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Großbritannien

Fallschirmjäger dürfen nach Orgie nicht zu Nato-Übung

Dutzende Male schmuggelten britische Elite-Soldaten offenbar eine Frau in eine Kaserne und vergnügten sich gemeinschaftlich. Als die Chefetage davon Wind bekam, war sie not amused.


Symbolbild: Britische Fallschirmjäger bei der Arbeit (Bild: 7th Army Training Command / flickr)

Hunderte Mitglieder einer britischen Fallschirmjäger-Einheit dürfen laut einem Bericht der Londoner Tageszeitung "The Times" nicht an einer Nato-Übung auf dem Balkan teilnehmen, weil in ihrer Kaserne verbotene Orgien stattgefunden hätten. Demnach fürchtet die Generalität um den guten Ruf der britischen Streitkräfte bei den Verbündeten.

Gegen acht männliche Fallschirmjäger werden ermittelt, nachdem sie eine einverständliche Orgie in der Merville-Kaserne im 80 Kilometer von London entfernten Colchester gefilmt hatten. Dutzende andere sollen bei der Sex-Party zugesehen haben. Laut dem Bericht soll eine Frau mindestens 31 Mal binnen fünf Monaten in die Kaserne geschmuggelt worden sein, um bei sexuellen Aktivitäten mitzuwirken.

Zwar könne keine Straftat festgestellt werden, allerdings erklärte Armeechef Patrick Sanders, die Aktivitäten könnten als Verunglimpfung von Frauen interpretiert werden. "Meine Botschaft an die Armee ist klar: Unsere Operationspraxis basiert auf Vertrauen und wir erfüllen die höchsten Standards", so wird der Chief of the Defence Staff der British Army zitiert. Derartiges Verhalten sei "inakzeptabel, zersetzend und schädlich für den Ruf der Armee". Er sei nicht bereit, den Ruf der britischen Streitkräfte bei Nato-Missionen aufs Spiel zu setzen, und werde die Einheit daher "zu dieser Zeit" nicht einsetzen.

Bereits mehrfach seien in der Einheit disziplinarische Probleme aufgetreten. So habe es kürzlich gegen drei Mitglieder während einer Übung in Nordmazedonien Anschuldigungen wegen "inakzeptablen Verhaltens" gegeben.

Die Meldung über die Orgie machte auch die Runde auf schwulen Portalen, in denen sich viele über den Vorfall amüsierten. Es gab insbesondere Verwunderung darüber, dass Soldaten diese Aktivitäten filmten. Der Nutzer eines amerikanischen Porno-Portals merkte dazu an: "Wenn die Erniedrigung von Frauen ein Problem darstellt, könnten die doch auch Orgien ohne Frauen machen." (cw)



18 Kommentare

#1 PrudeAnonym
  • 20.06.2022, 19:13h
  • Diese ekelhafte Prüderie kotzt mich maßlos an! Wir sind nicht im Mittelalter und solange alles einvernehmlich geschieht, was sehr klar ist, da keine Straftat vorliegt, muss man das als "Dienstherr" nicht toll finden, aber bestrafen ohne Straftat einfach aufgrund verklemmter Sexualmoral geht gar nicht! Streitkräfte liberal-demokratischer Staaten sollten sich echt mal fragen, wofür sie kämpfen. Diese britischen Vorgesetzten zumindestens kämpfen garantiert nicht für Selbstbestimmung und Freiheit, sondern nur dafür, was sie darunter verstehen wollen. Diktierte "Freiheit" kann aber schon per Definition nicht existieren!
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#2 KopfschüttelAnonym
  • 20.06.2022, 19:25h
  • Genau, das Verhalten ist schädlich und zersetzend, weil das Wissen darum die Gegner stärkt und ein Putin die Nato leichter überrennen kann. Vielleicht sollte man zum Ausgleich gleichgeschlechtliche Küsse präsentieren, weil ja bekannt ist, dass Gegner sich dadurch einschüchtern lassen. Da reichen nur 2 Sekunden eines lesbischen Kusses in einer Filmszene und schon resigniert der Gegner...weiß die Nato das etwa nicht?
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#3 LorenProfil
  • 20.06.2022, 19:44hGreifswald
  • Antwort auf #1 von Prude
  • Unter dem Begriff "Freiheit" wird oft Unterschiedliches verstanden. Nur wenige propagieren die absolute, 100%- ige individuelle Freiheit. Viele verbinden Freiheit mit dem Begriff der "Verantwortung". Freiheitseinschränkungen erlebt jeder Mensch hierzulande z.B. als Verkehrteilnehmer*in, ob zu Fuß oder anders unterwegs. Ist eine "Kasernenregel" (die es bestimmt in irgendeiner Form geben wird, sonst brauchte niemand "eingeschmuggelt" zu werden) "diktierte Freiheit", so wie eine Hausordnung für Mieter*innen? Ist Privatpersonen ohne Weiteres der Zugang zu Kasernen erlaubt? Und wenn nicht, werden sie dann auch in ihrer Freiheit eingeschränkt? Fragen über Fragen.
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#4 WadimAnonym
  • 20.06.2022, 20:04h
  • Antwort auf #2 von Kopfschüttel
  • Es ist nicht so einfach.
    Das ist noch ein gefundenes Fressen für die erfolgreichen Putins Propaganda für die russischen traditionellen Werte und für den Krieg gegen die verkommenen
    "Gayropa".
    Außerdem. Heute eine Orgie mit einer erwachsenen Frau einvernehmlich und morgen?
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#5 PrudeAnonym
  • 20.06.2022, 20:40h
  • Antwort auf #4 von Wadim
  • "Heute eine Orgie mit einer erwachsenen Frau einvernehmlich und morgen?"

