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RTL/ntv-Trendbarometer

Jeder sechste Deutsche hätte Problem mit homosexuellem Bundeskanzler

In Deutschland gibt es noch immer viele queerfeindliche Vorurteile – besonders engstirnig sind Männer sowie Fans von Union und AfD. Immerhin: Eine große Mehrheit spricht sich für Regenbogenunterricht an Grundschulen aus.


So mancher möchte diese schicke Immobilie für Heterosexuelle reservieren (Bild: mrsebastianhofmann / pixabay)

Aus einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage für das RTL/ntv-Trendbarometer geht hervor, dass noch immer viele Menschen in Deutschland queerfeindliche Vorurteile hegen. So würde es etwa 17 Prozent stören, wenn sich der Bundeskanzler als schwul oder die Bundeskanzlerin als lesbisch outen würde. Männer sind dabei viel ablehnender als Frauen (21 gegenüber zwölf Prozent). Parteipolitisch kommt die größte Ablehnung von Anhänger*innen von CDU/CSU (30 Prozent) und AfD (26 Prozent). Unter FDP-Fans hätten 18 Prozent Probleme mit einer queeren Person im Kanzleramt, unter Anhänger*innen der SPD zwölf Prozent und unter denen der Grünen fünf Prozent.

Auch in anderen Bereichen hätte eine stattliche Minderheit Probleme mit sexuellen Minderheiten. Einen schwulen Erzieher würden etwa 16 Prozent ablehnen, einen schwulen Chef oder eine lesbische Chefin neun Prozent, ein sportliches Vorbild, das sich outet, sieben Prozent. Zudem fänden es acht Prozent problematisch, wenn neben ihnen ein gleichgeschlechtliches Paar einzieht.

Forsa stellte noch weitere Fragen zur Akzeptanz und Toleranz der Bevölkerung gegenüber queeren Menschen: 64 Prozent gaben etwa an, sie hätten kein Problem damit, wenn sich ihr Kind outen würde, "weil die sexuelle Orientierung meines Kindes für mich keine Rolle spielt". Fünf Prozent erklärten aber, sie hätten das Gefühl, in diesem Fall in der Erziehung etwas falsch gemacht zu haben (unter AfD-Fans sind es sogar 13 Prozent).

Bei Trans-Identität ist die Akzeptanz geringer: So erklärten nur 51 Prozent der Befragten, sie würden ihr Kind unterstützen, offen mit seiner Transsexualität umzugehen. Besonders hoch ist die Akzeptanz unter Fans der Grünen (72 Prozent) sowie 18- bis 29-Jährigen (65 Prozent), besonders niedrig unter Fans der FDP (35 Prozent) und der AfD (20 Prozent).

Fast zwei Drittel für queeren Unterricht in Grundschulen

Der Umfrage zufolge finden es 64 Prozent der Befragten gut, wenn bereits in der Grundschule über sexuelle Vielfalt aufgeklärt wird. 29 Prozent sind dagegen. Zudem begrüßen 74 Prozent, dass die Europäische Union gegen queerfeindliche Gesetze in Polen und Ungarn vorgeht. 22 Prozent wollen Mitgliedsstaaten dagegen erlauben, nach Gutdünken mit den Rechten von LGBTI umzugehen. Außerdem halten 81 Prozent die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft im queerfeindlichen Katar für nicht richtig, nur zehn Prozent sind gegenteiliger Meinung.

Forsa hatte für die Umfrage 1.010 Menschen zwischen dem 13. und 15. Juni repräsentativ befragt. Die statistische Fehlertoleranz wird mit drei Prozentpunkten angegeben. (dk)



15 Kommentare

#1 WeHave A ProblemAnonym
  • 22.06.2022, 16:56h
  • Gut, dann muss ich leider jede*n sechste*n Deutschen auch in diesem Bereich als meinen persönlichen Feind ansehen.

