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Jüri Vips

Rassismus und Homophobie: Red Bull suspendiert Nachwuchsfahrer

Jüri Vips bezeichnete während einer Live-Übertragung die Farbe Pink als schwul und verwendete das N-Wort.


Jüri Vips steht nach diskriminierenden Äußerungen in der Kritik (Bild: Red Bull Racing)

Der estnische Formel-2-Pilot und Red-Bull-Nachwuchsfahrer Jüri Vips ist nach rassistischen und homophoben Äußerungen während einer Liveübetragung von seinem Arbeitgeber Red Bull Raching suspendiert worden. Der Rennstall leitete eine Untersuchung ein.

Der 21-Jährige hatte sich während eines Twitch-Streams mit seinem neuseeländischen Kollegen Liam Lawson unter anderem geziert, eine pinke Kappe zu tragen. Dabei bezeichnete er diese Farbe als "gay". Lawson erklärte daraufhin lachend: "Das kannst du nicht sagen." Während des Streams hat er auch das N-Wort verwendet, als die beiden ein Videospiel spielten.

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Nachdem Videos der Äußerung in sozialen Netzwerken die Runde machten, leitete Red Bull eine interne Untersuchung ein. Bis dahin darf der Sportler nicht mehr zum Training zurückkehren.

Vips bittet um Entschuldigung

Auf seiner Instagram-Seite hat Vips inzwischen sein Bedauern für die Äußerungen zum Ausdruck gebracht: "Ich möchte mich mich uneingeschränkt für beleidigende Sprache während eines Live-Gaming-Streams entschuldigen", so Vips. "Diese Sprache ist völlig inakzeptabel und spiegelt nicht die Werte und Prinzipien wider, die mir wichtig sind." Er bereue seine Worte, die nicht seiner Vorbildfunktion gerecht würden. Daher werde er sich der Untersuchung stellen.

Der 2000 in Tallinn geborene Rennfahrer hatte 2017 die ADAC Formel 4 gewonnen und nahm anschließend an der Formel-3- und seit 2020 an der Formel-2-Meisterschaft teil, bei der er zwei Mal siegreich war und es weitere sechs Mal aufs Podium schaffte. Seit drei Jahren ist er auch ein Testfahrer für die Königsdisziplin Formel 1.

In der Formel 1 haben sich zuletzt insbesondere der siebenfache britische Weltmeister Lewis Hamilton und der vierfache deutsche Weltmeister Sebastian Vettel gegen Homo- und Transphobie engagiert. Hamilton trat etwa letztes Jahr beim Rennen im Verfolgerstaat Katar mit einem Regenbogenhelm an (queer.de berichtete). Vettel fuhr ebenfalls mehrfach mit einem derartigen Helm und setzte sich in Interviews wiederholt für Gleichbehandlung ein. Erst diesen Monat erklärte der 34-Jährige, dass der Einsatz gegen Queerfeindlichkeit "wichtiger als der Sport" sei (queer.de berichtete). (dk)



28 Kommentare

#1 TaaviAnonym
  • 22.06.2022, 10:30h
  • Passt ins Bild des EU-Landes Estland, das Schwulen und Lesben lediglich eine Eingetragene Partnerschaft zähneknirschend zugesteht. An gleichberechtigte Ehe in Estland nicht zu denken, auch dank solcher Typen wie diesem professionellen Autofahrer.
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#2 SchleicheR74
  • 22.06.2022, 10:59h
  • Antwort auf #1 von Taavi
  • Das war auch so ungefähr mein erster Gedanke. ´Ach Estland, ja.. klar..´
    Eigentlich finde ich das Video jetzt nicht wirklich so aufregenswert. Ich würde auch ein grünes Basecap nicht aufsetzen. Aber der Kontext ist leider doch abwertent, wohl besonders im Zusammenhang mit dem N-Wort.
    Fazit: Es wird Zeit für ihn erwachsen zu werden. Für mich noch entschuldbar, wenn jetzt ein paar Stunden Nachhilfe angeordnet werden.
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#3 LarissaProfil
  • 22.06.2022, 11:04hBalbriggan
  • Antwort auf #1 von Taavi
  • Ja klar, jetzt einfach mal so pauschalisieren.

    Dir ist schon klar das du damit nicht im geringsten besser bist als Jüri Vips.

    Ich hoffe er sieht das als ne Lernkurve und hoffe auch das Red Bull die richtige Entscheidung trifft.

