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Auch Kritik an McDonald's-Personal
Queerfeindlichkeit am Rande von österreichischen CSDs
Ein brutaler Angriff auf trans Jugendliche in Oberösterreich, ein queerfeindliches Poster in Kärntnen und Vandalismus in Salzburg überschatteten das CSD-Wochenende in der Alpenrepublik.

Homophobes Banner an der Autobahn A2 in Kärnten (Bild: klagenfurt_elite)
- 27. Juni 2022, 13:56h 3 Min.
In Österreich ist es am Wochenende zu mehreren queerfeindlichen Zwischenfällen gekommen. Am Rande des CSDs in Linz (Oberösterreich) wurden laut der "Kronen"-Zeitung trans Jugendliche verprügelt. "Mein Kind wurde heftig gebissen und getreten, ihr Oberteil hochgerissen. Sie schlug dabei auch mit dem Kopf auf den Gehsteig", erklärte die Mutter eines der 14- bis 18-jährigen Opfer. Täter sollen "fünf Burschen" gewesen sein, die erst mit dem Eintreffen der Polizei von ihren Opfern abgelassen hätten.
Demnach habe die Schlägerei mit Transphobie von McDonald's-Mitarbeitenden begonnen: "Ein paar der Mädchen wollten anschließend zur Toilette, wurden aber vom Reinigungspersonal verjagt, weil sie nicht weiblich genug ausschauten. Auch der Gang zur Herren-Toilette blieb ihnen verwehrt", berichtete die Mutter. Daraufhin seien die Täter auf die Jugendlichen aufmerksam geworden, hätten sie nach draußen verfolgt und attackiert. Die Polizei ermittelt gerade in dem Fall. Die HOSI Linz sprach von einem "ungeheuerlichen Vorfall", der lückenlos aufgeklärt werden müsse. Erschütternd sei auch, dass "niemand von den zahlreichen Umstehenden" eingegriffen und den Opfern geholfen habe.
In Kärnten hissten laut 5min.at Unbekannte nachts auf einer Autobahnbrücke auf der A2 zwischen Klagenfurt und Krumpendorf einen Banner mit der Aufschrift "No_Pridemonth". Anlass ist der CSD in der Landeshauptstadt Klagenfurt. Die Aufschrift wurde mit Fackeln beleuchtet. Dieser Slogan war bereits zuvor von Homo-Hasser*innen am Rande des CSDs in Wien verwendet worden. Unter dem Motto mobilisierten Rechtsextreme, FPÖ oder christliche Fundamentalist*innen etwa gegen eine Drag-Queen-Lesung (queer.de berichtete).
Vandalismus in Salzburg
Aus Salzburg wurde unterdessen queerfeindlicher Vandalismus gemeldet, so der "Kurier". Hier haben Unbekannte am Freitag einen erst kürzlich eingerichteten Regenbogen-Zebrastreifen mit schwarzen Sprühlack übersprüht. Am Samstag wurde dann eine Regenbogenfahne vor der Salzburger Zentrale der sozialdemokratischen Oppositionspartei SPÖ zerstört. Als Reaktion kündigte SPÖ-Landesgeschäftsführer Gerald Forcher an, künftig zwei Regenbogenfahnen vor der Zentrale zu hissen, um die CSD-Saison zu feiern.
"Jene Leute, die uns Angst machen wollen, werden niemals die Mehrheit in unserem Land sein", erklärte der SPÖ-Nationalratsabgeordnete und Gleichstellungssprecher Mario Lindner kämpferisch. "Wenn jemand fragt, warum wir denn die Pride überhaupt noch brauchen, dann sind genau solche feigen Aktionen die Antwort! Wir werden alles tun, damit niemand in unserem Land Angst haben muss, offen zu zeigen, wer wir sind und wen wir lieben!"
Am Wochenende fand auch der erste CSD in Eisenstadt, der Landeshauptstadt des Burgenlandes, statt. Damit gibt es dieses Jahr erstmals Pride-Veranstaltungen in allen neun österreichischen Bundesländern. (dk)















Ich habe Kommentare unter einem Artikel zu diesem Vorfall gelesen. Ungefähr die Hälfte findet die Gewalt nicht schlimm oder gerechtfertigt. Da sei doch sicher auch provoziert worden von diesen ewig nörgelnden Queeren.
Es liegt nicht nur daran, dass die Leute Angst hatten einzugreifen. Viele haben wahrscheinlich in Gedanken applaudiert.
Faschistisches Denken und entsprechende Auslöschungswünsche waren nie weg. Da müssen wir uns einfach keine Illusionen machen.