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Texas ist führend
US-Studie: Transphobe Regionen lieben Trans-Pornografie
Ausgerechnet in jenen Regionen, in denen mit Inbrunst gegen trans Menschen gewettert wird, sind pornografische Darstellungen mit geschlechtlichen Minderheiten populär.

Insbesondere Laptops in konservativen Regionen laufen bei manchen Suchwörtern heiß… (Bild: freepik.com)
- 28. Juni 2022, 14:40h 2 Min.
Eine neue Analyse von lawsuit.org kommt zu dem Ergebnis, dass in besonders transphoben US-Bundesstaaten oder Regionen Pornografie mit trans Menschen viel mehr online gesucht wird als in anderen Gegenden.
Das Portal über amerikanische Rechtsfragen hatte dafür Googleanfragen zwischen dem 1. und 19. Juni zu Suchen nach pornografischen Inhalten mit trans Personen ausgewertet – etwa Suchen nach "Shemale" oder "Femboy". Das Ergebnis: "Je mehr Republikaner es gibt, desto mehr mögen sie es", so lawsuit.org.
Queerfeindlichkeit als Indikator für Pornoauswahl
Zudem verglich das Portal gezielt die Nutzung von Trans-Pornografie mit Regionen, in denen eine besonders queerfeindliche Atmosphäre herrscht. Dazu wurden Daten der Umfrageserie "American Values Atlas" herangezogen, in der nach der Akzeptanz queerer Menschen gefragt worden war. Auch hier zeigte sich eine deutliche Korrelation: Je queerfeindlicher eine Region ist, desto öfter wird online nach Pornografie mit trans Menschen gesucht.
Ausgerechnet Texas ist unter allen 50 Bundesstaaten die Gegend, in der am meisten nach Trans-Sex gesucht wurde. Danach folgen die ebenfalls sehr konservativen Südstaaten Georgia und Kentucky. 15 der 20 Bundesstaaten, in denen Pornografie mit geschlechtlichen Minderheiten besonders populär sind, werden von den Republikanern regiert.
Texas war in den letzten Monaten besonders aggressiv gegen die Rechte von trans Menschen vorgegangen: So will der Staat Eltern von trans Kindern verfolgen lassen, sofern sie die Geschlechtsidentität ihres Nachwuchses akzeptieren (queer.de berichtete). Die Regierungspartei, die Republikaner, hat zudem erst kürzlich ein Parteiprogramm beschlossen, in dem Transgeschlechtlichkeit als "Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes" und Homosexualität als "abnormale Lebensweise" beschrieben wird (queer.de berichtete).
Laut der Human Rights Campaign gibt es derzeit 300 queerfeindliche Initiativen in den Parlamenten der Bundesstaaten. Die Republikaner wollen mit Transfeindlichkeit ihre Position innerhalb ihrer Stammwählerschaft sichern (queer.de berichtete).
Eine ähnliche Kampagne vor 20 Jahren gegenüber Homosexuellen war erfolgreich: Damals hielten viele Bundesstaaten beispielsweise während der Präsidentschaftswahl 2004 Volksentscheide darüber ab, die Ehe für alle in Landesverfassungen zu verbieten, um homophobe Wähler*innen an die Urnen zu locken. Der Plan ging auf: Präsident George W. Bush, der auch ein Ehe-Verbot in der Bundesverfassung forderte, wurde mit deutlichem Abstand zu seinem Herausforderer John Kerry wiedergewählt, obwohl die wirtschaftliche Situation nicht die beste war. Die Akzeptanz von Homosexuellen ist seither stark gestiegen, allerdings hat immer noch eine Mehrheit der Bevölkerung Probleme mit trans Menschen – offenbar nur nicht, wenn es um Pornografie geht. (dk)