    Wenig überraschend, dennoch nicht minder zum Ausrasten:
    "Bei Trans-Identität ist die Akzeptanz geringer: So erklärten nur 51 Prozent der Befragten, sie würden ihr Kind unterstützen, offen mit seiner Transsexualität umzugehen."
    Was für f*ck "Familien" - bleibt nur zu hoffen, dass möglichst wenige trans in solchen feindlichen und feindseligen Umgebungen aufwachsen müssen und wenn, dass sie ohne größere bleibende Schäden durch familiäre Übergriffe aus diesen Dreckslöchern rauskommen. Und jetzt erzähle mir noch mal jemand, es wäre ja alles nicht schlimm, und es würde alles besser bla bla blub.
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#2 Lucas3898Anonym
#3 RealistinAnonym
  • 22.06.2022, 17:39h
  • Antwort auf #1 von WeHave A Problem
  • "Gut, dann muss ich leider jede*n sechste*n Deutschen auch in diesem Bereich als meinen persönlichen Feind ansehen."

    So isses. Ärgerlich ist aber, dass wir diese Leute mit unseren Steuern auch noch per Transferleistungen und Brutpflegezuschüsse durchfüttern.
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#4 So whatAnonym
  • 22.06.2022, 17:57h
  • Antwort auf #2 von Lucas3898
  • Es wird also besser?
    Soso - es wird nicht besser, die Stimmung wird sogar schlechter, queerfeindliche Straftaten explodieren, schau dir doch mal zb. die BKA Statistiken an.
    Jeden Tag hetzt die rechtsradikale Medienlandschaft munter die Bevölkerung auf.
    Unter jedem Artikel der sogenannten Mainstream Presse ergießt sich ungehindert der Hass vor allem gegen das t in lgbt.
    Das bewirkt keine Verbesserung im Gegenteil...
    Alles in allem doch bekannt - was soll dieses ständige schön reden?

    Wir haben ein riesiges Problem in Deutschland, der EU, der sogenannten westlichen Demokratie.
    Rechte gibt es (nur teilweise) auf dem Papier, keines dieser Rechte ist wirklich verfassungsfest, wenn die Ampel versagt, wirst du hier eine Politik erleben welche den Südstaaten der USA, Ungarn und Polen in nichts nachstehen wird.
    Aber jaja alles ist gut und soviel besser als noch vor Jahren schon klar.
    Gab es in dieser sogenannten Wertegemeinschaft, in jüngerer Vergangenheit, jemals so viel Abbau von Grundrechten?
    Es gibt keinen wirklich greifbaren Fortschritt, die letzten Jahre waren auch keine Stagnation, sie waren ein Rückschritt - und sie waren eine Radikalisierungsphase, jener Kräfte welche fundamental Rechte für LGBTQ abschaffen wollen und daran ganz aktiv, professionell, jeden Tag, erfolgreich arbeiten und wie du siehst die Mehrheitsmeinung bereits wieder erreichen.

    Nun kommt sicher wieder jemand wo meint dass es ja alles nicht so schlimm sei:
    Schaut euch doch die Kampagnen an, lest hier doch mal die verlinkten Studien, Fakten, Erhebungen der letzten Jahre durch.
    Oder schaut doch mal die Angriffe just in pride month an - war das vorher auch so häufig?
    Sprecht es doch mal in euren Communitys an - wie bedroht sich eure Leute fühlen.
    Das ist keine irrationale Wahrnehmung, es ist die Realität, ja wir sind bedroht, wir werden bekämpft.

    Ich sehe es ja auch hier in den Kommentaren, in meinem Freundeskreis, an mir selbst, nächstes Jahr wird es wieder eine Kriminalstatistik geben - 3 der dort aufgezeigten Fälle werde ich sein.
    Und 5 Freunde von mir - es könnte mehr sein aber viele scheuen die Anzeige (leider aus gutem Grund).
    Ich prophezeie mal folgendes:
    2022 Anstieg queerfeindliche Straftaten 150%.
    Aufklärungsquote sinkend auf unter 50%.
    Schmunzelt nur darüber - euch betrifft es auch noch früher oder später (und ich wünsche es euch nicht).

    @Lucas3898
    Ich wollte eigentlich nur dir Antworten habe es dann aber allgemein gehalten.
    Es soll kein Angriff auf dich sein.
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#5 PeerAnonym
  • 22.06.2022, 19:51h
  • Ein Sechstel sind 16,66%. Mit so einem geringen Wert lässt sich arbeiten.

    Manche müssen auch erst mal direkt damit konfrontiert werden, um dazu zu lernen. Und einen letzten traurigen Rest Ewiggestriger wird es immer geben.
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#6 seb1983
  • 22.06.2022, 21:17h
  • Antwort auf #4 von So what
  • Du machst den beliebten Fehler dir eine Zahl herauszugreifen die grade passt und dann loszulegen. Das passiert gerne unbedarft, mitunter aber auch gezielt zur Desinformation. Hilfreich dabei auch je nach Ziel absolute oder relative Zahlen nutzen.

