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- 26. Januar 2006 2 Min.
Berlin (queer.de) - Der Berliner Wissenschaftssenator Thomas Flierl (Linke.PDS) hat die "Initiative Queer Nations" heute im Haus der Kulturen der Welt vorgestellt. Die Initiative will als eingetragener Verein an die Tradition von Magnus Hirschfelds "Institut für Sexualwissenschaft" anknüpfen, das 1933 von den Nationalsozialisten geschlossen wurde. "Berlin braucht eine Forschungsstätte, die sich exklusiv den wissenschaftlichen Blicken auf und durch Homosexuelle wie andere sexuelle Minderheiten widmet", so Senator Flierl in seinem Grußwort. "Gerade die Interdisziplinarität, auf die das Konzept es absieht, überzeugt: Geschichte, Soziologie, Ethnologie und Politologie als mehrgliedrige Akademiestruktur verspricht eine Belebung auch aller anderen Forschungsstätten in Berlin." Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat die Gründung des Vereins begrüßt, zu den Unterstützern gehören unter anderem Maren Kroymann und Alfred Biolek. Jörg Litwinschuh, Geschäftsführer der Initiative, sie die Gründung als den Anfang eines langen Weges: "Das Institut, das wir in Berlin-Mitte errichten wollen, kann nicht allein der privaten Initiative überantwortet werden", so Litwinschuh. "Eine Denkfabrik in der Linie Hirschfelds zu begründen ist ein patriotisches Unterfangen der BRD. Sie möge eines Tages in einem Staatsakt vom Bundespräsidenten eröffnet werden." In Pressemitteilungen begrüßten alle im Bundestag vertretenen Fraktionen die Initiative. Die Einrichtung einer Magnus-Hirschfeld-Stiftung ist in den letzten Jahren unter Rot-Grün zweimal gescheitert. (dk)
Links zum Thema:
» Initiative Queer Nations















"SCHWUSOS begrüßen die Initiative zum Wiederaufbau
des Magnus-Hirschfeld-Instituts in Berlin
Heute hat sich die Initiative Queer Nations (www.queer-nations.de) zum Wiederaufbau des Magnus-Hirschfeld-Instituts in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.
Der Bundesvorstand der Lesben und Schwulen in der SPD begrüßt dieses Vorhaben.
Magnus Hirschfelds Wirken für die Entkriminalisierung der Homosexualität und die Toleranz sexuellen Minderheiten gegenüber wurde 1933 durch nationalsozialistischen Terror zerstört, das Archiv und die Bibliothek seines Hauses geplündert. An diese Tradition anzuknüpfen ist die Idee dieser Bürgerinitiative.
Die SPD hat nicht erst seit Übernahme der Regierungsverantwortung 1998 mit dafür Sorge getragen, dass der Respekt vor Homosexuellen wachsen kann, sie hat maßgeblich am Rechtsinstitut der Eingetragenen Partnerschaft mitgearbeitet und es gesetzlich durchgesetzt.
Ein neues wissenschaftliches Institut, eine Denkfabrik zur Forschung und Förderung des Wissens über Homosexualitäten ist überfällig und steht in der Tradition der sozialdemokratischen Bemühungen um Anerkennung und Respekt für schwule Männer und lesbische Frauen.
Diese Initiative könnte dazu beitragen, die gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Leistungen Homosexueller, ihre Geschichte und ihre beschämende Verleugnung sichtbar zu machen.
Nicht nur der Abbau von Diskriminierungen, sondern auch die selbstverständliche Teilhabe von Minderheiten steht in der besten Tradition sozialdemokratischer Bürgerrechtspolitik."
Für den Bundesvorstand
Markus Schuke
Mitglied des Bundesvorstands der Lesben und Schwulen in der SPD [SCHWUSOS]
Pressesprecher