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"Rückwärtige Moralvorstellung"

Anastasia Biefang startet Petition an Verteidigungsministerin

Die Bundeswehr tadelte ihre bekannteste trans Vertreterin, weil sie ein Tinder-Profil hat. In einer Petition wird nun die Führung der deutschen Streitkräfte aufgefordert, sich endlich von überholten Moralvorstellungen zu befreien.


Oberstleutnantin Anastasia Biefang vergangenes Wochenende beim CSD in Köln (Bild: Twitter / Anastasia Biefang)

"Zu queer für die Bundeswehr. Vielfalt ja, aber bitte in Maßen?" So lautet die Überschrift der neuen Petition im Portal AllOut, die von der trans Bundeswehr-Kommandeurin Anastasia Biefang gestartet wurde. Darin fordert sie Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht und Wehrbeauftrage Eva Högl (beide SPD) auf, das Soldatengesetz zu ändern, um die sexuelle Selbstbestimmung aller Personen in der Bundeswehr sicherzustellen.


Veranlasst Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, dass die Bundeswehr nicht mehr dem Sexleben ihrer queeren Soldat*innen hinterherspioniert? (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Hintergrund ist der Verweis gegen Biefang wegen ihres privaten Datingprofils, der im Mai vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt wurde (queer.de berichtete). Ihren Vorgesetzten war dabei ihre Tinder-Anzeige zu weit gegangen, in der sie erklärt hatte: "Spontan, lustvoll, trans*, offene Beziehung auf der Suche nach Sex. All genders welcome".

"Eingriff in mein Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung"

In der Petition erklärte Biefang: "Die Bundeswehr nutzt mich regelmäßig für Queer-Kampagnen um zu zeigen, wie offen und modern sie ist. Als aber mein privates Tinder-Profil veröffentlicht wurde, war es vorbei mit der Offenheit und Toleranz." Auf dem Profil habe nur ihr Alter und Name gestanden, aber keinerlei Hinweis auf ihren Arbeitgeber. "Als 48-jährige Soldatin empfinde ich das als einen nicht zu rechtfertigenden Eingriff in mein Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung", so Biefang. "Die Begründungen sind Zeugnis einer komplett rückwärtigen Moralvorstellung."

An die Verteidigungsministerin und die Wehrbeauftragte richtete sie die Forderung: "Wir fordern die sofortige Anpassung der außerdienstlichen Wohlverhaltenspflicht im Soldatengesetz und den Schutz der sexuellen Selbstbestimmung aller Mitglieder der Bundeswehr. Hier muss mit gleichen Maßstäben für ALLE, inklusive FLINTA (Frauen, Lesben, Intersex, Nicht-binären Menschen, trans Menschen und asexuellen Menschen) angesetzt werden."

Das Urteil gegen Biefang hatte im Mai zu einem politischen Streit geführt: Kritik des Queerbeauftragten Sven Lehmann (Grüne) wurde von der früheren Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) brüsk zurückgewiesen (queer.de berichtete). Aus Solidarität veröffentlichten außerdem zum Tag der Diversity viele weitere queere Beschäftigte der Bundeswehr ihre Datingprofile (queer.de berichtete). (dk)



43 Kommentare

#1 LothiAnonym
#2 DungeonMasterAnonym
  • 06.07.2022, 10:32h
  • Glaube kaum das da was passieren wird. Jedenfalls nicht so lange Lambrecht, diese Fehlbesetzung die eh keinen Bock hat, im Verteidigungsministerium sitzt.
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#3 Vic von der ElbeAnonym
  • 06.07.2022, 10:52h
  • Ich kann micht nachvollziehen, welche Wohlverhaltenspflicht da verletzt sein sollte im Tinderprofil. Da mlchte jemand einvernehmlichen Sex mit anderen -auch einvernehmlich mit der aktuellen Beziehung wie der Hinweis auf die offene Beziehung verrät - und das bitte lustvoll. Das ust doch " moralisch einwandfrei" . Wie würde denn ein Bundeswehr kompatibles Dating-Profil bei tinder sich stattdessen anhören? Suche für geheime Treffen jemanden für lustlosen Sex?
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#4 Ewig gestrigAnonym
  • 06.07.2022, 11:09h
  • Antwort auf #3 von Vic von der Elbe
  • "Wie würde denn ein Bundeswehr kompatibles Dating-Profil bei tinder sich stattdessen anhören?"
    Ein BW-kompatibles (queeres zudem) Dating-Profil (nicht nur) bei tinder sähe vermutlich so aus:
    "Dieser Account existiert nicht".
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#5 TimonAnonym
  • 06.07.2022, 11:23h
  • Auch LGBTI-Soldaten dürfen ein Privatleben und ein Sexleben haben.

    Da muss Frau Lambrecht endlich aktiv werden. Traurig genug, dass überhaupt eine Petition nötig ist.
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#6 DesillusioniertAnonym
#7 EineMutter
  • 06.07.2022, 12:47h
  • Über Frau Biefang habe ich in den letzten Monaten viel gehört, gesehen und gelesen. Ich empfinde sie als für die TS Bewegung störend und äusserst kontraproduktiv. Ihr Verhalten in der Öffentlichkeit entspricht exakt dem, was man sich nicht für TS Menschen wünscht. Sie verbreitet ein Bild. besonders über TS Frauen, dass nun einmal nicht der Norm entspricht. Die vielen TS Frauen , die ich kennenlernen durfte in den letzten Monaten, distanzieren sich nicht nur von ihr sondern teilten mir alle mit, dass sie weder so denken , fühlen und sich schon gar nicht mit einem derartigen öffentlichen Verhalten identifizieren. Es dreht sich dabei nicht nur um die Art und Weise wie Frau Biefang sich verhält und spricht sondern auch um die Tatsache, dass sich bei Frau Biefang es sich mehrheitlich um SEX dreht. Aber genau das sollte man in der TS Diskussion vermeiden, Schon der Begriff -Transsexualität- ist irreführend, denn es drieht sich bei diesen schweren Schicksalen eben nicht um SEX sondern um Identität. Und genau da haut Frau Biefang den betroffenen Menschen eine Ohrfeige ins Gesicht. Ihr Verhalten ist teilweise nicht akzeptabel , in der Öffentlichkeit. Sie wirkt absolut unangenehm auf mich.
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#8 SexesAnonym
#9 Aber normalAnonym
  • 06.07.2022, 13:49h
  • Antwort auf #7 von EineMutter
  • "Sie verbreitet ein Bild. besonders über TS Frauen, dass nun einmal nicht der Norm entspricht."

    Die Normalität. Welch "schöner" Begriff. Gern genutzt von den großen menschenrechtlichen Vordenkern und Bewegungen wie der Af0, oder dem feinen Herrn Thierse, wenn er in bester reaktionärer Manier ganze Gruppen mundtot machen möchte.

    Wer definiert denn dieses "normal"? In welchem Gesetzbuch steht drin, was normal ist?
    Sei versichert: Bei knapp 8 Mrd. Menschen auf diesem Planeten wirst du knapp 8 Mrd. Auffassungen von "normal" finden. Weil, wie es Kodo Nishimura so treffend formuliert:
    "»Normal« ist nur das Maß deiner Erfahrung. Wenn du Menschen aus der ganzen Welt kennenlernst, siehst du ein, dass es kein einziges »Normal« gibt".

    Nicht einmal innerhalb des Konstrukts, das gemeinhin "Familie" genannt wird. Mein "Normal", wenn ich diesen Begriff mal verwenden darf, unterscheidet sich fundamental von dem meiner Erzeuger. In _allen_ Bereichen.
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#10 YannickAnonym