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Ablehnung des Selbstbestimmungsgesetzes

Beatrix von Storch biedert sich transfeindlichen Feminist*innen an

Die AfD versucht, ausgerechnet feministische Aktivist*innen als Verbündete zu finden – zumindest solche wie Alice Schwarzer, die die Abneigung der Rechtsaußenpartei gegenüber trans Frauen teilen.


Beatrix von Storch ist seit 2017 Bundestagsabgeordnete (Bild: Ministério da Ciência, Tecnologia e Inovações / flickr)

Wie zu erwarten hat die AfD-Vizefraktionschefin Beatrix von Storch nur wenige Stunden nach der Vorstellung der Eckpunkte zum Selbstbestimmungsgesetz eine erboste Tirade an die Medien versandt.

"Die Minister Buschmann und Paus verwirklichen mit dem Selbstbestimmungsgesetz das erste gesellschaftsverändernde Ideologie-Projekt der Ampel. Um ideologisch-fanatisierte Splittergruppen zu befriedigen, verabschiedet sich die FDP von ihrem Anspruch, eine bürgerliche Partei zu sein", so die Bundestagsabgeordnete.

Interessanterweise beschreibt sie das Gesetz nicht als kindergefährdend, wie es sonst mit Blick auf LGBTI-Rechte in der Partei zum guten Ton gehört. Vielmehr behauptet von Storch, das geplante Gesetz würde sich gegen cisgeschlechtliche Frauen richten – offenbar will sie so auf Terfs, also transfeindliche Feminist*innen, zugehen. Wörtlich ließ die 51-Jährige mitteilen:

Dieses Gesetz, das biologische Realitäten der Ideologie einer kleinen, radikalen Minderheit opfert, ist ein Schlag ins Gesicht von Frauen, die sich mit Männern auseinandersetzen müssen, die sich selbst als Frauen definieren. Die eigene Frauenfeindlichkeit der Scholz-Truppe zeigt sich darin, dass das Selbstbestimmungsgesetz demnächst Männern ganz einfach ermöglicht, ihren amtlichen Geschlechtseintrag und damit ihren rechtlichen Status nur durch eine schlichte Selbstdeklaration beim Standesamt zu ändern. [...] Die Folge: Damit erhalten Männer Zugang zu bisher Frauen vorbehaltenen Bereichen wie Frauensport, Frauentoiletten, Frauenhäusern, Frauengefängnissen, Frauenkriminalitätsstatistiken etc. und über Quoten den Anspruch auf für Frauen reservierte Posten, wie ja bereits im Falle des [Tessa] Ganserer zu sehen ist.

Mit dem Gesetz werde der "ideologische Fanatismus der Grünen auf Kosten von Mädchen und Frauen" unterstrichen, so von Storch weiter. Damit schlägt sie ähnliche Töne an, wie bereits von "Emma" und Alice Schwarzer zu vernehmen waren – inklusive neuerlicher Attacken auf die Grünenabgeordnete Tessa Ganserer.

Der Tenor: Trans Menschen gibt es nicht, vielmehr sind böse Männer darauf aus, ihren Geschlechtseintrag auf Standesämtern zu ändern, um Frauen zu belästigen. Trans Frauen werden damit nicht unsichtbar gemacht, viel schlimmer: Sie werden pauschal zu Kriminellen erklärt.

Es wird interessant, ob sich Feminist*innen wirklich mit einer Partei verbünden wollen, die stets den niedrigsten Frauenanteil in den Parlamenten aufzuweisen hat und behauptet, dass Frauen keine Gleichstellung benötigten, da ihre natürliche Rolle die einer Mutter sei. (dk)



18 Kommentare

#1 SchonProfil
  • 30.06.2022, 16:38hFürth
  • Jetzt bin ich vor Lachen fast vom Sofa gerutscht! Wird dann das "f" in AfD künftig groß geschrieben oder kommt noch ein weiteres "f" dazu?
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#2 Alexander_FAnonym
#3 NaJaAnonym
  • 01.07.2022, 00:08h
  • Antwort auf #1 von Schon
  • Bedauerlicherweise glauben so einige diesen Quatsch.
    Da kann man noch so oft auf Erfahrungen aus anderen Ländern verweisen. Oder auf die Abwegigkeit bestimmter Szenarien.
    Sieht man auch schön bei Diskussionen um Tempolimit, ÖPNV und autofreie Städte. Da ist es dann 5mal wöchentlich nötig mit 250 über die Autobahn zu fahren um der kranken Oma eine neue Schrankwand zu bringen oder ähnliches.

    Um Frauen zu belästigen hat man es als Mann schlicht nicht nötig sich um eine Personenstandsänderung zu bemühen und sich geschlechtsangleichenden Maßnahmen zu unterziehen. Und als männlich gelesene Person gelangt man schlicht nicht so einfach in spezielle Schutzbereiche wie Frauenhäuser. Herrje...

