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Brittney Griner

Biden setzt sich für Freilassung von lesbischer "Geisel" in Russland ein

In den USA steigt der Druck auf die Biden-Regierung, mehr für die Freilassung von Brittney Griner zu tun. Die Olympiasiegerin sitzt seit inzwischen einem knappen halben Jahr in russischer Gefangenschaft.


Präsident Joe Biden will den Fall Griner zur Priorität machen (Bild: jlhervàs / flickr)

Die US-Regierung will sich stärker für die Freilassung der seit kurz vor Beginn des Ukraine-Krieges in Russland inhaftierten Profi-Basketballerin und zweimaligen Olympiasiegerin Brittney Griner einsetzen. Die 31-Jährige war am 17. Februar wegen eines angeblichen Drogenvergehens in Moskau verhaftet worden (queer.de berichtete).

"Dies ist ein Thema, das für diesen Präsidenten Priorität hat", sagte die ebenfalls offen lesbische Regierungssprecherin Karine Jean-Pierre in ihrem Pressebriefing am Dienstag. "Wir glauben, dass sie zu Unrecht inhaftiert ist."

Ned Price, der Sprecher des Außenministeriums, erklärte außerdem, dass Minister Antony Blinken "eine Reihe von Gelegenheiten in den letzten Tagen und Wochen" gehabt habe, um mit Griners Ehefrau Cherrelle Griner zu sprechen: "Wir wollen, dass Amerikaner freigelassen werden", so Price.

Twitter / BlackNandV | Vor dem russischen Konsulat in New York City wurde letzte Woche für die Freilassung Griners demonstriert
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Erst kurz zuvor hatte Griner US-Präsident Joe Biden persönlich um Hilfe gebeten. Das Umfeld der 31-Jährigen verbreitete Auszüge eines Schreibens, als in den USA der Nationalfeiertag begangen wurde.

Griner: "Ich habe Angst, dass ich für immer hier sein könnte"

Griner bat Biden in dem Brief, sie und andere festgehaltene Amerikaner*innen nicht zu vergessen. "Während ich hier in einem russischen Gefängnis sitze, allein mit meinen Gedanken und ohne den Schutz von meiner Frau, Familie, Freunden, Olympia-Trikot oder anderen Errungenschaften, habe ich Angst, dass ich für immer hier sein könnte", hieß es ihrem Brief an Biden, für den sie 2020 bei der US-Präsidentschaftswahl nach eigenen Worten gestimmt hatte.

Normalerweise begehe sie den 4. Juli im Kreis ihrer Familie, dort würden jene geehrt, die für die Freiheit gekämpft hätten, schrieb Griner. Sie erinnerte daran, dass ihr Vater ein Veteran des Vietnam-Krieges sei. "Es schmerzt, daran zu denken, wie ich diesen Tag normalerweise feierte, weil Freiheit für mich in diesem Jahr etwas ganz anderes bedeutet.

Twitter / BerniceKing | US-Bürgerrechtler*innen setzen sich für die Freilassung Griners ein

Griner, die in den USA für Phoenix Mercury spielt, aber auch in Russlands Liga aktiv war, drohen bis zu zehn Jahre Haft. Die Beziehungen zwischen den USA und Russland befinden sich wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine derzeit auf einem Tiefpunkt. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte zum Prozessauftakt Anschuldigungen zurückgewiesen, der Prozess gegen Griner sei politisch motiviert.

