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Statistisches Bundesamt

Mehr als 65.000 gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen

Der erste Run auf die gleichgeschlechtliche Ehe ist zwar vorbei, allerdings haben sich bereits mehr als 65.000 schwule und lesbische Paare das Ja-Wort gegeben.


Seit rund fünf Jahren werden Schwule und Lesben auf dem Standesamt gleichbehandelt

Seit der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben vor rund fünf Jahren wurden 65.600 Ehen zwischen Menschen gleichen Geschlechts geschlossen. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mit. Demnach gab es bis Ende 2021 gut 32.300 Eheschließungen zwischen zwei Männern und knapp 33.300 Ehen zwischen zwei Frauen. Der Frauenanteil lag damit bei 51 Prozent.

Vor fünf Jahren, am 30. Juni 2017, stimmte der Deutsche Bundestag einem Gesetzentwurf zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts zu (queer.de berichtete). Das Gesetz trat dann am 1. Oktober 2017 in Kraft. Zuvor hatten gleichgeschlechtliche Paare die Möglichkeit zur Begründung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Ein Teil dieser eingetragenen Lebenspartnerschaften wurde seitdem in Ehen umgewandelt. Ohne Umwandlungen von eingetragenen Lebenspartnerschaften waren es bis Ende 2021 insgesamt 36.800 gleichgeschlechtliche Eheschließungen.


Der Höhepunkt der gleichgeschlechtlichen Eheschließungen wurde 2018 erreicht (Bild: Destatis)

Zahl der gleichgeschlechtlichen Eheschließungen geht zurück

Allein im Jahr 2021 wurden in ganz Deutschland 8.700 Ehen zwischen Personen gleichen Geschlechts geschlossen – 12,4 Prozent weniger als 2020, als es gut 9.900 gleichgeschlechtliche Eheschließungen gab. Ohne Umwandlungen von eingetragenen Lebenspartnerschaften in Ehen waren es knapp 7.800 gleichgeschlechtliche Eheschließungen im Jahr 2021, das waren 7,3 Prozent weniger als 2020 (8.400). Der Rückgang fiel damit stärker aus als bei Eheschließungen zwischen Männern und Frauen: Deren Zahl ging um 3,9 Prozent zurück von 363.400 im Jahr 2020 auf 349.100 im vergangenen Jahr.

Frauen wurden die letzten Jahre heiratsfreudiger

2021 wurden knapp 4.100 Ehen zwischen Männern geschlossen, 4.600 Ehen zwischen Frauen. Der Frauenanteil hat über die Jahre zugenommen: 2017 wurden 45 Prozent der gleichgeschlechtlichen Ehen zwischen Frauen geschlossen, 2021 waren es 53 Prozent.

Erste gleichgeschlechtliche Ehen brechen allerdings wieder auseinander: Letztes Jahr teilte Destatis mit, dass 2020 insgesamt 900 Ehen von schwulen oder lesbischen Paaren wieder geschieden worden seien (queer.de berichtete). (pm/cw)



11 Kommentare

#1 Divers*Anonym
  • 05.07.2022, 10:49h
  • Trotz all dieser Zahlen werde ich dann wohl nie darin auftauchen.
    Nur Mal so zur Erinnerung: es gibt mehr als Ehe zwischen Mann und Frau und Ehe zwischen Männern oder Frauen. Sehr enttäuschend, dass dies im gesamten Artikel mit meinem Wort erwähnt wird.
    Und nur zur Klarstellung: mein offiziell eingetragener Marker sagt "divers".
    #MehrAlsZweiGeschlechter
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#2 HmmmAnonym
#3 friendlyUnicornEhemaliges Profil
  • 05.07.2022, 15:40h
  • Antwort auf #1 von Divers*
  • Scheint leider nicht so. Für den deutschen Bereich in Sachen Eheschließungen/Partnerschaften scheint es im statistischen Bereich bislang weder trans, noch inter zu geben.
    Sowohl beim Statistischen Bundesamt, noch bei statista habe ich eine entsprechende Statistik finden können. Zu cis hetero und cis homo natürlich reichlich, trans und inter finden einmal mehr nicht statt. (Was nicht zwingend heißt, dass es sie per se nicht gibt, ich habe sie nur trotz diverser Suchen nicht gefunden. Wundern würde es mich aber auch nicht, wenn in Deutschland bislang noch keine Notwendigkeit darin gesehen wurde - die unschöne Behandlung und das Ignorieren/Ausgrenzen von trans ist ja leider nur zu bekannt).

