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Fußball

Umfrage: 48 Prozent der Deutschen für Boykott der Katar-WM

Das Team von Bundestrainer Hansi Flick soll nicht nach Katar reisen, fordert nach einer neuen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov fast die Hälfte der Befragten.


Wolkenkratzer in Katars Hauptstadt Doha (Bild: mike_swigunski / unsplash)

Fast die Hälfte der Deutschen sind der Meinung, dass die Fußball-Nationalmannschaft wegen Menschenrechtsverletzungen und Todesfällen von Bauarbeiter*innen in Katar auf eine WM-Teilnahme verzichten sollte. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor.

48 Prozent der Befragten sprachen sich demnach für einen Rückzug des Teams von Bundestrainer Hansi Flick aus. 28 Prozent waren der Meinung, dass das DFB-Team nicht auf den Start bei der Weltmeisterschaft im Herbst verzichten sollte. Der Anteil der Personen, die keine Angaben machten, lag bei 24 Prozent.

Die WM in Katar findet vom 21. November bis zum 18. Dezember 2022 statt. Die deutsche Auswahl trifft dabei in der Vorrunde auf Japan, Spanien und Costa Rica. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Bernd Neuendorf, will noch vor Turnierbeginn gemeinsam mit Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) nach Katar reisen. Der Sportausschuss des Bundestages wird sich an diesem Montag in einer Anhörung mit der Lage im Gastgeberland befassen.

Sieben Jahre Haft für Homosexualität

An Katar entzündet sich seit längerem Kritik. So steht dort auf Homosexualität eine siebenjährige Gefängnisstrafe, nach islamischem Recht ist sogar die Verhängung der Todesstrafe möglich. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland forderte im vergangenen Herbst einen WM-Boykott (queer.de berichtete). Bierhoff nannte im Januar einen Boykott "für uns keine Option" (queer.de berichtete).

Katars Emir Tamim Bin Hamad Al Thani hatte bei einem Besuch in Berlin vor rund zwei Wochen bekräftigt, dass "alle Gäste willkommen" seien – sie sollten aber "unsere Kultur respektieren" (queer.de berichtete). Kurz zuvor hatten mehrere Journalist*innen in Stichproben herausgefunden, dass mehrere katarische Hotels nicht an Schwule vermieten wollten (queer.de berichtete).

Fifa spielt Staatshomophobie herunter

Seit der WM-Vergabe 2010 hatte der Weltfußballverband immer wieder versucht, die Staatshomophobie in Katar herunterzuspielen. Fifa-Präsident Gianni Infantino sagte etwa im März: "Jeder wird sehen, dass jeder hier in Katar willkommen ist, auch wenn wir über LGBTQ+ sprechen" (queer.de berichtete). Regenbogenfahnen seien im Stadion erlaubt, hatten FIFA und die katarischen WM-Organisatoren mehrfach betont. Ein hochrangiger Offizieller sagte im April hingegen, dass man Fans entsprechende Flaggen wegnehmen werde (queer.de berichtete).

Das reiche Emirat wird zudem wegen Ausbeutung von Migrant*innen kritisiert. Die genaue Frage der YouGov-Studie lautete: "Kritische Fußballfans fordern u. a. wegen Menschenrechtsverletzungen und den in der Vergangenheit bekanntgewordenen Todesfällen auf WM-Baustellen weiterhin einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Sollte die deutsche Nationalmannschaft auf eine Teilnahme an der WM in Katar verzichten?" Teilgenommen an der Befragung haben zwischen dem 22. und 24. Juni 2022 insgesamt 2.052 Personen. (cw/dpa)



11 Kommentare

#1 SchonProfil
  • 03.07.2022, 06:32hFürth
  • Spoileralarm: die Deutsche Mannschaft wird nach Katar fahren, die Spiele werden ganz normal übertragen und alle Fußballfreunde werden die Spiele ansehen.

    Allein die Suggestivfragestellung legt die Tendenz des Umfrageergebnisses fest.
    Zudem handelt es sich bei den gut 2000 Befragten mutmaßlich wieder um Mitarbeiter von Yougov und haben damit stastistisch keine Aussagekraft.

