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Hendrik Wüst

Ministerpräsident eröffnet CSD-Demo in Köln

Anders als sein Vorgänger Armin Laschet macht sich Hendrik Wüst auf den Weg von Düsseldorf nach Köln, um seine Solidarität mit der queeren Community zu zeigen.


Hendrik Wüst ist der erste Ministerpräsident, der die CSD-Demo in Köln eröffnet (Bild: Land NRW / Tobias Koch)

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) wird am Sonntag in Köln die Demonstration zum Christopher Street Day eröffnen. Das teilten die CSD-Veranstalter*innen und die Staatskanzlei am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Es sei das erste Mal in der rund 30-jährigen Geschichte des Kölner CSD, dass dort ein Ministerpräsident spreche, sagte ein Sprecher des Kölner Lesben- und Schwulentages, der den Cologne Pride organisiert. Die Parade startet um 12 Uhr auf der Deutzer Brücke.

In der Vorgängerregierung war Ministerpräsident Armin Laschet nicht zum CSD gekommen. Erschienen war hingegen Vize-Ministerpräsident und Integrationsminister Joachim Stamp. Der FDP-Politiker schied nach der Bildung der ersten schwarz-grünen Regierung des Landes inzwischen aus dem Kabinett aus.

Wüst hatte im Wahlkampf für Schlagzeilen gesorgt, als er sich für die Ergänzung des Grundgesetzes um den Diskriminierungsschutz für queere Menschen aussprach (queer.de berichtete). Diese Forderung fand auch Einzug in den Koalitionsvertrag, der vergangene Woche vorgestellt wurde (queer.de berichtete). Es gab aber auch Kritik daran, dass er dem nach homophoben Äußerungen umstrittenen Nathanel Liminski als Chef der Staatskanzlei behält und ihm sogar zusätzlich das Europa- und Medienministerium anvertraut (queer.de berichtete).

Straßenfest startet am Freitag

Zu der CSD-Demonstration, bei der Zehntausende Teilnehmer zu Fuß oder mit Musikwagen durch die Innenstadt ziehen, werden am Sonntag bis zu 1,5 Millionen Zuschauer*innen erwartet. Auch mehr Politprominenz hat sich angekündigt, darunter der aus Köln stammende Queerbeauftragte der Bundesregierung, der Grünenpolitiker Sven Lehmann. Bereits am Freitag startet das dreitägige Straßenfest. Dabei gibt es auf der Hauptbühne am Heumarkt ein Showprogramm, unter anderem mit Musikstar Tim Bendzko am Sonntag. Eine Politbühne am Alter Markt und eine Tanzbühne am Gürzenich runden das Angebot ab.

Der CSD steht 2022 wie in den letzten beiden Corona-Jahren unter dem Motto "FÜR MENSCHENRECHTE – Viele.Gemeinsam.Stark!". Die Organisator*innen haben auch eine Forderungsliste mit 14 Punkten veröffentlicht.


Am Samstag gibt es in Köln zudem den nächsten vom CSD unabhängigen Dyke* March. Die Demonstration für lesbische Sichtbarkeit startet um 18 Uhr auf dem Roncalliplatz. (dpa/dk)



22 Kommentare

#1 SchonProfil
  • 30.06.2022, 13:50hFürth
  • Na ja, den Laschet hätte ich auch eher auf einer Karnevalssitzung verortet.
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#2 PeerAnonym
  • 30.06.2022, 14:15h
  • Sorry, aber ich frage mich wirklich, warum der CSD Köln will, dass jemand, der Herr Liminski als rechte Hand hat, den CSD eröffnet.

    Da ist es einigen wohl wichtiger, sich mit großen Namen zu schmücken als für unsere Ziele zu kämpfen.