    Das einzige, was so einigermaßen in diese Richtung geht, ist hier - stammt allerdings nicht aus Deutschland, sondern bezieht sich auf die USA (Erhebung im vergangenen Jahr). Und da auch nicht auf Eheschließungen, sondern wie der Beziehungsstatus (single, verheiratet, polyamor etc.) bei cis Homo-/Bisexuellen, sowie bei trans und nicht-binären Menschen aussieht:

    de.statista.com/statistik/daten/studie/1024414/umfrage/umfra
    ge-in-den-usa-zum-beziehungsstatus-nach-sexueller-orientieru
    ng/
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#4 friendlyUnicornEhemaliges Profil
  • 05.07.2022, 15:55h
  • Antwort auf #3 von friendlyUnicorn
  • Nachtrag: Bei "Was nicht zwingend heißt, dass es sie per se nicht gibt," meine ich natürlich die Statistiken, nicht trans, inter oder nicht-binäre Menschen. Ich denke/hoffe zwar, dass der Nachtrag nicht nötig ist, aber ich möchte auch niemandem versehentlich durch die Nichtspezifizierung auf den sprichwörtlichen Schlips treten.
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#5 Lucas3898Anonym
#6 PrideProfil
  • 05.07.2022, 23:29h...
  • Antwort auf #5 von Lucas3898
  • Im Gesetz steht, daß die Ehe zwischen zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts geschlossen werden kann. Wenn ich das inhaltlich und logisch aufgreife also von jedermensch. Mensch kann die und die geschlechtliche Identität haben und ist dann zu andermensch eben verschieden oder gleich.
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#7 GesprächsbedarfAnonym
  • 06.07.2022, 08:40h
  • Seht ihr, und genau DAS ist der Punkt, bei dem ich schon wieder an die Decke gehen kann: Es wird explizit nach Statistiken über trans gefragt. Jemensch macht sich die Mühe, sucht und findet nichts, bzw. eine Statikstik, die trans und nicht-binäre Personen berücksichtigt - und dann ist das auch wieder falsch, weil: Wie kann diese:r Ignorant:in es bloß wagen, trans als "nicht normale" auszugrenzen ("können ganz normale verschieden oder gleichgeschlechtliche Ehe eingehen").

    Wie mensch es macht, macht mensch es falsch.
    Es wird sich also von Gruppe A beschwert, dass es keine Statistiken über Gruppe A gibt.
    Dann werden Statistiken über Gruppe A veröffentlicht - und Gruppe A beschwert sich dann, dass es Statistiken über Gruppe A gibt, denn eigentlich sei das ja ausgrenzend, weil Gruppe A ganz normal Teil von Gruppe B, C und D ist.
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#8 Divers*Anonym
  • 06.07.2022, 09:34h
  • Antwort auf #7 von Gesprächsbedarf
  • Also ich sehe hier niemanden an die Decke gehen oder irgendwelche Vorwürfe machen.
    Ich danke allen, die sich bemüht haben Infos zu finden. Sehr schade einfach, dass queer.de im gesamten Artikel nicht mit einem Wörtchen erwähnt, dass zu anderen Konstellationen keine Daten vorliegen. Das hatte ich mir von einem entsprechenden Bericht gewünscht.

    Ach und das trans* Frauen nun Mal Frauen sind und egal ob sie eine cis oder trans* Frau heiraten entsprechend eine gleichgeschlechtliche Ehe eingehen, sollte klar sein.
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#9 Phil80Anonym
  • 06.07.2022, 10:05h
  • Ein Meilenstein für die Gleichberechtigung. Jetzt noch ein bundesweiter Aktionsplan gegen Homophobie und Artikel 3
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#10 JohufzfAnonym
  • 06.07.2022, 12:05h
  • Antwort auf #7 von Gesprächsbedarf
  • Wichtig ist, dass man an Ende auf jeden Fall eine Diskriminierung attestieren kann. Darauf kommt es an!

    Dafür darf man dann auch eine repräsentative Befragung in den USA (Äpfel) mit der Erhebung personenstandsrechtlicher Daten bei der Eheschließung in Deutschland (Birnen) vergleichen.

    Natürlich gibt es auch in Deutschland zahlreiche Studien zur geschlechtlichen Identität und sexueller Orientierung, und ich verwette meinen Arsch darauf, dass darin auch der Beziehungsstatus der Teilnehmenden abgefragt wird.

    Spannend wäre ja wirklich die Frage gewesen, ob in den USA bei einer Eheschließung solche Daten erhoben werden oder ebenfalls nicht.
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