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Das US-Militär hat Probleme, Nachwuchs zu finden. Doch Schwule und Lesben will das Pentagon weiterhin nicht dienen lassen.

Von Dennis Klein

(queer.de) - Der Soldatenjob ist in den USA noch weniger ein Traumjob als anderswo. Weit über 2.000 Amerikaner sind im Irak im Dienst gestorben, über 16.000 wurden teilweise schwer verletzt. Dazu kommen Einsätze in anderen Ländern wie Afghanistan. Die Armee wirbt bei fallendem Interesse am liebsten an Schulen in ärmeren Gebieten; hier kann sie mit patriotischen Sprüchen und hoch dotierten Stipendien am meisten punkten. Jetzt hat ein 136 Seiten starker Pentagon-Bericht für Aufsehen gesorgt, der vor einem drohenden "Zusammenbruch" der US-Armee im Irak warnt. Angesichts dieser Lage ist es vielen unverständlich, warum die Armee mit ihrer so genannten "Don't ask don't tell"-Politik unzählige schwule und lesbische Soldaten feuert.

Seit der Einführung von "Don't ask don't tell" wurden inzwischen weit über 10.000 Homosexuelle aus der Armee entlassen. Die Regelung besagt, dass Schwule und Lesben zwar dienen dürfen - ihre sexuelle Orientierung müssen sie allerdings für sich behalten, auch Sex dürfen sie - anders als ihre heterosexuellen Kollegen - selbst privat nicht mehr haben. Diese Selbstverleugnung macht die betroffenen Soldaten erpressbar - und zehrt an den Nerven.

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Das "Center for the Study of Sexual Minorities in the Military" hat nun Daten gesammelt, wie viele hoch ausgebildete Mitglieder des Militärs wegen "Don't ask don't tell" entlassen wurden. Demnach seien zwischen 1994 und 2003 mindestens 244 Ärzte und medizinisches Fachpersonal betroffen gewesen sowie 137 höhere Offiziere. Auch viele Spezialisten, an denen es jetzt mangelt, seien geflogen. Darunter auch viele Übersetzer für Arabisch oder Farsi.

"Diese Entlassungen umfassen nur einen sehr geringen Prozentsatz und sollten in diesem Zusammenhang gesehen werden", wiegelt Oberstleutnant Ellen Krenke, eine Pentagonsprecherin, ab. Sie fuhr im Interview mit der Nachrichtenagentur AP fort, dass die Entlassenen ja weiter für ihr Land arbeiten könnten, wenn sie bei einer privaten Firma anheuerten, die die Arbeit des Militärs in Krisengebieten wie dem Irak unterstützen.

So billig kommt diese homophobe Politik dem Steuerzahler indes nicht: Beamte des Kongresses schätzten Anfang letzten Jahres, dass das Verteidigungsministerium allein 200 Millionen Dollar dafür aufbringen musste, neue Soldaten auszubilden, die die Entlassenen ersetzten. Und das sei noch eine konservative Schätzung. Kein Wunder, denn das Militär gewährt ihren Arbeitnehmern eine sehr gute Ausbildung - und das kostenlos. So bringt es schon mal 30.000 Dollar an Studiengebühren für das Medizinstudium eines Rekruten auf - und das pro Jahr. Hat der ausgebildete Arzt nach dem Examen sein Coming-out, hat das Verteidigungsministerium die Ausbildung geschultert, ohne die Früchte der Arbeit zu ernten.

Bereits im letzten Jahr versuchten Abgeordnete im Parlament, die "Don't ask don't tell"-Politik zu beenden. Doch das so benannte "Gesetz zur Steigerung der militärischen Bereitschaft" hatte im republikanisch dominierten Kongress keine Chance. Als eine der wenigen Republikaner unterstützte Ileana Ros-Lehtinen, Vorsitzende des Ausschusses für nationale Sicherheit, den Entwurf. "Wir haben diese Regel ausprobiert", argumentierte sie damals. "Ich glaube nicht, dass sie etwas Positives bewirkt hat. Wir haben lediglich viel Geld dafür ausgegeben, sie durchzusetzen. Wir haben recherchiert und Leute des Verstoßes bezichtigt; einfach ausgedrückt, wir haben ihr Leben versaut. Das Leben von Leuten, die sich verpflichtet haben, ihrem Land zu dienen. Eigentlich hätten wir ihnen danken müssen."

26. Januar 2006



18 Kommentare

#1 holga-waldaAnonym
#2 uliAnonym
  • 26.01.2006, 19:20h
  • @) holga-walda

    "...wir haben ihr Leben versaut. Das Leben von Leuten, die sich verpflichtet haben, ihrem Land zu dienen. Eigentlich hätten wir ihnen danken müssen...."

    vielleicht könnte man dieses unrecht wieder gut machen und diese menschen als dozenten an dem Western Hemisphere Institute for Security Cooperation beschäftigen.
    nach auskunft von indymedia atlanta, usa,
    könnten sie dort vermitteln, wie man zwar nicht bombt, dafür aber foltert gegen strömungen die keine freien CSDs wollen....?!? na, ja..immer gleich bomben ?

    de.indymedia.org/2004/11/99801.shtml
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#3 PerroCGNAnonym
  • 26.01.2006, 22:44h
  • ja, ja, in der Armee dienen dürfen sie nicht - aber ihrem Land dienen in Fremdfirmen sollen sie bitte schön??? Amerikanische "Logik"
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#4 SvenAnonym
  • 27.01.2006, 10:01h
  • Ein saublödes Land!!!!

