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"Ich bin normal"

Erster Ex-Profifußballer outet sich als bisexuell

Der frühere brasilianische Nationalspieler Richarlyson berichtet in einem Podcast, dass er sowohl Beziehungen mit Männern als auch Frauen führte. 2007 hatte er noch gegen Homogerüchte geklagt.


Richarlyson beim Training in seiner aktiven Zeit
  • 25. Juni 2022, 00:42h 3 2 Min.

Ein neues Coming-out im Fußball: In einem Podcast der brasilianischen Mediengruppe Globo erklärte der frühere brasilianische Nationalspieler Richarlyson, dass er bisexuell sei. Viele Menschen hätten ihn zu diesem Schritt ermutigt, so der 39-Jährige, der 2004 auch für eine kurze Zeit für Austria Salzburg gespielt hatte.

Sein ganzes Leben lang sei er immer wieder gefragt worden, ob er schwul sei, erklärte der Mittelfeldspieler, der mit bürgerlichem Namen Richarlyson Barbosa Felisbino heißt. Nun stellte er klar: "Ich hatte Beziehungen mit Männern und mit Frauen auch. Ich bin normal, ich habe Bedürfnisse."

2007 klagte Richarlyson gegen die Behauptung, er sei schwul

Tatsächlich war Richarlyson vor 15 Jahren mit Homogerüchten in den Schlagzeilen. 2007 verklagte er den Präsidentes des Fußballteams Palmeiras, weil dieser ihn als schwul bezeichnet hatte (queer.de berichtete).

Der homofeindliche Richter Junqueira Filho wies die Klage des Fußballers jedoch ab. "Wenn Richarlyson schwul ist, dann hat er im Fußball nichts verloren, wenn er nicht schwul ist, dann kann er sich ja im Fernsehen selbst verteidigen", so seine Begründung. Außerdem fügte er hinzu, dass Schwule ihre eigenen Teams und Meisterschaften gründen sollten, damit der Fußball einheitlich bleibt, denn immerhin handele es sich um ein "männliches Spiel".

Nachdem der Oberste Gerichtshof Brasiliens eine Erklärung des Richters einholen wollte, verabschiedete sich dieser auf unbestimmte Zeit in den Urlaub.

"Wenn das das ist, was gefehlt hat, dann bitte"


Richarlyson beim Karneval in Salvador de Bahia (Bild: Ambev Brasil / flickr)

Er hoffe, dass sich die Dinge durch sein Coming-out zum Positiven wenden würden, erklärte Richarlyson im Podcast. "Wenn das das ist, was gefehlt hat, dann bitte." In den letzten Monaten hatten sich mit dem englischen Zweitliga-Kicker Jake Daniels und dem Australier Josh Cavallo zwei aktive Profis als schwul geoutet

Richarlyson spielte 2008 zweimal im brasilianischen Nationalteam gegen Irland und Schweden. Seine Karriere beendete er im vergangenen Jahr, zuletzt stand er bei Atlético Mineiro unter Vertrag. Mittlerweile ist der 39-Jährige als Sportkommentator tätig. (cw)

-w-

#1 wombat07Anonym
  • 25.06.2022, 07:21h
  • Wird sind erst eine erwachsene Gesellschaft, wenn die Sexualität keinen mehr interessiert, außer denen, die Sex miteinander haben.
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#2 LorenEhemaliges Profil
  • 25.06.2022, 09:52h
  • Ich habe gestern ein Interview des RND in der Ostsee Zeitung gelesen. Interviewt wurde die Bundestrainerin der Frauen- Fußball- Nationalauswahl (ich verzichte bewusst in diesem Zusammenhang auf "Mannschaft"). Ich darf zitieren:

    "Ich hoffe, dass wir ein Vorbild für Diversität sind! Bei uns werden viele gesellschaftlich relevante Themen mit großer Offenheit gelebt. Diesen werteorientierten Umgang miteinander haben sich die Spielerinnen selbst erarbeitet. Letztlich muss jede selbst entscheiden, ob sie so etwas wie eine sexuelle Orientierung oder eine gleichgeschlechtliche Heirat öffentlich macht. Der Umgang bei uns ist viel,viel offener und vielleicht auch mit einem größeren Selbstbewusstsein versehen. Ich find's toll, wenn man sich in seiner Lebensbeziehung nicht verstecken will, aber man muss nicht alles nach außen tragen."

    Voraus ging eine Frage an Frau Voss-Tecklenburg zu Kapitänin Svenja Huth, die ihre Heirat mit ihrer Lebensgefährtin öffentlich gemacht hatte.

    Das große Aber. Später berichtet die Nationaltrainerin übrigens ungefragt über das Privatleben ihrer erwachsenen Tochter (über das ich nicht schreibe, da ich nicht ihr Einverständnis eingeholt habe :)).

    Zu Herrn Richarlyson: Besser spät als nie, auch der eigenen Gesundheit zuliebe.
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#3 Lucas3898Anonym
  • 27.06.2022, 13:44h
  • Da fand ich den Abschnitt zu dem queerfeindlichen Richter spannender als das ComingOut.
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