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"Wir sind der Menschlichkeit verpflichtet"

Ostfriesische Kaserne hisst Regenbogenfahne

In einer Kaserne in der drittgrößten Stadt Ostfrieslands weht bald nicht nur die Bundesdienstflagge, sondern auch die Regenbogenfahne.


Die Regenbogenfahne erobert auch deutsche Kasernen… (Bild: Nan Palmero / flickr)
  • 23. Juni 2022, 13:49h, noch kein Kommentar

Die Evenburg-Kaserne im ostfriesischen Leer stellt sich hinter die LGBTI-Community: Angesichts des ersten CSDs im 35.000 Einwohner*innen zählenden Leer wird die Einsatztruppe nach einem Bericht der "Nordwestzeitung" (Bezahlartikel) am 28. Juni die Regenbogenfahne hissen. Sie soll direkt neben der Bundesdienstflagge gezeigt werden. Laut Kommandeur und Oberstarzt Dr. Kai-Siegfried Schlolaut werde so ein Zeichen in der Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz innerhalb der Bundeswehr gesetzt. Der CSD Leer wird am 14. Juli stattfinden.

"Das Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst 'Ostfriesland' (Kdo SES) ist weltweit im Einsatz und ohne einen offenen und professionellen Umgang wären wir zu solchen Einsätzen nicht in der Lage. Wir sind der Menschlichkeit verpflichtet", teilte die Pressestelle mit. Es spiele keine Rolle, welche ethnische Herkunft, Sexualität, körperliche Verfassung, Geschlecht oder Überzeugung ein Mensch habe. Die Einsatzkräfte würden sich damit hinter die "Charta der Vielfalt" stellen, der die Bundeswehr bereits 2012 beigetreten ist (queer.de berichtete). Ferner erklärte die Pressestelle: "Das Kdo SES als Teil der Bundeswehr verteidigt Freiheit, Vielfalt und die Menschenwürde aller Menschen."

Bei der Evenburg-Kaserne hatte es in den letzten Jahren einige Änderungen geändert: Bis Herbst 2010 war die Kaserne etwa noch nach dem deutschen Kolonialgeneral Paul von Lettow-Vorbeck (1870-1964) benannt – und damit nach einem Mann, der sich am Völkermord an den Herero und Nama beteiligt hatte, bei dem im damaligen Deutsch-Südwestafrika schätzungsweise 90.000 Menschen getötet worden waren. Schließlich erkannten die Verantwortlichen in Ostfriesland, dass der Name nicht mehr zeitgemäß ist. Der neue Name Evenburg bezieht sich auf ein nahe gelegenes Wasserschloss im Leeraner Ortsteil Loga.

Zuletzt sorgte die Bundeswehr vergangenen Monat für Negativ-Schlagzeilen, weil sie die trans Soldatin Anastasia Biefang wegen ihres Dating-Profils maßregelte (queer.de berichtete). Das führte zu einer politischen Debatte, in der der Queerbeauftragte die Maßregelung scharf kritisierte, diese aber aus der Union Unterstützung erhielt (queer.de berichtete). Queere Beschäftigte der Bundeswehr protestierten am deutschen Diversity-Tag mit einer Online-Aktion gegen die queerfeindliche Haltung ihres Arbeitgebers (queer.de berichtete). (dk)