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Es geht bergab

Katholische Kirche meldet so viele Austritte wie nie

Immer weniger Menschen bekennen sich zu jener Kirche, die bis heute die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren ablehnt.


Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki will erreichen, dass die katholische Kirche weiterhin homosexuelle Menschen nicht als gleichwertig ansieht (Bild: Erzbistum Köln / Reiner Diart)
  • 27. Juni 2022, 11:06h 25 2 Min.

Die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche erreichte 2021 einen neuen Höhepunkt: Wie die Deutsche Bischofskonferenz am Montag mitteile, traten im letzten Jahr 359.338 Menschen aus der Kirche aus. Das sind 62 Prozent mehr als 2020. Als Grund wird neben dem Missbrauchsskandal innerhalb der Kirche auch Abwertung von queeren Menschen durch den Vatikan und seine weltweiten Vertreter genannt.

Damit sind jetzt noch 21,6 Millionen Menschen in Deutschland in der römisch-katholischen Kirche als Mitglieder registriert. Der Anteil der katholischen Bevölkerung sinkt damit auf 26 Prozent. Im Wiedervereinigungsjahr 1990 bekannten sich noch 36 Prozent zum katholischen Glauben.

"Tiefgreifende Krise"

"Die Zahlen des Jahres 2021 zeigen die tiefgreifende Krise, in der wir uns als katholische Kirche in Deutschland befinden", erklärte Georg Bätzing, der Chef der Deutschen Bischofskonferenz. Er sei erschüttert über die hohe Zahl der Austritte. "Wir müssen uns neu erklären, erläutern, was wir tun und warum wir es machen", so der Bischof von Limburg. Er sei "zuversichtlich, dass wir mit dem Synodalen Weg als Impuls zur inneren Reform und Erneuerung wichtige Schritte in die richtige Richtung machen".

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Mit dem Synodalen Weg will die katholische Kirche unter anderem auch auf queere Menschen zugehen. Hintergrund ist, dass gelebte Homosexualität oder Transidentität weiterhin pauschal als Sünde angesehen wird. So wird etwa gleichgeschlechtlichen Paaren eine Segnung verweigert, während Tiere oder sogar Autos von Priestern gesegnet werden dürfen. Viele Vertreter*innen der deutschen Kirche haben sich in dieser Frage für eine Reform ausgesprochen (queer.de berichtete). Allerdings hat Papst Franziskus bereits scharfe Kritik an den Reformvorhaben geäußert (queer.de berichtete).

Letztes Jahr gab es insbesondere Kritik am Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki. Der Kardinal macht bis heute aus seiner Abneigung gegen Homosexuelle keinen Hehl, während sein Umgang mit Missbrauchsfällen durch Priester und Vertuschung für Unmut sorgte. Für diese Doppelmoral wurde er in Köln scharf kritisiert. In der Domstadt gab es auch besonders viele Kirchenaustritte – allerdings hätte die Zahl noch weit höher sein können, da die Gerichte den Austrittsanträgen nicht hinterherkamen.

Die evangelische Kirche hatte ihre Austrittsstatistik bereits im März veröffentlicht. Aus ihr waren demnach 280.000 Menschen ausgetreten, also rund 80.000 weniger als in der katholischen Kirche. Einen derartigen Überschuss an katholischen Austritten gab es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie. Traditionell lagen die Austrittszahlen in der evangelischen Kirche meist höher als in der katholischen. Insgesamt gibt es nun 19,7 Millionen Menschen in einer der 20 evangelischen Landeskirchen. (dk)

-w-

#1 Uwe_RAnonym
  • 27.06.2022, 13:44h
  • In Zeiten steigender Inflation wird man sich auch überlegen müssen, ob man den Mitgliedsbeitrag (vulgo Kirchensteuer) noch bezahlen will.
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#2 la_passanteAnonym
#3 VladoAnonym
  • 27.06.2022, 13:48h
  • Ich finde es gut, dass immer mehr Menschen aus der Kirche austreten. Kein Wunder, das haben die jetzt davon. Und heiraten möchte ich in dieser Kirche auch nicht mehr.
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