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Sachsen

Studie zur Akzeptanz von LGBTI listet Handlungsbedarf auf

Insbesondere geschlechtliche Minderheiten fühlten sich im Freistaat Sachsen unwohl. Hier müsse die Politik mehr tun, so die Ergebnisse einer neuen Studie.


Katja Meier ist seit 2019 Sächsische Staatsministerin der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung (Bild: Sandro Halank, Wikimedia Commons / wikipedia)

Eine nicht repräsentative Studie zur sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt in Sachsen macht Handlungsbedarf vor allem für Menschen deutlich, die sich nicht als Frau oder Mann definieren. Landesgleichstellungsministerin Katja Meier (Grüne) stellte am Mittwoch die Studie "Lebenslagen von Isbtiq* Personen in Sachsen" vor. Die Untersuchung wurde durchgeführt vom sozialwissenschaftlichen Institut Rauh Research Management.

Laut der Studie fühlt sich gerade mal ein Viertel der Befragten im öffentlichen Raum sicher. Fast die Hälfte hat in den vergangenen fünf Jahren Beleidigungen, Bedrohungen oder Übergriffe erfahren. Viele Befragte beklagen zudem mangelnde Chancengerechtigkeit bei Ämtern und Behörden und attestieren der Politik, zu wenig für die Verbesserung der Lebenssituation queerer Menschen zu tun.

Probleme gebe es insbesondere im Umgang mit Polizei und Justiz. Hier berichteten fast zwei Drittel der Befragten von negativen Erfahrungen.


Auch beim Coming-out innerhalb der Familie berichteten viele von negativen Erfahrungen. Ein Zehntel erlebte deshalb sogar körperliche Gewalt.


Mit der Lebenslagenstudie liege erstmals ein umfassendes Bild über die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Sachsen vor, erklärte Studienleiterin Christina Rauh. Es gebe eine vergleichsweise hohe Lebenszufriedenheit unter lesbischen, schwulen und bisexuellen Befragten. Doch deutlich unzufriedener seien trans- und intergeschlechtliche Menschen und solche, die sich weder als eindeutig männlich noch als eindeutig weiblich identifizieren. Rauh sieht Handlungsbedarf vor allem auf drei Gebieten: dem Schutz dieser Menschen vor Übergriffen, mehr Unterstützung bei der Familiengründung und Aufklärung schon in der Schule.

Die in der Untersuchung gesammelten Ergebnisse würden dabei helfen, konkrete und zielgenaue Maßnahmen umzusetzen, erklärte Meier im Vorwort der Studie. Im Herbst werde der Landesaktionsplan zur Akzeptanz der Vielfalt von Lebensentwürfen fortgeschrieben. An der Studie hatten sich im Zeitraum November 2021 bis Januar 2022 knapp 1.500 Menschen beteiligt. (dpa/cw)



#1 SchleicheR74
  • 22.06.2022, 11:28h
  • 1. Platz - Polizei und Justiz... da stellen sich mir die Haare auf...
    Das ist Staatsversagen auf ganz hohem Niveau!
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#2 Lucas3898Anonym
  • 22.06.2022, 11:48h
  • Antwort auf #1 von SchleicheR74
  • Habe die Studie mal überflogen und da noch weitere interessante Punkte entdeckt.
    z.B.

    Abbildung 34: Bundesweiter Vergleich der Anzeigequoten von lsbtiq* Opfern (S. 112)

    35% BW
    32% BB
    26% SH
    25% RP
    25% MV
    7% Sachsen
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#3 KopfschüttelAnonym
#4 GreenAnonym
  • 22.06.2022, 13:23h
  • In dem Text ließt sich als seien Homosexuelle überdurchschnittlich zufrieden und empfänden keine Diskriminierung. Das kam bei der Studie ziemlich sicher nicht raus - sie sind zufriedener als Transidente Menschen. Die meisten Homosexuelle durchlaufen genauso eine traumatische Pubertät von der sich viele nicht erholen, weshalb auch die Anfälligkeit für Depression etc. erwiesenermaßen deutlich erhöht ist. Während der transition ist ein transidenter Mensch leicht als solcher identifizierbar, da finden auch die meisten Anfeindungen statt und das senkt die lebenszufriedenheit nachhaltig.
    Als Homosexueller kann man, wenn man will, nahezu unsichtbar sein. Das die Diskriminierung hier wesentlich geringer sei, oder alle Homosexuellen wunschlos glücklich, halte ich für ein ziemliches Zeitgeist-Märchen. "Schwul" ist nach wie vor eines der populärsten Schimpfwörter und die Anfeindungen sind enorm wenn man sich nicht bloß am csd deutlich zeigt.
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#5 Lucas3898Anonym
  • 22.06.2022, 14:03h
  • Antwort auf #4 von Green
  • Man muss auch mehrere Nebenbedingungen betrachten, die im Text der Studie erwähnt werden.