    Mit solchen Aktionen signalisieren wir, dass solche Personalien für uns in Ordnung sind und wir solche diskriminierenden Positionen tolerieren. Solange wir dieses Zeichen senden, wird sich gar nichts für uns ändern.
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#3 siggisigAnonym
  • 30.06.2022, 15:51h
  • Antwort auf #2 von Peer
  • "Mit solchen Aktionen signalisieren wir, ..."

    Was würden wir denn signalisieren, wenn Politiker nur noch dann eingeladen werden, wenn sie nur nach gründlichster Durchleuchtung aller historischen Aussagen, privaten und beruflichen Kontakte und eidesstattlicher Treuebekundungen auf absolute Queer-Verbundenheit zertifiziert wurden?

    Ich war vor der Wahl auch extrem skeptisch, ob seine Aussagen den Wahlabend überstehen. Aber es scheint bisher der Fall.

    Wäre es kluge Politik ihn nun abzukanzeln, weil einer seiner Zuarbeiter ein Extremist ist? Oder sollte man nicht lieber die Chance nutzen, einen Gegenpol zu den extremistischen Einflüsterern zu bilden und die vor der Wahl versprochenen Vorhaben einfordern? Letzteres geht am besten, wenn man direkten Kontakt hat.
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#4 SchonProfil
  • 30.06.2022, 17:03hFürth
  • Antwort auf #3 von siggisig
  • Du: "Wäre es kluge Politik ihn nun abzukanzeln, weil einer seiner Zuarbeiter ein Extremist ist?"

    Nö. Das wäre sogar dumm. Ihn mit ins Boot zu holen kann nur gut sein - für beide Seiten. Vielleicht sieht er dann auch, dass wir viele sind, dass wir normal sind, dazu gehören, und dass man nicht schlagartig schwul wird, nur weil man sich wie ein Mensch benimmt.
    Wir Queers können profitieren, wenn wir unsere Blase von sicher queerfreundlichen Freunden verlassen, um eine breitere Basis für unsere Akzeptanz zu schaffen.
    Manchmal ist es eine gute Idee, die eigene Insel zu verlassen um Neuland zu entdecken.
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#5 AtreusEhemaliges Profil
  • 30.06.2022, 19:15h
  • Ich kann keinen CSD und auch seine Organisator*innen nicht ernst nehmen, die einen Menschen einladen, der sich von einem religiösen Extremisten beraten lässt. Der CSD hat nichts davon, Herr Wüst kann sich aber als Freund des Regenbogens vermarkten, während sein steuerfinanzierter Kanzlei-Duzfreund die Würde queere Menschen eimerweise mit Scheiße überhäuft. Armselig ist das.
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#6 aux_Anonym
  • 30.06.2022, 22:13h
  • Antwort auf #5 von Atreus
  • Wenn ich den Artikel richtig ausdeute, war nichtmal Clement 2002 auf "seinem" Europride. Ich entsinne mich dessen nicht mehr, nur noch dunkel, daß durchaus Vertreter aus Bundes- und Landesregierung mit Ansprachen, damals beide rot-rün, programmiert waren.

    Ferner überraschte mich, daß selbst der sonst so joviale Laschet sich nicht zum CSD "seines" Rheinlandes getraut hat - und wohl kaum wegen der Queers, sondern viel wahrscheinlicher seiner frömmlerischen Unterstützer.

    Andererseits wäre es dem Frischgewählten ein Leichtes, wegen "Terminschwierigkeiten" zu fehlen - queere Klinken putzen müßte er allenfalls in vier Jahren.

    Insofern würde ich dem CSD/Pride eher zu dem Erfolg gratulieren, nach 30 Jahren Arbeit die:den Ministerpräsident:in (auch Hanni Kraft wohl nicht?) des Landes NRW begrüßen zu dürfen.

    Hingehen, zuhören, kritisieren.

    Friede, Freude, Rievkooche? Nein - aber gegenseitiges Verteufeln bringt niemandem etwas.

    Zumal viele queere Nöte in den Herkunftsfamilien, in bürgerlichen Milieus, beginnen - mit Sprachlosigkeit und Scham. Und sie beginnen und bestehen immer jetzt.