In den USA wird dagegen gemutmaßt, dass Russland Griner als "Geisel" hält, um amerikanische Zugeständnisse im Ukraine-Krieg zu erpressen. Die Biden-Regierung hatte deshalb im Mai den US-Beauftragen für Geisel-Angelegenheiten mit der Betreuung des Falls beauftragt (queer.de berichtete). Griner könnte als hervorragendes Feindbild für Russland gelten, weil sie als Amerikanerin, Schwarze und Homosexuelle gleich drei Merkmale besitzt, gegen die von der Putin-Regierung Stimmung gemacht wird. Beobachter*innen halten es für sehr wahrscheinlich, dass die russischen Justiz die Amerikanerin verurteilen wird. (dpa/dk)



11 Kommentare

#1 HexeAnonym
#2 LothiAnonym
#3 HmmmAnonym
#4 LorenProfil
  • 06.07.2022, 15:15hGreifswald
  • Brittney Griners düstere Prognose kommt nicht von ungefähr, da Russland seit geraumer Zeit kein Rechtsstaat mit funktionierender Gewaltenteilung ist. Präsident Biden dürfte da nur einen äußerst geringen Handlungsspielraum haben.
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#5 AberAnonym
  • 06.07.2022, 18:59h
  • Antwort auf #2 von Lothi
  • sind es am Ende nicht.
    Die USA haben ein gestörtes Verhältnis zu ihren Veteranen; s. a. PTBS oder den ersten Rambo, und Whistleblowern.

    Natürlich sitzt sie auch weil sie US ist; sie ist eine politische Geisel und sie ist queer. Ideales Feindbild für beide Seiten; aus Prinzip muss US reagieren. Falls sie verrottete im Gefängnis würde es niemanden groß interessieren ansonsten.
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#6 LothiAnonym
  • 06.07.2022, 19:28h
  • Antwort auf #5 von Aber
  • Das leugne ich ja auch nicht. Aber jetzt ist der US Präsident Biden im Amt. Und ich habe noch keinen Präsidenten erlebt, der sich so häufig und vehement für unsere Rechte laut einsetzt. Selbst Obama sieht blass dagegen aus.
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#7 HmmmAnonym
  • 06.07.2022, 19:44h
  • Antwort auf #6 von Lothi
  • Naja, Biden hat 50 Jahre lang und selbst noch 2008, als er bereits als Vize mit obama auf Wahltour war, sich gegen Gay Marriage ausgesprochen ! Also nein, obama hat da weitaus mehr geleistet und für Biiden ist es schlicht ein Politikpunkt. Jetzt wo die Mehrheit der demokratischen Wähler dafür ist er das halt auch.
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#8 LothiAnonym
#9 SeltensteinAnonym
  • 07.07.2022, 16:26h
  • Sie wurde bei der Einreise am Flughafen mit Substanzen im Gepäck erwischt, die nach russischem Recht ( und vieler anderer Länder) als illegale Drogen gelten. Ausserhalb unserer europäisch/amerikanischen Kultur werden Drogendelikte sehr viel härter bestraft. Ob sie queer ist, kann ein Zöllner nicht sehen. Es kann sein, dass sie wegen ihres US-Passes strenger kontrolliert wurde (passiert in D mit anderen Pässen auch), aber wer in ein anderes Land fliegt, sollte nie Drogen dabei haben bzw. sich vorher informieren. Wenn Sie es aus medizinischen Gründen bräuchte, hätte sie sich wirklich informieren oder (falls als Medizin legal) beim Zoll angeben müssen statt zu schmuggeln. Sie hat sich selbst in diese Situation gebracht. Das hat mit Politik erstmal nichts zu tun.
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#10 SchonProfil
  • 07.07.2022, 17:32hFürth
  • Antwort auf #9 von Seltenstein
  • Ich bin eine Zeit lang sehr intensiv an Flughäfen kontrolliert worden und man hat Klebestreifen-Proben genommen, ich vermute, weil ich ein paar legale Bücher über Sprengstoffe gekauft hatte.
    Aber ein Staat, der seine Opposition vergiftet, erschießen läßt oder im Bedarfsfall weg sperrt und auch passende Delikte findet, kann natürlich auch so problemlos eine Geisel nehmen.
    Ich sollte einmal dienstlich nach Novosibirsk fliegen, das habe ich aber dank abgelaufenen Reisepass verhindern können. Ich war als Queer jedenfalls sehr froh darüber.
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