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  • 27. Januar 2006, noch kein Kommentar

Susan-Stahnke-Doppelgängerin Michaela Merten vertreibt mit einem "Feng-Shui"-Hörbuch jegliche Schlaflosigkeit.

Von Jan Gebauer

Feng Shui – das neue Zauberwort für all jene, die gerne mal die Wohnung richtig entrümpeln wollen, um dann gemäß bestimmter Regeln alles so einzurichten, dass die Kräfte und Säfte fließen können. Ernsthaft ausgedrückt: Feng Shui ist die Kunst und Wissenschaft vom Leben in Harmonie mit der Umgebung. Nicht nur in Hongkong, Taiwan, Singapur und vielen anderen fernöstlichen Metropolen, die eine hohe Bevölkerungszahl haben, versucht man mit Feng Shui, Städte zu entwerfen und Häuser zu bauen.

Auch in Nordamerika haben Architekten, Grundstücksmakler und Hausbesitzer die Lehre entdeckt und machen im Land der "unbegrenzten" Möglichkeiten damit unglaubliche Profite. In der Geschäftswelt werden Feng-Shui-Meister bei der Standortbestimmung von Büros und Geschäften konsultiert. Jetzt gibt es sogar schon das passende Hörbuch auf zwei CDs zum Trend. Von einer gewissen Susanne Engel entwickelt – von Schauspielerin Michaela Merten (37, "Der Alte") gesprochen. Immerhin hat sich die Susan Stahnke ("Tagesschau") frappierend ähnlich sehende Aktrice mit zahlreichen Fitness- und Wellness-Schinken bereits einen Namen auf dem Bücher-Markt gemacht.

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Süffisant frohlockt Merten dann auch: "Machen Sie sich auf Ihren Weg. Verändern Sie die Dinge, hören Sie vor allem auf Ihr Gefühl, probieren Sie aus und haben Sie den Mut zur Veränderung. Wir hoffen, dass wir Sie ein Stück Ihres Weges mit diesem Hörbuch begleiten dürfen."Dazu gibt es auf der ersten CD sogar eine fast achtminütigen Abhandlung über das Entrümpeln der Wohnung. Wer seinen inneren Schweinehund noch nicht überwunden hat, kann sich von Frau Merten so richtig berieseln lassen. "Man wird sogar erstaunt sein, was da alles wieder zum Vorschein kommt." Im schwulen Haushalt werden das wahrscheinlich Poppers-Flaschen, Gleitmittel-Tuben und Chers "Greatest Hits" sein.

Wenn es danach an die eigentlichen Räumlichkeiten geht, fragt man sich unweigerlich welche Riesenhütte hier umgestaltet werden soll: Eingangsbereich, Wohn-, Schlaf, Kinder, Ess- und Badezimmer sowie eine separate Toilette und natürlich die Küche. Wenn man in einer 25-Quadratmeter-Sardinenbüchse wohnt, in der man sich gerade einmal drehen kann, fällt es schwer die Tipps und Tricks so richtig umzusetzen. Auch die von Merten angesprochenen antiken Möbel finde ich inmitten meiner Ikea-Auswahl nicht. Dafür ist die Stimme von Frau Merten so schön einlullend, fast wie Patchuli oder Vanille-Räucherstäbchen. Immerhin lädt sie damit zum angenehmen Einschlummern ein. In diesem Sinne!

27. Januar 2005