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- 26. Januar 2006 1 Min.
Hamburg (queer.de) - Corny Littmann (53), offen schwuler Präsident des Fußball-Klubs FC St. Pauli hat in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung gesagt, dass es Homosexuelle in allen Bundesliga-Vereinen und auch in der Nationalmannschaft gibt. Von einem Zwangsouting hält Littmann allerdings nichts: "Wenn sich jemand outen möchte, muss er das von sich aus tun. Jemanden zu outen, finde ich widerwärtig. Sicher ist, dass ich schwule Profis kenne. Und das nicht nur vom Hörensagen." Die Fußball-Bundesliga gilt gemeinhin als "letzte Bastion", in der sich Homosexuelle bis heute nicht geoutet haben. Der einzige deutsche Spieler, der sich je zu seiner Homosexualität bekannte, war Heinz Bonn, der bis 1973 beim HSV spielte. 1991 wurde er mit 44 Jahren von einem Strichjungen erstochen. Auf das Outing eines bekannten Fußballers müsse man laut Littmann aber noch warten: "Das wird sicher noch zehn Jahre dauern." Er würde heutzutage auch keinem dazu raten, sich zu outen. "So etwas geht im deutschen Profi-Fußball höchstens, wenn sich eine Gruppe von 20 Männer zusammentut und gemeinsam zur Homosexualität steht. Der soziale Druck nach einem Outing wäre für den Spieler nicht auszuhalten." (jg)















Worin liegt die Ursache? Darin, dass Schwule im Fußball alle Klischees endlich dorthin befördern würden, wo sie hingehören (auf den Müllhaufen der Geschichte)?! Vor allem wohl deswegen, weil die Offenlegung dieser Tatsache natürlich ganz gewaltig am kollektiven "Männlichkeitskomplex" vieler Hetero-Typen kratzen würde, von denen viele nur Angst vor möglichen eigenen homophilen Neigungen haben!
Leider kann ich dem Fazit von Herrn Littmann ganz und gar nicht zustimmen, denn er bestätigt mit seinen Ausführungen ja selbst, dass es sich hier um einen beispiellosen Skandal der Unterdrückung und Ausgrenzung handelt. Diesem menschenverachtenden Treiben kann man nur dadurch begegnen, dass alle Homosexuellen im deutschen Profi-Fußball (gleiches gilt für andere Länder) als solche sichtbar werden.
Da sie dies aus Angst vor Ablehnung und vor "unerträglichem sozialen Druck" offenbar nicht tun wollen oder können, ist ein kollektives Zwangs-Outing dieser Herren der einzige Weg, um den homophoben Managern der Clubs und des DFB endlich die rote Karte zu zeigen und dafür zu sorgen, dass Homosexualität im Fußball ebenso offen und selbstverständlich behandelt wird, wie es auch in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen der Fall sein SOLLTE!
Nicht zuletzt handelt es sich beim Fußball um einen Sport, mit dem sich gerade auch viele Jungs und junge Männer identifizieren!