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Afrika

Nigeria: Drei Schwule zum Tod durch Steinigung verurteilt

Nach einem Urteil eines islamischen Scharia-Gerichts im nigerianischen Bundesstaat Bauchi sollen drei Männer wegen homosexueller Kontakte grausam hingerichtet werden.


Symbolbild: Szene aus dem Film "The Stoning Of Soraya M." (Bild: IMAGO / Allstar)

Wegen homosexueller Kontakte verhängte ein islamisches Scharia-Gericht in Nigeria gegen drei Männer die Todesstrafe. Die Verurteilten sollen gesteinigt werden, teilte der Chef der Religionspolizei der regionalen Verwaltung im Bundesstaat Bauchi mit.

Die Betroffenen, darunter ein 70-Jähriger, wurden am 14. Juni festgenommen. Sie seien laut Religionspolizei geständig. Für die drei Männer gibt es noch Hoffnung: Zum einen kann gegen das Urteil innerhalb von 30 Tagen Widerspruch eingelegt werden. Zum anderen muss jedes von einem Scharia-Gericht gefällte Todesurteil vom Gouverneur des jeweiligen Bundesstaates gebilligt werden.

14 Jahre für eine Verpartnerung im Ausland

Gleichgeschlechtliche Handlungen können in Nigeria, dem mit 185 Millionen Menschen einwohnerstärksten Land Afrikas, nach einem "Unzuchts"-Paragrafen aus britischer Kolonialzeit mit bis zu 14 Jahren Haft geahndet werden. Seit 2014 wird sogar das Schließen einer gleichgeschlechtlichen Ehe oder Lebenspartnerschaft im Ausland mit Gefängnis bestraft (queer.de berichtete). Die Todesstrafe gilt ausschließlich in den islamisch geprägten Regionen im Norden des Landes.

Die gesamte Gesellschaft Nigerias ist äußerst homosexuellenfeindlich eingestellt. Nach einer Umfrage des Pew Research Center aus dem Jahr 2013 gaben 98 Prozent der Nigerianer*innen an, dass die Gesellschaft Homosexualität nicht akzeptieren dürfe.

Im April 2020 hatte ein Mob im Süden des Landes einen mutmaßlich homosexuellen Polizisten und dessen Freund verprügelt (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr hatte in Nigeria das schwule Coming-out des Sohnes des extrem homophoben Politikers Doyin Okupe für Schlagzeilen gesorgt (queer.de berichtete). (cw)



18 Kommentare

#1 LothiAnonym
  • 02.07.2022, 08:00h
  • Mir fehlen die Worte über solch zutiefst verabscheuungswürdige Urteile.
    Und ich bin zudem ein großer Fan von Afrikanischer Musik. Es gibt da ein bedeutendes Lied von einem bekannten Musiker aus Nigeria, dessen Namen mir jetzt gerade nicht einfällt. Dieses wunderschöne und gleichsam traurige Lied beginnt mit den Zeilen: Lets Safe Nigieria, witch Way You go, i want My Faderland u.s.w. Was ist nur aus diesem Land geworden?
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#2 SchonProfil
#3 LothiAnonym
  • 02.07.2022, 08:44h
  • Die Grünen Außenministerin strahlt in die Kamera bei der schriftlichen Übergabe alter Kulturschätze an Nigeria. Kein Wort, nicht einmal ansatzweise verliert sie über den Zustand von Minderheiten und Menschenrechten in dem Land. Läßt mich sehr nachdenklich zurück.
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#4 DQ24Anonym
  • 02.07.2022, 09:01h
  • Diese Islamisten, die auf den Westen spucken, nehmen gerne das Geld des Westens, und ändern keine aus der Kolonialzeit stammende Gesetze, wenn es ihnen in den Kram passt. Selbst im Ausland geschlossene Ehe zwischen Menschen des selben Geschlechts akzeptieren sie nicht nur nicht, sie nehmen diese auch als Grund für Bestrafung. Darum:

    - Keine Entwicklungshilfe mehr an Nigeria!
    - Keine Werbung für Nigeria mehr auf Messen (Tourismus oder andere)!
    - Keine Flüge von und nach Nigeria!
    - Übernahme aller Flüchtlinge aus Nigeria der LGBTIQ+ - Gemeinschaft! Und zwar ohne Bedingungen!!!!!
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#5 LothiAnonym
#6 2006 LoveAnonym
  • 02.07.2022, 09:26h
  • Antwort auf #4 von DQ24
  • Der Begriff "Islamisten" ist hier überhaupt nicht angebracht, handelt es sich doch vielmehr um eine gesamtgesellschaftliche Ablehnung. Laut deiner Aussage wäre ganz Nigeria ein islamistischer Staat...
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#7 LogischAnonym
#8 andreAnonym
  • 02.07.2022, 10:58h
  • Antwort auf #3 von Lothi
  • Im Doppelpack Auch Claudia Roth als grüne Kulturstaatsministerin war dabei und sprach von Hoffnung, Menschlichkeit und Freundschaft. Im Zusammenhang mit der Übergabe der Kunstschätze. Enttäuschend, wo sich doch gerade Roth, ganz besonders in Medien und Öffentlichkeit, für Menschenrechte einsetzt. Betonung auf Medien und Öffentlichkeit. Schon bei der Documenta 15, im Zusammenhang mit dem Antisemitismus-Skandal, gab Roth ein ziemlich unsouveränes Bild ab.
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#9 LothiAnonym
  • 02.07.2022, 11:25h
  • Antwort auf #6 von 2006 Love
  • DQ schreibt hier wörtlich: diese Islamisten und meint damit nicht in dem Sinne das ganze Land betreffend. Aber trotzdem bleibt der bittere Geschmack über das Land Nigeria. Denn ein Land dass die Scharia duldet und somit islamistische Fanatiker auch noch gleich die Todesstrafe anwenden dürfen gegen eine wahrlich kleine Minderheit, ist für mich nicht glaubwürdig. Somit unterstreiche ich sogar den Kommentar von DQ.
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#10 Uuo118Anonym
  • 02.07.2022, 12:02h
  • Primitive und verachtenswerte Grundeinstellung, die in meinen Augen Nigeria als Land und Gesellschaft diskreditiert.

    Dennoch sollten die Europäer ihre Ambitionen zur Einflussnahme auf den afrikanischen Kontinent intensivieren, um China zuvorzukommen.
    Wir haben nach der Kolonialzeit einen Scherbenhaufen hinterlassen und täten gut daran, diesen zu beseitigen.
    Mit Bildung und Hilfe zur Selbsthilfe können vielleicht irgendwann wehrhafte Demokratien geformt werden, die die Menschenrechte achten, wobei die dortige Mentalität das erheblich erschwert, wenn nicht sogar unmöglich macht.
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