    All die isolierten, vereinzelten Queers können nur profitieren, wenn die etablierten Queer-Verbände jetzt die neue Landesregierung ausloten, wie sie ist. Eine Chance.

    Vier Jahre eingraben und schmollen?

    Auch Kutschaty wäre übrigens: katholisch.
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#7 OutAndProud
  • 01.07.2022, 06:15h
  • Was Ist denn hier los?

    Besteht die deutsche CSD Bewegung nur noch aus Onkel Toms????

    Bin gerade in den USA. Hier ist gerade ein Kulturkampf sondergleichen im Gange.

    Wir in DE glauben auf einer Insel der Glückseligen zu sein.

    Glaubt mir, wenn die Inflation weiter ansteigt, das soziale Gefüge weiter erodiert sind wir nicht die ersten Opfer, aber Opfer.

    Ich habe Jahrzehnte unter der Union gelitten und die ersten die die uns verraten werden wenn es zum Schwur kommt sind die Union und natürlich auch die FDP.

    Kuscheln mit dem politischen Feind hat immer nur der Feind für sich genutzt.

    Die Onkel Toms haben immer am Ende verloren.

    No Pride with an enemy.
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#8 usisusisuAnonym
  • 01.07.2022, 07:42h
  • Antwort auf #7 von OutAndProud
  • "Kuscheln mit dem politischen Feind hat immer nur der Feind für sich genutzt."

    Wenn du doch gerade in den USA bist und dort mit eigenen Augen sehen kannst, dann erkläre uns doch mal, wie gut dieser 100%ige Tribalismus, dieses "wir gegen den Feind", bloß nicht das kleinste aufeinander Zugehen funktioniert!

    Scheint ja der Mega erfolg zu sein. Alle sind sich dort wohl einig, dass Frauenrechte, Umweltschutz, öffentliche Sicherheit und Umweltschutz ganz wichtig sind. Wie steht da so die allgemeine Lage?

    Vielleicht sollte man sich mal wieder erinnern, dass man Politische Gegner nicht bekämpft, sondern überzeugt. Natürlich kann man auch das Menschenbild pflegen, dass die alle sowieso fremdprogrammiert sind und nicht überzeugbar. Aber wer hat die dann programmiert?
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#9 Heike Freia FrankAnonym
  • 01.07.2022, 09:08h
  • Antwort auf #2 von Peer
  • Es reicht nicht, einmal im Jahr die Regenbogenfahne rauszuhängen oder einen CSD zu eröffnen. Insofern ist Kritik angebracht.

    Aber gebt der NRW-Landes-CDU die Chance ihre Worte für die Rechte queerer Menschen in Taten umsetzen zu können, denn daran wird sie gemessen werden, anstatt sich in pauschalen Vorverurteilungen zu baden.
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#10 KratzbürsteAnonym
  • 01.07.2022, 10:08h
  • Antwort auf #8 von usisusisu
  • Gerade in den USA sollte man bedenken, dass der "politische" Feind darauf aus ist, queere Menschen zu vernichten. Das mag jetzt für manche hart klingen, aber guck dir doch an, wie gegen trans Menschen seit Jahren Politik gemacht wird, die es ihnen unmöglich macht, dort zu leben. Und wie man an der Abschaffung des Rechts auf Abtreibungen sehen kann, machen die da nicht Halt. Menschen, die eine Gruppe tot sehen wollen, kann man nicht überzeugen!

    Jetzt ist die CDU selbst vielleicht nicht auf dem gleichen Level - aber wer ihre Redebeiträge im Bundestag zu 219a verfolgt hat, kann sich denken, dass die auch nicht so weit davon entfernt sind, wie man es sich einreden möchte. Jedes mutmaßlich positive Signal von der Seite muss zunächst mit Vorsicht genossen werden. Und das hat sich diese Partei mühsam selbst erarbeitet.
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