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Hendrik Wüst

Ministerpräsident eröffnet CSD-Demo in Köln

Anders als sein Vorgänger Armin Laschet macht sich Hendrik Wüst auf den Weg von Düsseldorf nach Köln, um seine Solidarität mit der queeren Community zu zeigen.


Hendrik Wüst ist der erste Ministerpräsident, der die CSD-Demo in Köln eröffnet (Bild: Land NRW / Tobias Koch)

  • 30. Juni 2022, 11:26h 22 2 Min.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) wird am Sonntag in Köln die Demonstration zum Christopher Street Day eröffnen. Das teilten die CSD-Veranstalter*­innen und die Staatskanzlei am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Es sei das erste Mal in der rund 30-jährigen Geschichte des Kölner CSD, dass dort ein Ministerpräsident spreche, sagte ein Sprecher des Kölner Lesben- und Schwulentages, der den Cologne Pride organisiert. Die Parade startet um 12 Uhr auf der Deutzer Brücke.

In der Vorgängerregierung war Ministerpräsident Armin Laschet nicht zum CSD gekommen. Erschienen war hingegen Vize-Ministerpräsident und Integrationsminister Joachim Stamp. Der FDP-Politiker schied nach der Bildung der ersten schwarz-grünen Regierung des Landes inzwischen aus dem Kabinett aus.

Wüst hatte im Wahlkampf für Schlagzeilen gesorgt, als er sich für die Ergänzung des Grundgesetzes um den Diskriminierungsschutz für queere Menschen aussprach (queer.de berichtete). Diese Forderung fand auch Einzug in den Koalitionsvertrag, der vergangene Woche vorgestellt wurde (queer.de berichtete). Es gab aber auch Kritik daran, dass er dem nach homophoben Äußerungen umstrittenen Nathanel Liminski als Chef der Staatskanzlei behält und ihm sogar zusätzlich das Europa- und Medienministerium anvertraut (queer.de berichtete).

Straßenfest startet am Freitag

Zu der CSD-Demonstration, bei der Zehntausende Teilnehmer zu Fuß oder mit Musikwagen durch die Innenstadt ziehen, werden am Sonntag bis zu 1,5 Millionen Zuschauer*innen erwartet. Auch mehr Politprominenz hat sich angekündigt, darunter der aus Köln stammende Queerbeauftragte der Bundesregierung, der Grünenpolitiker Sven Lehmann. Bereits am Freitag startet das dreitägige Straßenfest. Dabei gibt es auf der Hauptbühne am Heumarkt ein Showprogramm, unter anderem mit Musikstar Tim Bendzko am Sonntag. Eine Politbühne am Alter Markt und eine Tanzbühne am Gürzenich runden das Angebot ab.

Der CSD steht 2022 wie in den letzten beiden Corona-Jahren unter dem Motto "FÜR MENSCHENRECHTE – Viele.Gemeinsam.Stark!". Die Organisator*innen haben auch eine Forderungsliste mit 14 Punkten veröffentlicht.


Am Samstag gibt es in Köln zudem den nächsten vom CSD unabhängigen Dyke* March. Die Demonstration für lesbische Sichtbarkeit startet um 18 Uhr auf dem Roncalliplatz. (dpa/dk)

-w-

#1 Schon
  • 30.06.2022, 13:50hFürth
  • Na ja, den Laschet hätte ich auch eher auf einer Karnevalssitzung verortet.
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#2 PeerAnonym
  • 30.06.2022, 14:15h
  • Sorry, aber ich frage mich wirklich, warum der CSD Köln will, dass jemand, der Herr Liminski als rechte Hand hat, den CSD eröffnet.

    Da ist es einigen wohl wichtiger, sich mit großen Namen zu schmücken als für unsere Ziele zu kämpfen.

    Mit solchen Aktionen signalisieren wir, dass solche Personalien für uns in Ordnung sind und wir solche diskriminierenden Positionen tolerieren. Solange wir dieses Zeichen senden, wird sich gar nichts für uns ändern.
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#3 siggisigAnonym
  • 30.06.2022, 15:51h
  • Antwort auf #2 von Peer
  • "Mit solchen Aktionen signalisieren wir, ..."

    Was würden wir denn signalisieren, wenn Politiker nur noch dann eingeladen werden, wenn sie nur nach gründlichster Durchleuchtung aller historischen Aussagen, privaten und beruflichen Kontakte und eidesstattlicher Treuebekundungen auf absolute Queer-Verbundenheit zertifiziert wurden?

    Ich war vor der Wahl auch extrem skeptisch, ob seine Aussagen den Wahlabend überstehen. Aber es scheint bisher der Fall.

    Wäre es kluge Politik ihn nun abzukanzeln, weil einer seiner Zuarbeiter ein Extremist ist? Oder sollte man nicht lieber die Chance nutzen, einen Gegenpol zu den extremistischen Einflüsterern zu bilden und die vor der Wahl versprochenen Vorhaben einfordern? Letzteres geht am besten, wenn man direkten Kontakt hat.
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