    Die Vergabe der Spiele an Katar war falsch, aber dss sagt der gesunde Menschenverstand.
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#2 mesonightAnonym
  • 03.07.2022, 08:14h
  • Die Verantwortlichen heucheln Verständnis oder spielen alles runter, zu groß ist die Gier nach Geld, warum sonst wird eine WM im Winter in Katar ausgetragen? Würden sie wirklich etwas bewegen wollen, dann müssten sie die Spieler dazu anhalten, bei allen Spielen mit Regenbogenbandage aufzulaufen, aber das wird "natürlich" nicht geschehen, man will sicher Rücksicht auf die Sitten des Landes nehmen. Was passiert eigentlich, wenn sich zwei Kumpels aus Kostengründen ein Doppelzimmer zur WM buchen wollen? Wird das überhaupt geduldet? Diese ganze Scheinheiligkeit kotzt mich nur noch an.
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#3 Jonas-QAnonym
  • 03.07.2022, 09:49h
  • Doppelmoral. Gas wird, offenbar, gerne gekauft. Da gibt's auch, das erstaunt, keine Diskussion darüber.
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#4 JannisAnonym
  • 03.07.2022, 11:00h
  • Antwort auf #3 von Jonas-Q
  • Dass es keine Diskussion wegen Gas aus Katar gibt ist vielleicht in deiner Wahrnehmung so.
    Aber ich kann dich beruhigen: wenn Nordstream1 nach der Wartung Juli nicht mehr eingeschaltet wird, gibt's noch ganz andere Diskussionen! Oder ansonsten spätestens im Winter.
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#5 FalschosAnonym
  • 03.07.2022, 11:52h
  • Ich gehe hart davon aus, dass die meisten die dagegen sind, dies in allererster Linie aufgrund anti-arabischer Ressentiments sind und nicht etwa aus Solidarität für LGBTQ.
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#6 StaffelbergblickAnonym
  • 03.07.2022, 13:03h
  • Antwort auf #1 von Schon
  • "Allein die Suggestivfragestellung legt die Tendenz des Umfrageergebnisses fest.
    Zudem handelt es sich bei den gut 2000 Befragten mutmaßlich wieder um Mitarbeiter von Yougov und haben damit stastistisch keine Aussagekraft."
    Der Glaube hilft nur in der Kirche ... aber auch nur mangelhaft.
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#7 StaffelbergblickAnonym
  • 03.07.2022, 13:08h
  • Antwort auf #5 von Falschos
  • Was die relevanten Gründe für die "Nein-Entscheidung" ist ... ist mir nicht unbekannt. Möglicherweise könnten sogar die Vergabestrukturen mit Geldtransfers einen Einfluß haben ... Also genügend Arbeit für Umfragestatistiker
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#8 StaffelbergblickAnonym
#9 WayneAnonym
  • 03.07.2022, 15:04h
  • Hätte man nur Leute mit funktionierendem Rückgrat gefragt, wären 100% für einen Boykott.
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#10 SchonProfil
  • 03.07.2022, 16:25hFürth
  • Antwort auf #9 von Wayne
  • Das geht gar nicht. Bei Yougov bewirbst Du Dich, wenn Du genommen wirst bekommst Du einen Vertrag, dass Du ab dem Zeitpunkt alle möglichen Umfragen online beantwortest und dafür mit einem Bonuspunktesystem belohnt wirst. Die gesammelten Punkte konnen in EUR ausbezahlt werden (ist aber nicht die Welt).
    Yougov behauptet, die so generierten Umfragen mittels geheimen Algorithmus dann so gemappt werden, dass es eine repräsentative Umfrage des jeweiligen Landes wiederspiegelt.
    Als zahlender Kunde kannst Du Umfragen in Auftrag geben. Von der Differenz lebt das Unternehmen.
    Ich hoffe, dass ich in Kürze den Mechanismus korrekt dargestellt habe.
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