    Ja ja, es geht mal wieder nur ums Geld, nicht um Menschrechte, Persönlichkeitsrechte oder irgendwelche Freiheitswerte. Ist halt USA!
    Bei der US-Politik kann man eigentlich alle Schwulen und Lesben nur eines raten: Geht zur Armee, macht eine Spitzenausbildung, eine richtig teure und dann outet Euch.
    Ergebnis: Gute Ausbildung, keine gefährlichen Militäreinsätze und ein Leben in Freiheit! :-)
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#5 Die Kanzlerin der HerzenAnonym
  • 27.01.2006, 14:00h
  • Es war Amerika und kein anderes Land,
    das uns nahm an seiner Hand,
    uns erst von Hitlers Krallen befreite,
    und uns dann in die Riege der Freiheit einreihte.

    Darum müssen wir den Amis dankbar sein,
    auch wenn nicht alles dort ist gut und rein,
    denn ihre Soldaten kämpfen noch immer für unser Land,
    damit wir in Freiheit leben können - und das Hand in Hand.

    Die meisten Amis sind doch nett,
    und das sicher nicht nur im Bett!

    Eure Euch liebende Kanzlerin der Herzen!
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#6 JuliaAnonym
  • 27.01.2006, 20:43h
  • Dienen in der USA-Armee steht fast gleich an dienen der Wehrmacht.

    Die USA ist seit dem WWII ständig im Krieg gewesen. Es ist auch das Land daß die meisten Kriegsopfer seitdem verursacht hat. Nur in Vietnam, 2 Millionen Opfer, ein Riesenerfolg nicht? Dazu kommen noch die Opfer im Hintergarten, Mittel- und Süd-Amerika. Hunderttausenden.

    Die USA hat eine Kriegsökonomie wie das Dritte Reich. Auch im Inland wird die Bevölkerung von der Regierung und die sogenannte "Freie" Medien wie FOX und CNN terrorisiert. Sie strahlen nur Angst aus, deswegen sind die meisten Amerikaner Paranoia und Xenophobisch.

    Julia.
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#7 SimonAnonym
  • 27.01.2006, 21:04h
  • @Julia
    Willst du jetzt den Amis auch noch den Judenmord in die Schuhe schieben? Manche Vergleiche hier sind einfach nur scheiße!
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#8 JuliaAnonym
  • 27.01.2006, 22:04h
  • @Simon,

    So meine ich das nicht, obwohl die Amerikaner Schiffe mit geflohenen Juden verweigert haben und zurück geschickt haben nach Europa.

    Die Niederlanden und auch der Schweiz haben ja auch Juden zurück geschickt ins Reich.

    Das Kamp Westerbork in Holland war in der dreißiger Jahren ein Lager wo die geflohener Juden interniert wurden, als die NAZIS Holland überfielen wurde es ein Konzentrationslager, wovon alle Juden,politische Gefangenen und Zigeuner zu den Vernichtungslager transportiert wurden.

    Nach dem Krieg war es ein Lager für Molukkern.

    So wir im letzter Zeit wissen, verletzen die Amerikaner in ihren Kampf gegen Terrorismus, die eigenen Idealen.

    Meschenrechte sind für die Bush-Regierung genau so wichtig wie Hitler sie auch fand. Wann "Bitch" Rice erklärt, "Die USA wird keine Gefangenen "Martelen" ich weiß nicht wie das heißt auf Deutsch, dann heißt es daß sie das wohl gemacht haben.

    Ein President der denkt er ist Gott, der ist ein Gefahr für den Weltfrieden.

    Simon, lese nochmals die Geschichtsbücher.

    Julia.
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#9 JuliaAnonym
  • 27.01.2006, 23:22h
  • @Simon,

    du sollst mal lesen was ich schreibe, vielleicht wirst Du dann zu einem anderen Schlussfolgerung kommen. Ich behaupte überhaupt nicht daß die Amis............

    Wenn Du aber die Nachrichten anseht, dann wirst Du erfahren wie die USA mit Menschenrechte umgeht. Das ist aber nicht nur jetzt, es ist immer so gewesen.

    Weißt Du, " American Interests" sind immer wichtiger über alles. Diese Politik hat millionen Menschen das Leben gekostet, viel mehr als die Sowjet-Union verursacht hat.

    Julia.
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#10 AbrahamAnonym
  • 28.01.2006, 10:38h
  • @simon

    J u l i a war so nett und hat die ausgerotteten Indianervölker und die
    afrikanischen Zwangsarbeitssklaven der
    amerikanischen Geschichte weggelassen.
    Eigentlich wurde dort in beiden fällen schon das gemacht, was die Nazis auf
    höherem technologischen Niveau betrieben: entnische Säuberung, Völkermord, Mord durch Arbeit.
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