    Rassismus und Homophobie gehören auf den Müllhaufen der Geschichte
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#4 Bin Es LeidAnonym
  • 22.06.2022, 11:14h
  • Jede Wette, dass die reaktionären Schneeflöckchen jetzt wieder was von "Nicht mal mehr seine Meinung darf man sagen", der "intellektuelleren" Variante "der Meinungskorridor verengt sich zusehends" und "linksgrün-versiffter CnCeL CuLtuRe" fantasieren.

    Ich bin es so leid, dass diesem tumben Hass aus den reaktionären Ecken fortwährend Bühne, Verständnis und Ermächtigung (durch Nichtstun seitens Regierungen und Gesetzgebungen, bzw. Rechtsprechung) gewährt wird.
    Und hinterher wird sich wieder gefragt, wie es kommen konnte, dass...

    Und was kann man machen? Als popeliger kleiner Bürger? Nichts. Ein paar Petitionen unterzeichnen, die keine Sau interessiert. Briefe an die zuständigen Politiker und Ministerien schicken, die im Rundordner landen. Diskussionen mit Leuten suchen, die weder Fakten, noch Konsens wollen, sondern die die Antithese aller Menschenrechte und eines friedlichen Zusammenlebens vertreten.

    Leider zeigt sich in diesen letzten Jahren wieder deutlicher als lange Zeit, dass Fritz Bauer (Jurist und treibende Kraft zur juristischen Aufarbeitung der NS-Zeit) nach wie vor Recht hat:
    "Ich glaube, es ist eine traurige Wahrheit, dass wir unserem Affenzustand noch sehr nahe sind und dass die Zivilisation nur eine sehr dünne Decke ist, die sehr schnell abblättert."
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#5 SchonProfil
  • 22.06.2022, 12:04hFürth
  • Antwort auf #4 von Bin Es Leid
  • Natürlich kann jeder alles sagen. Natürlich steht auch jeder für sein Sagen mit der Konsequenz ein.
    Natürlich hat auch jede Firma Vertragsfreiheit, und wenn ein Mitarbeiter sich geschäftsschädigend verhält, hat die Firma natürlich das Recht, den Mitarbeiter frei zu setzen. Das berührt in keiner Weise die Meinungsfreiheit.
    Hass ist nun mal keine Meinung, sondern Scheiße, und wenn ich meiner Firma auf den Tisch scheißen würde, würde meine Firma das auch nicht dulden.
    Wo ist da jetzt die Ungerechtigkeit?
    Gegen das Entschuldigen müssen gibt es eine scharfe Waffe: vor dem Reden denken und ein normaler Mensch werden - ohne Hass
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#6 Bin Es LeidAnonym
  • 22.06.2022, 12:52h
  • Antwort auf #5 von Schon
  • "Natürlich steht auch jeder für sein Sagen mit der Konsequenz ein."
    Aha, ist das so?
    Warum läuft dann ein Herr Latzel nicht nur frei rum, sondern hat auch noch einen richterlichen Freifahrtschein für seine Hassreden?
    Warum kann ein Bundesministerium jahrelang auf Menschenrechte scheißen ohne dafür belangt zu werden, bzw. ohne dass es Konsequenzen hat?
    Warum dürfen meinungsbildende Formate trotz Kenntnis von False Balance munter weiter so tun, als seien beispielsweise TERFs und ihre maskulinen Krieger gegen trans gleichzusetzen mit Menschen, die die Menschenrechte eben nicht zum Abwischen der Notdurft verwenden?
    Wieso ist ein richterlich verbriefter Faschist in absehbarer Zeit Vorstand, besser: Führer einer sich im Bundestag befindlichen Partei, die im in ihren Reihen nicht nur Faschisten beherbergt, sondern auch Heimat von direkten Nachkommen der Nazidiktatur ist, die -bevor jetzt die "Sippenhaft"-Keule geschwungen wird, mehr als einmal belegt hat, dass sie die damalige Denke lebt?
    Warum liest man tagtäglich von An- und Übergriffen, die wahlweise gar nicht erst angegangen, spätestens aber nach einiger Zeit wegen "is' nich'" eingestellt werden?
    Warum liest man seit Jahren immer, dass die Anzahl der An- und Übergriff steigen, hört dann zumindest von den (Regierungs-)Parteien, die nicht vollumfänglich aufs GG defäkalieren, dass man jetzt mehr tun müsse und bla bla bla, und dann passiert nichts? Außer vllt. hier und da medienwirksam ein Regenbogenfläggchen zu hissen?
    Warum muss man nach jeder -nicht nur im queeren Bereich- Gewalttat mit "etwas mehr Medienwirksamkeit" die fast immergleiche Litanei von Frank Walter S. hören, dass man erschrocken sei über die Gewalt, dass diese nicht zu tolerieren sei, dass "unsere" Gesellschaft keinen Platz für Hass bla bla bla?

