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Pride Month

Queerfeindliche Übergriffe am Rande von CSDs in Augsburg und Kelkheim

Auch CSDs sind keine sicheren Orte für queere Menschen: Das zeigen zwei Übergriffe aus Bayern und Hessen.


CSDs sind einigen Homo-Hasser*innen offenbar immer noch ein Dorn im Auge (Bild: TechLine / pixabay)

Nach CSD-Demonstrationen ist es am Wochenende in Augsburg und Kelkheim zu offen queerfeindlich motivierten Gewalttaten gekommen. In Augsburg berichteten die Veranstalter*innen auf Instagram mit dem Titel "Triggerwarnung: Queerfeindliche Gewalt" von einem Übergriff am Samstag.

"Die betroffenen Personen wurden bedrängt, Regenbogenflaggen entwendet und zerrissen. Zudem wurden zwei queere Personen verprügelt und getreten, als sie bereits am Boden lagen", heißt es in dem Eintrag vom Dienstag. "Wir sind erschüttert und traurig darüber, solche Vorfälle in der Friedensstadt Augsburg verzeichnen zu müssen." Die Veranstalter*innen seien sowohl mit der Polizei als auch mit den betroffenen Personen in Kontakt.

Update: Der CSD hat für diesen Samstag, 25. Juni, zu einer Kundgebung von 12 bis 15 Uhr auf dem Königsplatz aufgerufen.

Gewalt auch nach dem CSD Kelkheim

Einen Vorfall gab es auch im 29.000 Einwohner*innen zählenden Kelkheim im Main-Taunus-Kreis. Nach dem CSD sind dort laut "Wiesbadener Kurier" ein 22- und ein 23-Jähriger am frühen Sonntagmorgen vor einer Bar von einem Unbekannten verprügelt worden. Demnach habe der Täter eines der beiden Opfer nach seiner sexuellen Orientierung gefragt. Der Angesprochene habe bestätigt, dass er schwul sei. Daraufhin sei ihm ins Gesicht geschlagen worden.

Der Täter wurde als 1,80 Meter großer Mann mit dunkelbraunen, kurzen Haaren, einem Bart sowie einem T-Shirt beschrieben. Zeug*innen werden gebeten, sich bei der Polizei in Kelkheim unter der Telefonnummer (06135) 67490 zu melden.

Wegen des Übergriffs planen die CSD-Organisator*innen am kommenden Mittwoch eine Kundgebung auf dem Marktplatz in Kelkheim: "Wir lassen uns die Gewalt in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei unserem CSD auf junge Menschen nicht gefallen!!!", erklärten sie in sozialen Medien. "Wir sind laut, LAUTER als alle queerfeindlichen Menschen, die es gibt!!!!" Weiter hieß es in dem Aufruf: "Zeigt Flagge! Seid LAUT!!! Zeigen wir, dass wir stärker sind!!!" (dk)



10 Kommentare

#1 HellasAnonym
  • 22.06.2022, 15:34h
  • Wenn das im Osten passiert wäre, wäre kollektiv und pauschal wieder der ganze Osten schuld und natürlich Die Ostdeutschen. Umgekehrt frage ich mich, wo hier das Engagement der Westdeutschen Bevölkerung bleib? Wenn man sich doch als so aufgeklärt und demokratiegefestigt präsentiert?!?
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#2 WettenAnonym
  • 22.06.2022, 15:42h
  • Gleich gehts wieder los und in der eigenen "Community" wird mensch empfohlen:
    - Ist doch alles nicht so schlimm
    - Muss man halt mit leben
    - Man muss nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machen
    - Es wird doch schon so viel getan, damit es besser wird. Das dauert halt. Kann zwar schon mal so ein-zwei Jahrzehnte schlechter werden, aber eigentlich wird es gerade alles besser
    - Nicht toll, aber gibt schlimmeres

    Interessehalber: Wie groß mag die Schnittmenge derer, die obige Statements recht regelmäßig bringen, mit denen, die sich immer beklagen, dass die CDS-Paraden ja keine politische Botschaft mehr vermitteln, sein?
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#3 LorenProfil
  • 22.06.2022, 17:30hGreifswald
  • In Deutschland gibt es zu viele Leute mit krimineller Energie, die gewaltig gegen queere Menschen vorgehen, im öffentlichen Raum wie im privaten.

    In Deutschland gibt es zu viele egozentrische Mitbürger*innen, die gegenüber dieser Gewalt völlig ignorant sind und keinerlei Solidarität zeigen.

    In Deutschland gibt es zu viele Leute, die Politik als Beruf oder ehrenamtlich betreiben und denen diese antiqueere Gewalt offenkundig am Allerwertesten vorbeigeht. Ich höre von ihnen bis hinein ins Bundespräsidial- und Bundeskanzleramt nichts.

