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Texas

Republikanisches Parteiprogramm: Homosexualität ist "abnormale Lebensweise"

Die texanische Regierungspartei verliert sich immer mehr in Queerfeindlichkeit und Verschwörungstheorien. Die queere Parteigruppe bezeichnet die Delegierten als "verrückt".


Mehr als 5.000 Delegierte nahmen am Wochenende am republikanischen Landesparteitag teil

Die texanischen Republikaner haben am Samstag bei ihrem Landesparteitag in Houston ein extrem LGBTI-feindliches Parteiprogramm beschlossen. Darin beschreiben sie etwa Homosexualität als "abnormale Lebensweise, die frei gewählt werden kann" – eine im Programm neue Formulierung. Außerdem heißt es in dem Papier: "Wir glauben, dass keine rechtlichen Ansprüche aus homosexuellem Verhalten entstehen sollten." Ferner dürften jene nicht bestraft werden, "die Homosexualität wegen ihres religiösen Glaubens, ihrer Überzeugung oder ihres Glaubens an traditionelle Werte ablehnen".

Die Republikaner halten darüber hinaus an ihrer Unterstützung für die "Heilung" von Homosexuellen fest. Diese vom Weltärztebund bereits vor knapp zehn Jahren verurteilte Praxis wird im neuen Programm nicht mehr als "Konversionstherapie" bezeichnet, sondern als "reinintegrative Therapie".

Unter den 5.000 Delegierten beim Parteitag gab es nur wenig Widerspruch gegen die queerfeindliche Linie. Ein Delegierter habe laut dem Tweet eines "Texas Tribune"-Journalisten versucht, das Programm etwas weniger queerfeindlich zu gestalten und gesagt: "Wir sind die Republikanische Partei von Texas, nicht die Westboro Baptist Church". Sein Einwurf sei aber mit Buh-Rufen und Gelächter quittiert worden. Die Westboro Baptist Church ist eine extrem queerfeindliche Kirche in Kansas, die mit Slogans wie "God hates fags" (Gott hasst Schwuchteln) für Schlagzeilen sorgt.

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Auch Trans-Rechte werden in dem Programm abgelehnt: Transsexualität sei demnach eine "extrem seltene Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes". Geschlechtsanpassungen sollen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis 21 Jahren verboten werden.

In den letzten Wochen hatten transphobe Initiativen des von den Republikanern kontrollierten Bundesstaats für Aufregung gesorgt. So wurde etwa angeordnet, Eltern von trans Kindern zu verfolgen, die die Geschlechtsidentität ihres Nachwuchses akzeptieren (queer.de berichtete). Darüber gibt es im Bundesstaat derzeit eine gerichtliche Auseinandersetzung (queer.de berichtete).

Queere Republikaner: Delegierte sind "unchristlich"

Die Log Cabin Republicans, der queere Verband innerhalb der Republikanischen Partei, kritisiert den Beschluss scharf. Michael Cargill, der amtierende Log-Cabin-Landesvorsitzende, behauptete im Sender KXAN, dass die Rechtsaußen-Delegierten nicht die Gesamtpartei repräsentierten: "Das ist eine Minderheit, die sich unchristlich verhält und die hasserfüllte Sprache ausstößt". Er kritisierte auch, dass seine Gruppe beim Parteitag offenbar aus Queerfeindlichkeit keine Infotische aufstellen durfte.

Republikanische Abgeordnete müssen sich nicht an das Parteiprogramm halten, da ein Parteiausschluss in den USA praktisch nicht existiert. Allerdings wird so freilich Druck auf gewählte Politiker*innen ausgeübt, sich der offiziellen Parteilinie zu beugen.

Auf dem Parteitag waren auch Verschwörungstheorien mehrheitsfähig. So wurde eine Resolution verabschiedet, in der die Wahl des Demokraten Joe Biden als unrechtmäßig angesehen wird: "Wir lehnen die bestätigten Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen 2020 ab und sind der Meinung, dass der amtierende Präsident Joseph Biden Jr. nicht rechtmäßig vom Volk der Vereinigten Staaten gewählt wurde." Gleichzeitig wurde der republikanische Putschversuch vom 6. Januar 2021 verharmlost. Damals hatte tausende Parteianhänger*innen das US-Kongressgebäude gestürmt, um die Bestätigung der Biden-Wahl zu verhindern (queer.de berichtete). Dabei starben vier Menschen.

