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Lesbische Basketballerin

Griner bleibt bis Dezember in russischer ("Geisel"-)Haft

Seit Mitte Februar befindet sich die lesbische Sportlerin in russischer Gefangenschaft, angeblich wegen eines Drogendelikts. Das Timing der Festnahme kurz vor dem russischen Überfall der Ukraine lässt Zweifel an diesem Vorwurf.


Brittney Griner zählt zu den besten Basketballerinnen der Welt (Bild: Lorie Shaull / flickr)

Die offen lesbische US-Basketballerin Brittney Griner muss mindestens bis kurz vor Weihnachten in Russland im Gefängnis bleiben. Wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf ein Moskauer Gericht berichtete, wurde die Haft der 31-Jährigen bis zum 20. Dezember verlängert.

Am Montag hatte das zuständige Gericht laut Tass mehr als vier Monate nach Griners Verhaftung wegen des Vorwurfs des Drogenbesitzes am Moskauer Flughafen den Beginn der Verhandlung gegen die Sportlerin auf den 1. Juli festgelegt. Offenbar soll sie CBD Öl besessen haben. Danach habe das Gericht zudem angeordnet, dass Griner für die Dauer des Verfahrens in Gewahrsam bleiben muss.

Griner war erstmals für eine erste Voranhörung vor dem Gericht im Moskauer Vorort Khimki erschienen. Die Anhörung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Amerikanerin drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Der Fall kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die Beziehungen zwischen den USA und Russland wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine auf einem Tiefpunkt befinden.

Festnahme am 17. Februar

Am 17. Februar – also sieben Tage vor der Invasion der Ukraine – war Griner wegen des Vorwurfs des Drogenbesitzes am Moskauer Flughafen Scheremetjewo festgenommen worden (queer.de berichtete). Die zweimalige Olympiasiegerin und Starspielerin des WNBA-Teams Phoenix Mercury war in Russland gewesen, weil sie auch für UGMK Jekaterinburg gespielt hatte, um ihr Gehalt aufzubessern.

In den USA wird gemutmaßt, dass Russland Griner als "Geisel" hält, um amerikanische Zugeständnisse im Ukraine-Krieg zu erpressen. Die Biden-Regierung hat deshalb den US-Beauftragen für Geisel-Angelegenheiten mit der Betreuung des Falls beauftragt (queer.de berichtete). Griner könnte als hervorragendes Feindbild für Russland gelten, weil sie als Amerikanerin, Schwarze und Homosexuelle gleich drei Merkmale besitzt, gegen die von der Putin-Regierung Stimmung gemacht wird.

In Medien sind auch Bilder über Agenturen verbreitet worden, in denen Griner wie eine Schwerverbrecherin in Handschellen vorgeführt wird. Sie sollen bei Gerichtsanhörungen entstanden sein. (dpa/cw)



#1 LothiAnonym
  • 29.06.2022, 18:03h
  • Auch ich bin felsenfest davon überzeugt, die US Sportlerin wird als Geisel benutzt. Schon dies abstruse Gerichtsverfahren unter Ausschuss der Öffentlichkeit läßt sehr tief blicken und spricht Bände.
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