    Doch, "unsere" Gesellschaft HAT Platz für Hass.
    Täglich.

    Und bei den anderen Punkten könnte man natürlich anführen, dass man das im Einzelfall und im Zusammenhang mit x, y, z sehen müsse, dass ja auch was unternommen wird und yadda yadda yadda.
    Wo sind denn die Ergebnisse?
    Es geht seit über einem Jahrzehnt RICHTIG bergab.
    Keine Landes- und keine Bundesregierung kriegt den Hintern diesbezüglich hoch. Bestenfalls toleriert die "Gesellschaft" diese tagtäglichen Übergriffe, quer durchs Land, quer durch die "sozialen Einheiten", quer durch die Institutionen, quer durch die Medien.

    "Gegen das Entschuldigen müssen gibt es eine scharfe Waffe: vor dem Reden denken"
    Genau das ist ja dieser Tage eine Tugend, die insbesondere bei denen gelebt wird, die allenthalben zu Entschuldigungen "gedrängt" werden müssen oder die das direkt als "Cancel Culture" für ihre reaktionären Freund:innen und Jünger:innen ausschlachten (nach dem Motto: "Nicht mal mehr diskriminieren darf man heute ohne Widerspruch!").
    Wie mit der Abschaffung des Welthungers: Liest sich schön. Hat aber mit der Wirklichkeit nichts zu tun.

    "und ein normaler Mensch werden - ohne Hass"
    Zum Abschluss noch das schöne Wort "normal". Oha.

    Ohne Hass - darauf könnten wir uns einigen.
    Allerdings wird mir das von Tag zu Tag schwieriger gemacht. Ich möchte es nicht, aber wenn du alles zusammen zählst, was es in den letzten Jahren an Entwicklungen gab und dann, was dem entgegengesetzt wird (bzw. NICHT entgegengesetzt wird), dann muss ich ganz ehrlich gesehen, ist bei mir der Begriff Hass durchaus im Rahmen der Gefühle. Zusammen mit Wut und Ohnmacht.
    Und keine Sorge, falls es Küchenpsycholog:innen gibt, bei denen jetzt schon der Alarm losgeht: Ich weiß es zu handhaben - ist also nicht so, dass etwas "passiert". Und selbst wenn, dann nicht destruktiv nach außen oder gegen andere (und nein, auch das ist keine schlecht versteckte Suizidankündigung). Es ist "nur" so, dass ich mittlerweile bei jedem neuen An- oder Übergriff, egal ob aus der islamistischen oder christlich-/nationalistisch-reaktionären Ecke oder sonstigen "Herrenemenschen" obigen (unschönen) Gefühlscocktail verspüre.

    Zum Abschluss aber noch auf deine doch sehr trefflich formulierte Analogie zu kommen:
    "Hass ist nun mal keine Meinung, sondern Scheiße, und wenn ich meiner Firma auf den Tisch scheißen würde, würde meine Firma das auch nicht dulden."
    In der Wirtschaft und mit diesem Vorfall wäre das ganz sicher so. Und es wäre auch absolut legitim.
    Nur ist die Firma "Regierung" oder "Gesellschaft" so, dass hier seit Jahren täglich in alle möglichen Ecken und auf alle möglichen Tische geschissen wird - und die Geschäftsführung und Mitarbeitenden ignorieren es komplett, bzw. raunzen dann die an, die es wagen, leise an dieser Praxis rumzukritisieren.
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#7 TaaviAnonym
#8 TaaviAnonym
#9 Cho002Anonym
  • 22.06.2022, 14:13h
  • Seine Werte und Prinzipien gleich Dollar, Dollar, Dollar! Dumm nur, wenn man schneller spricht als nachdenkt ....
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#10 TaaviAnonym
  • 22.06.2022, 14:14h
  • Antwort auf #6 von Bin Es Leid
  • Ich stimme dir voll und ganz zu. Aber Menschen wie wir sind überhaupt nicht alleine. Ich persönlich bin es auch leid, aber ich kämpfe noch gegen Frustration und diese Hasser*innen an. Dumm nur, dass mir von zu vielen feigen Weichspüler*innen wie "Larissa" Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Aber noch trete ich die weg (die Knüppel und die Werfer*innen) und kämpfe weiter.

    Bitte sei nicht frustriert, sondern kämpfe weiter an der Seite von mir und anderen.
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