gewalt aufgerufen wird. Insgesamt halte ich diese Enzyklika für eine gelungene "Theologievorlesung".
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