    Ja, was morgen? Fühlst du dich schon bedroht vom "Werteverfall" und möchtest daher lieber schon mal "präventiv" die Freiheit aller einschränken, so wie in Russland?

    Unfassbar wie schnell auch hier die allgemeine Moralpanik um sich greift und jetzt auch noch mit der Drohung vor den Russen verbunden, die uns dann evtl. nicht mehr "ernst nehmen" könnten, als wenn "russischer werden" uns irgendwie vor dem Krieg schützen könnte. Antiliberal und vor allem sinnlos ist ein solches Eingeknicke! Oder ist es in Wirklichkeit klammheimliche Zustimmung, weil man westliche Werte (individuelle Freiheit etc.) gar nicht so recht teilt?
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#6 PrudeAnonym
  • 20.06.2022, 20:46h
  • Antwort auf #3 von Loren
  • Nachvollziehbare Überlegungen, aber viel zu spezifisch nach "Armee-Anwalt" Manier. Was hälst du denn von meiner Idee, Soldaten die Werte wie individuelle Freiheit mit ihrem Leben verteidigen sollen, dergleichen auch in diesem Falle mal zuzugestehen?
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#7 LorenProfil
  • 20.06.2022, 21:29hGreifswald
  • Antwort auf #6 von Prude
  • Meine Idee dazu ist, ihnen genug Freizeit einzuräumen, die sie außerhalb der Kaserne nach Belieben verbringen können. 80 km von London entfernt werden die Herren wohl kreativ genug sein, für sich Möglichkeiten zum Austoben zu finden. Mein leiblicher Vater war übrigens US-Soldat und stationiert in Fulda zu Zeiten des Fulda Gap Anfang der 1960er Jahre:

    www.blackhorse.org/wp-content/uploads/2018/10/fuldagap.pdf

    Und der Wahnsinn: Das hier schreibende "Besatzungskind" (so der Fachterminus) aus der Zeit des sehr "Kalten Krieges" wurde nicht in einer der US-Kasernen gezeugt, sondern da, wo es einsame oder abenteuerlustige oder wie auch immer-Männer bisweilen hinzog, wenn das Kasernenleben gar zu öde war. Sachen gibts.
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#8 LorenProfil
  • 20.06.2022, 21:39hGreifswald
  • Antwort auf #6 von Prude
  • P.S. Mein leiblicher Vater war selbstverständlich nicht mehr auffindbar. Die US-Army schützt noch heute ihre Soldaten, sollten sie im Ausland mit einer Frau Kinder zeugen. Sie werden im "Notfall" versetzt und Auskünfte über ihren Verbleib werden aus Gründen der "nationalen Sicherheit" nicht erteilt. Ich bin übrigens alles andere als ein Moralapostel, eher ein Pragmatiker in jeglicher Hinsicht. Und offenbar habe ich doch was geerbt in Sachen "armeespezifischer Argumentation" (von wegen "Armee-Anwalt" aus #6). Da hast du mir nun die Augen geöffnet. I am who I am. Die Lektion habe ich sehr früh gelernt.
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#9 PrudeAnonym
  • 20.06.2022, 21:47h
  • Antwort auf #7 von Loren
  • Und wieder knapp vorbei. Mir ging es darum, ob man diese Soldaten aus reiner "Was sollen nur die Leute denken" Moralpanik bestrafen sollte oder ob man sich nicht vielleicht auch mal darauf besinnen sollte, wofür man eigentlich kämpft, nämlich zum Beispiel das Recht seinen Schwanz dahin zu stecken, wo beide Beteiligten das wollen, selbst dann - man höre und staune - dies nicht den selbst auferlegten "Wertvorstellungen" entspricht. Doch nein, man bestraft lieber und versteckt sich dabei hinter Regeln und "sittlichen" Vorstellungen.

    Aber naja, wie so häufig möchte man den wahren Kern dieser Angelegenheit nicht diskutieren.
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#10 PrudeAnonym