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Gleiche Rechte

Die Ehe für alle gilt jetzt auch in der Schweiz

Am Freitag haben in der Schweiz die ersten gleichgeschlechtlichen Paare geheiratet. Eine Volksabstimmung hatte im letzten Jahr den Weg dafür freigemacht. Die Schweizer Post gab eine Sonderbriefmarke heraus.


Plakate für die Ehe für alle im Vorfeld der erfolgreichen Volksabstimmung (Bild: IMAGO / Geisser)

In der Schweiz ist am Freitag die Ehe für alle in Kraft getreten. In mehreren Städten und Gemeinden haben bereits die ersten gleichgeschlechtlichen Paare geheiratet bzw. ihre eingetragene Partnerschaft in eine Ehe umwandeln lassen. Neue Verpartnerungen sind ab sofort nicht mehr möglich.

Unter den ersten waren die 46-jährige Aline und ihre ein Jahr jüngere Partnerin Laure, die nach 21 Jahren als Paar in Genf von Bürgermeisterin Marie Barbey-Chappuis persönlich getraut wurden. "Es war sehr bewegend. Es ist ein großer Augenblick und eine starke Botschaft an die Gesellschaft – dass man frei ist zu lieben und geliebt zu werden", sagte Barbey-Chappuis anschließend der Nachrichtenagentur AFP. "Es war höchste Zeit, dass die Ehe für alle in der Schweiz eingeführt wurde."

"Die Ehe für alle ist ein Meilenstein für die Gleichstellung", erklärte Roman Heggli vom LGBTI-Verband Pink Cross gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Auch Alessandra Widmer, Co-Geschäftsleiterin der Lesbenorganisation Los, sprach von einem historischen Schritt: "Der Tag bedeutet nicht nur jenen etwas, die heute heiraten. Die symbolische Wirkung auf die Community ist nicht zu unterschätzen – denn die Ehe für alle ist ein klares Zeichen für die Gleichberechtigung von gleichgeschlechtlichen Paaren in der Schweiz."

Für die beiden Verbände ist der Kampf um gleiche Rechte in der Schweiz allerdings noch nicht vorbei. Gerade im Familienrecht gebe es einen "großen Handlungsbedarf", um Kinder in Regenbogenfamilien rechtlich abzusichern, erklärte Pink Cross in einem Positionspapier (PDF).

Sondermarke mit Regenbogenballons


Die Sondermarke zur Ehe für alle

Die Schweizer Post gab zur Feier des Tages eine bislang geheim gehaltene Sonderbriefmarke heraus. Das Motiv zeigt in den Himmel steigende Ballone in den Farben der Regenbogenfahne. Ballone steigen zu lassen ist ein typischer Brauch vieler Hochzeiten, mit den angebundenen Karten werden meist Glückwünsche für das neue Paar in die Welt verschickt. Passend steht auf den Karten "Ja" in allen vier Landessprachen.

"Das neue Gesetz ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Gleichstellung in der Schweiz", erklärte Claudia Frankl, Leiterin Briefmarken und Philatelie bei der Post, zur Veröffentlichung. Die Sondermarke kann ab sofort in allen Schweizer Post-Filialen und auf postshop.ch gekauft werden.

Kein Run auf die Standesämter

Laut Schweizer Medien ist ein großer Run auf die Standesämter bislang ausgeblieben. Vor allem auf dem Land seien bislang nur wenige gleichgeschlechtliche Eheschließungen angemeldet worden. In Zürich haben nach Angaben der Stadt bislang rund 250 gleichgeschlechtliche Paare einen Termin reserviert, um sich trauen zu lassen oder ihre eingetragene Partnerschaft in eine Ehe umzuwandeln. 26 Paare wollten gleich am 1. Juli heiraten.

Twitter / pinkcross_ch
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Alessandra Widmer von Los erklärte die geringe Nachfrage u.a. mit fehlenden Informationen. "Nicht allen war trotz der klaren Weisung des Bundes klar, dass sich Paare auch schon vor dem 1. Juli überhaupt anmelden können." Zudem sei eine Eheschließung auch eine Frage des Timings. "Wir wissen ja erst seit letztem September, dass die Ehe für alle wirklich kommen wird, und noch etwas später, dass sie im Juli in Kraft tritt."

Eheöffnung bereits Ende 2020 beschlossen

Das schweizerische Parlament hatte die Öffnung der Ehe im Dezember 2020 mit deutlicher Mehrheit beschlossen (queer.de berichtete). Der Gesetzentwurf musste aber voerst auf Eis gelegt werden, weil Gegner*innen der Gleichbehandlung mit einer Unterschriftenaktion eine Volksabstimmung erzwungen hatten. Diese ging im September 2021 mit 64,1 Prozent Zustimmung zur Ehe für alle aus (queer.de berichtete). Das Inkrafttreten zum 1. Juli 2022 wurde dann im November 2021 bekanntgegeben (queer.de berichtete).

Homophobe Aktivist*innen hatten in der Schweiz vergeblich versucht, mit Fotos von weinenden Kindern Stimmung gegen die Ehe-Öffnung zu machen, und argumentiert, das Wohl von Kindern leide in Regenbogenfamilien (queer.de berichtete). Auch die katholische Kirche hatte vor der Gleichbehandlung im Ehe-Recht gewarnt (queer.de berichtete).

Die Schweiz gehört bei der Ehe für alle zu den Schlusslichtern im westlichen Europa. Als erstes Land in Europa hatten die Niederlande am 1. April 2001 die Ehe für alle eingeführt. In Deutschland wurde die Ehe für alle am 1. Oktober 2017 eingeführt, in Österreich am 1. Januar 2019. (cw/AFP)



#1 BenutzernameAnonym
#2 ShirKhanAnonym
  • 01.07.2022, 15:29h
  • und jetzt Butter bei die Fische. Alice Weidel´s eingetragene Lebenspartnerin hat in der Schweiz für die Ehe für alle gekämpft, während AfD- Frontfrau Weidel in Deutschland für deren Abschaffung kämpft.
    Wenn die beiden ihre eingetragene Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln hat die neue AfD- Vorsitzende ihre Glaubwürdigkeit verloren.

    würde mich sehr freuen, das mitzuerleben
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#3 Aus dem NordwestenAnonym