    Statistiken bedürfen immer auch der Interpretation.

    Das Problem hier:
    Wir kennen die absolute Gesamtzahl der queerfeindlichen Straftaten in Deutschland nicht.
    Was wir kennen: Die Zahl der angezeigten Straftaten. Diese sind, sorry, verhältnismäßig gering, da sind 150% Zuwachs leicht zu erreichen, und hören sich besser an als die schmächtigeren absoluten Zahlen.
    Weiteres Problem: Die Zahlen werden erst seit wenigen Jahren erhoben, von 2000, 1980, 1960 wirst du keine finden, huch da war das ja sogar noch strafbar...

    Ein Anstieg queerfeindlicher Straftaten lässt sich aus den Zahlen einfach nicht sicher herleiten.
    Es gibt mehrere Interpretationsmöglichkeiten:

    -Die Zahl der Straftaten steigt wirklich, möglich aber unwahrscheinlich dass die Gesellschaft plötzlich wirklich queerfeindlicher wird, möglich auch dass schwules Leben sichtbarer und daher auch leichter angreifbar ist.

    -Wahrscheinlicher:
    Die Zahl der ANGEZEIGTEN queerfeindlichen Straftaten steigt.
    Jüngere Schwule haben mehr Vertrauen zur Polizei als die 68er Generation, schämen sich weniger, setzen ihre Rechte eher durch, die Polizei ist eher sensibilisiert für solche Straftaten.
    Es würde also lediglich die mit Sicherheit sehr große Dunkelziffer queerfeindlicher Straftaten sinken.

    -Eine Kombination aus beidem wäre auch denkbar.
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#7 SchönschreiberAnonym
  • 22.06.2022, 21:18h
  • Antwort auf #5 von Peer
  • Ja, ich weiß, alles mega, keine Probleme, selbst wenn der Laden lichterloh in Flammen steht: In der Community finden sich immer welche, die alles schlnschreiben.

    Übrigens schön, wie du neben dem Schönschreiben von Homofeindlichkeit gleich die 50%, die ihre eigenen Kinder nicht akzeptierten/unterstützten, wenn sie trans sind.
    Aber stimmt: trans müssen ja ihrer Existenz komplett beraubt werden. Sie haben schlicht nicht zu existieren - oder warum sonst sollte man diesen horrenden Wert komplett ignorieren?

    Mittlerweile muss ich mir hier als cis Schwuler ob der Salomons und der offenen trans Feindlichkeit immer öfters einen Eimer hinstellen.
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#8 Why notAnonym
  • 22.06.2022, 22:11h
  • Antwort auf #6 von seb1983
  • Ich finde du begehst einen Fehler du vergleichst die letzten 5 jahre mit ua. 1960.
    Hey weißt du 1940 war es sicher auch schlimm...
    Okay das war nun überspitzt aber ich denke du verstehst was ich sagen will.
    Und hey klar uns geht es ja auch besser als den Menschen in Nordkorea.
    Sollte wohl nicht die Messlatte sein aber ist wohl auch eine Wahrheit.

    Die letzten Jahre waren nicht gut und ja das Dunkelfeld das liegt noch höher.
    Bestreite ich nicht - die Anzeige Bereitschaft ist immernoch gering auch dies ist gut belegt.
    Ist sie besser als 1980?
    Sicherlich - macht es aber nicht besser das die erfassten Zahlen zunehmen und folglich auch jene die nicht erfasst werden.
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#9 elimAnonym
  • 22.06.2022, 22:32h
  • Ich tu mir immer schwer mit solchen "Was wäre wenn"-Umfragen, vor allem bei dieser Elternsache: 36% (homo) und 49% (trans) sind schon bei einer rein hypothetischen Frage nicht bereit, die gesellschaftlich erwünschte Antwort "Ich unterstütze mein Kind bedingungslos" zu geben? Woha, das läßt Schlimmes vermuten, wenn das rosarote Selbstbild, zu dem der Mensch nun mal neigt, in der realen Welt seine Risse bekommt.
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#10 Lucas3898Anonym