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Irland

Rugby-Profi Nick McCarthy outet sich als schwul

Nick McCarthy hatte bereits überlegt, seinen Traumsport wegen seiner Homosexualität aufzugeben. Nun outet er sich öffentlich – und lobt, wie sehr er von seinem Team unterstützt wird.


Nick McCarthy zeigt sich nach seinem Coming-out überglücklich

Der 27-jährige irische Rugby-Union-Spieler Nick McCarthy hat sich am Montag auf der Homepage seines Vereins Leinster Rugby als schwul geoutet. Leinster Rugby, ein Verein aus der irischen Hauptstadt Dublin, ist Rekordmeister der internationalen Spitzenliga "United Rugby Championship", in der sich Vereine aus Irland, Italien, Schottland, Südafrika und Wales miteinander messen.

McCarthy dankte seinen Trainern Leo Cullen und Stuart Lancaster für ihre "unglaubliche" Unterstützung. Er habe sich bei ihnen und seinen Teamkollegen schon vorher geoutet und die Reaktionen seien "nur positiv" gewesen.

Zuvor habe er darüber nachgedacht, wegen seiner sexuellen Orientierung mit dem Rugbyspiel aufzuhören. "Ich habe einfach nicht gedacht, dass ich während meiner Rugby-Laufbahn ein Coming-out haben könnte", so McCarthy. Seine Trainer hätten ihn dann durch das Coming-out begleitet, so dass es für ihn einfacher gewesen sei, vor der Mannschaft über seine Homosexualität zu sprechen. "Mir ist klar geworden, dass jeder, der einem wichtig ist, nur will, dass man glücklich ist", erklärte der Spieler.

Johnny Sexton, der Kapitän von Leinster Rugby und vom irischen Rugby-Union-Nationalteam, erklärte, er sei stolz auf seinen Mannschaftskameraden: "Ich kenne Nick seit unserer Zeit in der Sportschule und es war hart für mich zu hören, dass er so mit sich gekämpft hat. Aber jetzt sind wir glücklich, dass er er selbst sein kann", so Sexton. "Wir haben in den letzten Monaten oft darüber gesprochen, dass wir uns um unsere Brüder kümmern, also dass wir uns um Nick kümmern. Und das werden wir weiter tun." Sexton zeigte sich überzeugt, dass McCarthy ein Vorbild für andere schwule Spieler sein könne.

Coming-outs in Vereinsmannschaften sind nach wie vor sehr selten, allerdings gab es zuletzt immer mehr dieser Einzelfälle: So outeten sich allein im Mai der englische Fußballprofi Jake Daniels und der dänische Handball-Erstligaspieler Jacob Bjørn Hessellund. Im Rugbysport hatte sich bereits 2009 der walisische Spitzenspieler Gareth Thomas als schwul geoutet (queer.de berichtete).

In den letzten Jahren sorgte allerdings der australische Rugby-Profi Israel Folau mit wiederholten homosexuellenfeindlichen Äußerungen für Schlagzeilen – der evangelikale Christ begründete seinen Hass mit seinem Glauben (queer.de berichtete). Zudem gab die International Rugby League erst kürzlich den Ausschluss von trans Frauen aus dem Sport bekannt (queer.de berichtete). (dk)



#1 Hamburger JungAnonym
  • 21.06.2022, 16:39h
  • Nicht zu vergessen einer der weltbesten Rugbyschiedsrichter, Nigel Owens, der sich während seiner aktiven an der Pfeife outete.
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#2 KenshiroProfil
  • 21.06.2022, 20:21hBerlin
  • So sind auch meine persönlichen Erfahrungen mit dem irischen Völkchen, offen, ehrlich, poetisch, romantisch und generell tolerant und mit Interesse für viele Dinge. Klar nicht alle sind so, aber der Großteil der Bevölkerung ist gegenüber Queers positiv eingestellt.

    Und ja ich als emaliger Amateur-Kickboxer kann sagen das gerade in den "harten männlichen" Sportarten es bunt und vielfältig zu geht.

    Und man verzeihe mir wenn ich das jetzt sage, aber Nick McCarthy hat blaue Augen, sportlich und den irischen englischen Akzent, alles Eigenschaften die ich sehr anziehend finde.^^
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#3 friendlyUnicornAnonym
  • 22.06.2022, 17:08h
  • Man möchte fast von "Glück" sprechen, dass er noch in seinen (späten) Zwanzigern den Schritt wagte, so hat er immerhin noch die ganzen Dreißiger vor sich.
    Das "fast" nur deshalb, weil es einfach zum Rückwärtsessen ist, dass in dieser Gesellschaft und in diesem immer noch queerfeindlichen "Männersportsystem" selbst diejenigen Jahre oder Jahrzehnte zögern und ihre kostbare Lebenszeit und Jugend aufgrund "gesellschaftlicher Erwartungen" (genauer: widerwärtige Übergriffigkeit) verstreichen lassen müssen - aus Angst vor gesellschaftlichen Sanktionen, die Mitte der 90er bis zur Jahrtausendwende zur Welt kamen. Zu einer Zeit also, als die WHO das unsägliche "Krankheitsbild" schon 20 Jahre lang gestrichen und selbst der immer noch unschöne Nachfolger, die "sexual behaviour disturbance", schon gut, bzw. über 10 Jahre getilgt war.

    Ich wünsche ihm alles Glück und vor allem, dass sich die derzeitigen positiven Reaktionen nicht alsbald ins Gegenteil verkehren.

    Dass solche, für mich sind es Tragödien, Tragödien irgendwann mal nicht mehr sein müssen, daran glaube ich nicht mehr. Zumindest nicht zu unseren Lebzeiten.
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