    Aber diesen Müll konnte man heute in den Kommentaren vieler Onlineausgaben lesen.
    Geballtes Unwissen, Dummheit, Nazi-Sprech, Beleidigungen aber ganz viel Meinung. Mir ist jedesmal schlecht wenn ich mir die Kommentare durchlese. Interessanterweise scheint von Transmännern (ich mag den Begriff nicht) keine Gefahr auszugehen; die werden nicht thematisiert.
    Außer darin daß ihnen die Fähigkeit zur Selbstbestimmung abgesprochen wird. Scheint die Feministen aber nicht zu stören.
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#4 SchonProfil
  • 01.07.2022, 07:02hFürth
  • Antwort auf #3 von NaJa
  • Ich finde auch vieles an den Haaren herbei gezogen, aber es ist auch sicher, dass es zu Konflikten kommen wird. Aber ich denke, das werden die Frauen dann auch lösen. Ich habe mir zumindest vorgenommen, weitgehend tolerant gegenüber Transmenschen zu sein. Aber ich fühle mich auch nicht bedroht.
    Ich kann an die Menschen vor und während der Transition nur apellieren umsichtig zu sein. Sie befinden sich auf unbekanntem Gelände und müssen vieles an Wissen in kurzer Zeit nach holen, was CIS-Menschen von Geburt an beigebracht wurde. Dass von Trans-Männern kein Konfliktpotential aus geht ist falsch. Auch da gibt es falsche Vorstellungen und wenn die glauben, es gehört zur Männlichkeit dazu, toxisch zu sein, dann haben sie sich geschnitten.
    Klischees zu huldigen ist Mist.
    Ich habe, um die Bedenkenträger besser zu verstehen, gestern etliche EMMA-Artikel gelesen. Das war sehr informativ und erschreckend, was da an Gedankenwelt dahinter steckt.
    In Bezug auf Hass und Unerbittlichkeit trennt die EMMA und die AfD nicht viel.
    Das hat schon fast religiöse Züge.
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#5 SchwabenstreichAnonym
  • 01.07.2022, 08:24h
  • Mann stelle sich vor, Beatrix von Storch würde selbst von den neuen Gesetzen Gebrauch machen und in unsere wunderbaren schwulen Männerblasen und -schutzräume eindringen wollen. Nicht auszudenken. /sarcasm
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#6 MagsAnonym
  • 01.07.2022, 09:14h
  • Antwort auf #4 von Schon
  • "Ich habe mir zumindest vorgenommen, weitgehend tolerant gegenüber Transmenschen zu sein."

    Setz mal für Transmenschen die Begriffe "Frauen", "POC", "Juden" oder "Migranten" ein... Merkst du es?

    Ich für meinen Teil pfeife auf Menschen die weitgehend tolerant mir gegenüber sind.
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#7 TrekieAnonym
  • 01.07.2022, 10:16h
  • Antwort auf #4 von Schon
  • Kennst den genug transleute um sagen zu können, die müssten noch "was lernen um sie selbst sein zu können" und das so viele Transmänner ach so toxisch sind?
    Da hast aber ief in der vorurteilskiste gewühlt. Ich für meinen Teil begegne Menschen lieber mit Akzeptanz als mich zu "bemühen sie weitgehend zu tolerieren"
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#8 LothiAnonym
#9 Trans-MannAnonym
  • 01.07.2022, 11:53h
  • Antwort auf #7 von Trekie
  • Fand ich auch niedlich. Als ob wir trans Männer so überhaupt nicht über Geschlechterrollen und Maskulinität und alles andere nachdenken und dann einfach blind negative Normen übernehmen. Klar gibt's da auch bei uns so einige, aber es macht wenig Sinn uns da auszusondern, wenn man sich cis Männer mal so anschaut.

    Das mit der Klischeekiste kann ich unterschreiben.
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#10 PhoebeEulebaerAnonym
  • 01.07.2022, 11:59h
  • Antwort auf #4 von Schon
  • Tut mir leid, aber Toleranz möchte ich nicht, ich möchte Akzeptanz.
    Für den Fall das du den Unterschied nicht kennst, bin ich auch gerne bereit ihn dir zu erklären.

    Toleranz heißt, etwas ertragen, aushalten, noch aushalten, erträglich machen.
    Akzeptanz hingegen heißt, etwas annehmen, verstehen, vernehmen, übernehmen.

    Und jetzt frage dich wie ich auf deine Aussage, dass du mich weitestgehend noch aushalten willst reagiere?
    Nicht gut, das dürfte wohl klar sein.
    Ich werde mich sofort fragen, wann du mich nicht mehr aushalten willst. Wenn wir im gleichen Raum sind? Wenn wir die gleiche Toilette benutzen, die gleiche Umkleidekabine? Wenn ich in der Schlange an der Supermarktkasse hinter dir stehe? Wenn wir uns die Hand geben? Wenn wir uns auf die gleiche Stelle bewerben, und ich die Stelle bekomme, weil ich genau wie cis Frauen unter die Frauenquote falle? Wenn ich bei einer Wahl auf einem Frauenplatz kanidiere? Wenn ich beim Sport in einer Frauenmannschaft spiele? Wenn ich über meine Erfahrungen mit Misogynie berichte, aus meiner transspezifischen Perspektive? Wenn ich über meine lesbischen Erfahrungen und meine lesbische Beziehung berichte?
    Also wann ist das weitestgehend tolerieren bei die erreicht?

    Oder wolltest du etwas anderes ausdrücken? Wenn ja kannst du dich natürlich verbessern. Dann überlege ich mir ob ich deine Erklärung akzeptiere oder toleriere.

    Und nein, meine Kritik, die spitz formuliert ist, brauchst du nicht zu akzpetieren, aber tolerieren wirst du sie wohl müssen.
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