    Denk ich an Deutschland in der Nacht ... Der Schoß ist fruchtbar noch ... Wehret den Anfängen! Nix gelernt.
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#4 LorenProfil
#5 in der TatAnonym
  • 22.06.2022, 17:33h
  • Antwort auf #1 von Hellas
  • 30 und mehr Prozent für die AfD in ostdeutschen Regionen sprechen Bände ... taugen aber nicht für Pauschalisierungen.
    Bedauerlich finde ich es, dass auch in der westdeutschen Provinz offenbar Schwulenhass zunimmt, wo hier doch immer wieder Kommentator:innen aus kleinen Städten Großstädte wie Berlin oder Köln dissen mit dem Argument, dass aufm Land alles supi wäre. Stimmt offenbar nicht bzw. nicht mehr. Städte wie Berlin erfassen Queerfeindlichkeit wenigstens statistisch
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#6 SchonProfil
#7 SchonProfil
  • 22.06.2022, 20:32hFürth
  • Antwort auf #2 von Wetten
  • Also ich bin jetzt nicht die Community, sondern ein einzelner, bedeutungsloser Mensch, aber ich habe seit den letzten Wochen noch einen Schwung LGBTIQ++-T-Shirts für die Arbeit und für die Freizeit gekauft, um sichtbarer zu werden und seit vielen Jahren werde ich dieses Jahr wieder auf den CSD gehen.
    Das ist meine private Reaktion auf 50% mehr Hasskriminalität gegen LGB und 66% mehrt gegen TI und NBPs.
    Ich mache seit Monaten wieder Hanteltraining und übe wieder ein paar Schlag und Abwehrtechniken.
    Also kein "ist-nicht-so-schlimm-blablabla" von meiner Seite.
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#8 nichtnurnachtsAnonym
  • 23.06.2022, 04:19h
  • Antwort auf #3 von Loren
  • Jo, so ist es.
    Für die einen ganz reales tägliches Faktum und Erleben und für die anderen maximal ein elitäres Minderheitenproblemchen von Weicheiern, die dies wiederum benutzen wollen um der Mehrheit ihren Willen aufzupropagandieren.

    Wie die Religionen gezielt und bewusst ihr Wirken nur auf selbst definierte Gruppen von Menschen richten, so ist in Politik und Gesellschaft für zu viele der ganz selbstverständliche Masstab, dass Solidarität, Interesse am Leben anderer und das Zugestehen gleicher Rechte nur denen zuteil werden soll, die es ihren Werten nach verdienen (also als gleichwertig empfunden werden) und denen, die nicht durch eigenes schuldhaftes Verhalten eine persönliche wie allgemeine Provokation darstellen.
    Thierse, Wagenknecht, Palmer sind hier ein kleiner Auszug personifizierter Schreibtischtäter*innen, die Hass und Gewalt aktiv fördern und versuchen zu legitimieren. Schlimmer sind jedoch fast noch die, die dies aus politischen und egoistischen Erwägungen beschönigen und dieser Hetze keine Konsequenzen für die Täter*innen folgen lassen.

    Wir kriegen täglich auf die Fresse.
    Ganz normal und meistens verbal oder im tagtäglichem Umgang.
    Die zahllosen Fälle physischer Gewalt werden als Einzeltaten abgetan, nicht als gesellschaftlich-strukturelles Problem benannt und in aller Regel öffentlich totgeschwiegen.
    Wie anderes als ein Leben zweiter Klasse mit implizierter Forderung nach Anpassung und Verhaltenskodex kann das bezeichnet werden?!

    Freiheit und Pride.
    Wir brauchen einen langen Atem, der weit über die persönliche Lebensspanne reicht.
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#9 canSarahAnonym
  • 23.06.2022, 06:43h
  • Prides sind inzwischen hier nur noch Sommerfeste und haben nichts mehr mit Emmanzipation zu tun. Safespaces? Nur fuer Cis Dudes.
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#10 ToffiAnonym
  • 23.06.2022, 12:23h
  • Antwort auf #9 von canSarah
  • Man kann zu gewissen Prides stehen wie man möchte und sicherlich ist in einigen Fällen diese Diskussion auch berechtigt und notwendig.

    Ich wehre mich aber hier gegen eine Pauschalierung und Verallgemeinerung. Wir haben - ebenfalls am vergangenen Wochenende - den allerersten CSD im Kreis Heinsberg durchgeführt, in einer ähnlich großen Stadt wie Kelkheim wo es jetzt den Angriff gab. Neben viel Zuspruch kam natürlich auch hier die Diskussion auf, was wollt ihr denn noch alles und das Ganze ist doch eh nur noch Party. NEIN! Wir haben uns als Organisatoren bewusst für ein Konzept entschieden in dem Information und Unterhaltung gleichberechtigt sind. Das Bühnenprogramm war abwechselnd gehalten und es gab dreißig Informationsstände. Und bei den Besucher*innen ist dieses Konzept außerordentlich gut angekommen, so dass trotz 35 Grad bis an die tausend Besucher an dem Tag vorbei kamen und sich informierten aber auch unterhalten ließen.
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