    Schwule Teilnehmer waren im Durchschnitt am ältesten, inbesondere deutlich älter als nichtbinäre oder asexuelle Teilnehmer*innen.

    "Der Altersdurchschnitt beläuft sich auf 29 Jahre. Zum Vergleich: Das Durchschnittsalter der sächsischen
    Gesamtbevölkerung liegt bei 46,9 Jahren. Innerhalb der befragten lsbtiq* Gruppen fällt auf, dass
    Befragte, die sich als schwul bezeichnen, mit 34 Jahren das höchste Durchschnittsalter haben, gefolgt
    von lesbischen Antwortenden mit 31 Jahren. Dagegen bezeichnen sich vergleichsweise mehr jüngere
    Befragte als queer oder bisexuell (Altersdurchschnitt von 27 Jahren) oder pansexuell (26 Jahre). Die
    jüngste Befragtengruppe in dieser Stichprobe bilden asexuelle Personen mit durchschnittlich 24
    Lebensjahren.
    Ebenso fällt ein gewisser Altersunterschied zwischen Befragten verschiedener geschlechtlicher
    Identitäten auf: Cismännliche Antwortende sind im Durchschnitt 34 Jahre alt. Damit sind sie
    durchschnittlich älter als cisweibliche, als trans- sowie als anders-geschlechtliche Antwortende (jeweils
    28 Jahre im Durchschnitt). Die jüngste Gruppe der Stichprobe bilden nicht-binäre Personen mit
    durchschnittlich 25 Jahren.
    Für die Interpretation der Studienergebnisse bedeuten diese Altersunterschiede, dass die Antworten
    nicht-binärer Personen durchschnittlich eher Perspektiven jüngerer Personen wiedergeben als
    insbesondere Antworten cisgeschlechtlicher Befragter. Ebenso werden Antworten schwuler Befragter
    eher Lebenslagen und Erfahrungen durchschnittlich mittdreißiger statt mittzwanziger Personen
    widerspiegeln. Aufgrund geringer Fallzahlen in den Teilgruppen je Alter je Geschlechtsidentität und
    Analysekategorie kann nur an einigen Stellen der Analyse eine statistische Drittvariablenkontrolle
    erfolgen. "

    Siehe Studie S. 24

    "Während sich eine Mehrheit von 60 % der über 55-Jährigen sicher fühlt, sind es bei den 40- bis 55-Jährigen 41%, bei 28- bis 39-Jährigen 25 %, unter 18- bis 27-jährigen Befragten 23 % und in der jüngsten Gruppe der 16- bis 17-Jährigen nur 16 %. "

    Siehe Studie S. 109 f.
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#6 GreenAnonym
#7 LorenProfil
  • 22.06.2022, 17:40hGreifswald
  • Antwort auf #1 von SchleicheR74
  • Wenn ich die Studie mal als Trend verstehe (sie ist ja nicht repräsentativ), dann finde ich auch die 10% in der Pflege bemerkenswert. Bemerkenswert schäbig handeln da wohl einige, von denen ich erwarte, dass sie ohne Ansehen der Person ihre Dienstleistungen erbringen.
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#8 Ith_Anonym
  • 22.06.2022, 17:56h
  • Nazis aus ganz Deutschland ziehen nach Thüringen und Sachsen um, weil sie wissen, dass ihresgleichen da ganze Dörfer bereits gehören, inklusive der nächsten Polizeistation, sofern es in Reichweite überhaupt eine gibt, und sowas hat halt Folgen.
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#9 Lucas3898Anonym
  • 23.06.2022, 00:43h
  • Antwort auf #8 von Ith_
  • Ist bekannt.

    Aber wie sich bei den Kommunalwahlen in Sachsen zeigt, gibt es Widerstand in der Bevölkerung. In Allen Landkreisen lagen die AfD-Kandidaten hinten.

    Von den 40% bei der Bundestagswahl ist die AfD da recht weit entfernt, trotz weniger Kandidaten.
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