Die Republikaner versprechen sich, mit ihrer radikalen Rhetorik ihre Basis hinter sich zu bringen. Am 8. November finden Landes- und Bundeswahlen statt: Gouverneur Greg Abbott will gegen den Demokraten Beto O'Rourke wiedergewählt werden. Außerdem stehen Wahlen zum US-Kongress an, bei denen die Republikaner Umfragen zufolge darauf hoffen können, die Mehrheit sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat zurückzuerobern. (dk)



#2 AtreusProfil
  • 21.06.2022, 12:59hSÜW
  • Vll. nehmen sich Grenell und Co dieses Manifest menschenfeindlicher Gesinnung zum Anlass, ihren Kompass neu einzunorden und leaken als Akt der Befreiung entscheidende Details über Partei, Trump und den Sturm auf das Kapitol, die sodann zur Anklage und Verurteilung der echten Feinde us-amerikanischer Demokratie führen?

    Möglichst bevor die "Parteifreunde" ihre Forderungen verwirklichen und denselben Menschen an der Wand stehend in Kopf schießen, wie erst kürzlich im TV gefordert und von der Moderatorin begeistert beklatscht.

    Wer bereits Transmenschen und ihre Familien kriminalisiert, verfolgt und zum Staatsfeind erklärt, geht mit Sicherheit auch den nächsten Schritt, wenn die Bedingungen stimmen, zumal die Todesstrafe nicht eingeführt, sondern lediglich ergänzt werden muss.
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#3 PiakAnonym
  • 21.06.2022, 13:00h
  • Um mal das Horrokabinett zu ertweitern: Angenommen wurde auch die Forderung nach einem Sezessionsreferendum.
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#4 LorenProfil
  • 21.06.2022, 15:24hGreifswald
  • Die Republikaner in Texas würde ich aus meinem in Deutschland entwickelten Verständnis mittlerweile als rechtsextremistische Partei einordnen, die wegen ihrer politischen Macht mit einem Parteiverbot belegt werden müsste. Aber im Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten gehört zur "Freiheit" halt auch die, auf anderen Menschen nach Belieben rumtrampeln zu können.

    Falls ich jemals die USA mit meinem Besuch beehren werde, werde ich um diesen Bundesstaat einen weiten Bogen machen (leider, da ich mit relativ vielen Country-Songs texanischer Prägung was anfangen kann, solange die Texte nicht religiös "getränkt" oder offensichtlich gestrig sind; my favorite: Willie Nelson). Ich hoffe, dass man diesen Bundesstaat demnächst bei Großereignissen boykottiert. Leider gibt es auch andere Bundesstaaten in den USA, die "texanische Verhältnisse" anstreben.
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#5 swimniAnonym
  • 21.06.2022, 16:24h
  • der herr grenell mit seinen schutzbehauptungen für die trump-partei wird zunehmend entlarvt.
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#6 FliegenAnonym
  • 22.06.2022, 08:09h
  • WIR MÜSSEN AUFPASSEN DAS DIE "WELLE" AUS USA NICHT ZU UNS RÜBERSCHWABT!!! UNS BEDRÄNGT SCHON DIE GEWALT VON RECHTS IM EIGENEN LAND!!!
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#7 dellbronx51069Anonym
  • 22.06.2022, 10:52h
  • Sieht so aus als würde alles so wie in dem dystopischen Roman "Weil wir hier sind" passieren . Zerfall der USA und weltweite Verfolgung von queeren Menschen.
    Nein es läuft ganz und gar nicht gut. Ich sehe da leider keine Trendumkehr. Und von dem Krieg in der Ukraine und wohlmöglich bald in ganz Europa möchte ich erst gar nicht reden.
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#8 TimoAnonym
#9 canSarahAnonym
  • 23.06.2022, 06:40h
  • Antwort auf #6 von Fliegen
  • Die Welle ist schon bei uns. Schaue dir mal die letzten Artikel bei Welt, Bild und co an. Sendungen wie 13 Fragen... TERFs mit Schulterschluss mit den Rechten. Rechte Hetze gegen trans Leute, jeden Tag toleriert von cis Leuten.
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